24 Jahre Demo in Erfurt

Die Erfurter Donnerstags-Demo wird 24 Jahre alt
„Leipzig immer montags, Erfurt immer donnerstags“, so begann die Zeit der Bürgerbewegungen. Einen Unterschied gibt es aber, in Erfurt gibt es die Donnerstags-Demos immer noch.
Alles begann am 26.10.1989 mit der ersten Donnerstags-Demo unter dem Zeichen des Regenbogens vom Neuen Forum. Der Redner war Matthias Büchner. Das Programm des Neuen Forums stand unter dem Motto: „ Macht muss kontrolliert werden.“ Tausende kamen. Bereits 1990 übernahm der Aktionskreis für Frieden e.V. die Donnerstags-Demos. Von diesem Zeitpunkt bis zum 14.08.2004 organisierte und moderierte die Demos Ute Hinkeldein. Das waren 14 Jahre oder 718 Demos. Es gab viele interessante Begegnungen. Zum Zeitpunkt des Golfkrieges 1991 ging der Tod mit Sense und im Gefolge eine Pantomime-Gruppe durch die Stadt. 1993 ritten Pferde für den Frieden vom Anger durch Erfurt. Sie stellten ausgewiesene „Ausländer“ dar. Nur „Pegasus“ durfte fliegen. Ein Jahr später kamen die „Black Teens for Advencement“ aus Atlanta/USA zum Jugendaustausch zu uns. Ludwig Baumann von der Bundesvereinigung der Opfer der NS-Militärjustiz sprach. Vertreter der geistigen Republik Zitzer in Jugoslawien trugen ihre Ziele vor. Die Bewohner diese Dorfes weigerten sich, in den NATO-Krieg zu ziehen. Ihr Motto war: „Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin.“ Sie haben die freie Republik Zitzer gegründet und Pfr. i.R. Karl Metzner und Ute Hinkeldein sind dieser Republik beigetreten. Sie besitzen seit 1999 eine symbolische Doppelstaatsbürgerschaft. Es gab OST-WEST-Dialoge mit dem Psychologen Joachim Maaz (OST) und dem Philosophen Rainer Funk von der Internationalen Fromm-Gesellschaft (WEST). Sehr viele Aktionen folgten. Das alles erforderte auch eine intensive Vorbereitungszeit. Dabei halfen Rainer Hinkeldein, Ursel Kachel, Harald Heyn, Hanne Adams und Eleonore Beitner. Aus gesundheitlichen Gründen suchte Ute Hinkeldein Unterstützung und fand sie in Dr. Jürgen Neubert vom DGB-Bildungswerk, der von August 2004 bis August 2005 die Donnerstags-Demos gestaltete.
Im Angesicht der Probleme um den NATO-Krieg in Jugoslawien gründete Ute Hinkeldein im März 1999 die Thüringer Friedenskoordination. Nur so war es möglich, drei große Hilfskonvois mit medizinischem Bedarf, Notstromaggregat, Schulbedarf und Lebensmitteln nach Serbien und ins Kosovo zu schicken. Außerdem wurde ein Lager 5.000 Roma und Sinti unterstützt, die die Albaner aus dem Kosovo mit Gewalt vertrieben hatten. Die Thüringer Friedensorganisationen sind vernetzt im Bundesausschuss Friedensratschlag Kassel, Friedenskooperation Bonn, Frauenfriedensinitiative Bonn, Ohne Rüstung leben, IPPNW und in der internationalen „Abolition 2000“- A Global Network for the Elimination of Nuclear Weapons.
Im August 2005 übernahm das Bündnis für soziale Gerechtigkeit die Donnerstags-Demos, weil von den neuen HartzIV-Gesetzen viele Betroffene verunsichert und ängstlich waren. Heute organisiert Frau Marianne Kröger als Sprecherin des Bündnisses die Donnerstags-Demos. Fünfmal im Jahr ist dann auch noch Ute Hinkeldein im Einsatz. Das Bündnis gab sich später den Zusatz „Gegen Rechtsextremismus.“ Am 22.08.13 feiert das Bündnis „9 Jahre Donnerstags-Demos“ unter ihrer Regie.
Wünschen wir dem Demo-Dauerbrenner alles Gute auf dem weiteren Weg.

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