25 Jahre Friedensverein

„25 Jahre Aktionskreis für Frieden e.V.“

Sehr geehrte Gäste, liebe Friedensfreundinnen und –freunde,

schön, dass Ihr/Sie mit uns 25 Jahre Aktionskreis für den Frieden e.V. feiern wollen.
Dazu begrüße ich:
Reinhard Müller, Geschäftsführer der Parität Thüringen und Vorsitzender der Liga der Freien Wohlfahrtspflege Thüringen;
Nadine Oertel von der Erfurter Tourismus und Marketing GmbH;
Renate Licht, Vorsitzende des DGB Thüringen;
Wolfgang Musigmann, Frau Lützgendorf, Hanne Adams, Offene Arbeit des Ev. Kirchenkreises
Regina Goldstein, Jüdische Landesgemeinde Thüringen;
Silke Dokter, Literaturkreis Frauenzentrum Erfurt;
Bernd Löffler, Rosa-Luxemburg-Stiftung;
Josef Metze, ThVVN-BdA;
Sehr willkommen sind uns auch die Politikerinnen und Politiker:
André Blechschmidt und Karola Stange, beide MdL der Fraktion DIE LINKE;
Karin Hübeler, CDU-Senioren;
Rosemarie Bechthum, langjährige Stadträtin der SPD;
Karin Landherr, Stadträtin, DIE LINKE;
Rüdiger Bender, Stadtrat, Bündnis 90/Die Grünen, Dozent an der Uni Erfurt und Vorsitzender des Fördervereins Topf & Söhne;
Ehrenmitglied Pfarrer i. R. Karl Metzner.
Weiter begrüße ich:
Vertreterinnen und Vertreter der Thüringer Friedenskoordination:
Elisabeth Pfestorf, Suhl, Ingrid Reinhard, Gotha, Sigurd Hoppe, Eisenach, Margot Beck, Waltershausen, Heidrun und Stanislav Sedlaček, Weimar (entschuldigt);
Fee und Vanessa Gamrad, Elxleben (entschuldigt).
Ihr seid/Sie sind bei uns alle gern gesehen.

Wir erheben uns nun zu einer Gedenkminute für Jochen Peters, einem aktiven Friedensarbeiter aus Suhl, der kürzlich verstorben ist.

Wo fange ich an?

Viele rätseln, wie 70+65+25 zu verstehen wäre. Jetzt kommt die Auflösung: Die 70 gehört zu mir.
Als ich 1945 in einem Hilfslazarett geboren wurde, lag die Welt in tiefer Eiszeit. Auf einer Geburts-Gratulationskarte stand: „Mein Mann ist zur Ausbildung in Kassel. Ich hoffe, dass er den Angriff vom letzten Montag gut überstanden hat.“
Die „Gustloff“ riss in der Nacht vom 30. zum 31. Januar 1945 rund 9300 Menschen in den Tod. Zwei weitere Schiffe wurden versenkt und 11000 Menschen ertranken.
Auch Erfurt hatte am Kriegsende eine schwere Bilanz zu verzeichnen. 5000 Soldaten aus Erfurt waren gefallen, rund 1600 zivile Opfer der Luftangriffe wurden gezählt. 11000 Tonnen Bombenlast zerstörten ca. 9000 Wohnungen.


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Aber es ging aufwärts. Als ich 1951 eingeschult wurde, gab es je Kind eine Tafel Schokolade. Ich konnte meinen Lieblingsberuf als Werbegestalterin ergreifen und habe den besten aller Männer geheiratet. Onkel Herbert, der Ostpreuße, siedelte sich im Ostseebad Rerik an und unser Urlaub war zehn Jahre lang gesichert. Also war das Glück auf meiner Seite.

Karin Schrappe startete 1950, schon mitten im Frieden. In der HO gab es freie Lebensmittel zu kaufen, fast schon ein Hauch von Luxus. Es gab preisgünstige Ferienlager und FDGB-Heime. Über die Welt der Prärieindianer konnte Karin in wunderschönen Büchern des neu gegründeten Kinderbuchverlages Berlin nachlesen. Wenn Circus Busch durchs Land zog, hüpften die Kinder durch die Tierschau. Der Circus hatte damals den modernsten Aluminiumbau der Welt.
Ernste Momente waren es, als 1951 Raymonde Dien sich vor einen Waffenzug legte, der für Korea bestimmt war. Das Mädchen Nisso zog in den Koreakrieg.
Unter vollen Segeln lief die „Pamir“ zu ihrer Todesfahrt aus. Es waren auch die Wassertanks mit Getreide gefüllt worden, das verursachte eine Schieflage und damit den Untergang.
Am 05.10.1957 umkreiste der sowjetische „Sputnik“ die Erde. Juri Gagarin, Valentina Tereschkowa, Siegmund Jähn, Neil Armstrong und viele weitere Kosmonauten/Astronauten folgten.
Karin wird selbst noch etwas zu ihrem Leben sagen.

Ein politisches Ereignis möchte ich noch erwähnen: die Stalin-Note vom 10.03.1952. Sie enthielt den Vorschlag gesamtdeutscher freier Wahlen, um bei militärischer Neutralität ein wiedervereinigtes Gesamtdeutschland zu schaffen. Die NATO und die USA hatten aber schon auf den Kalten Krieg gesetzt.
Politik nimmt selten Rücksicht auf das Glück und die Wünsche des Volkes. Wäre es zu einem Deutschland gekommen, gäbe es unseren Verein nicht; denn er entstand mit dem ersten Golfkrieg 1990. Was die wenigsten erwartet hatten, NATO und USA starteten einen Krieg nach dem anderen. Ohne Absicherung durch das Völkerrecht, was sie jetzt aber Russland permanent ankreiden.

Die Kriege im Einzelnen:

1990 Golfkrieg, im US-Senat behauptete eine Frau, es würden Babys aus Inkubatoren geworfen. Einer der verlogenen Kriegsgründe. Hier zu Lande stellt man sich die Frage: „Ob ich einen Golf krieg?“

1999 Jugoslawien-Krieg. Mit dem Zerfall des jugoslawischen Staates und der späteren Herauslösung des Kosovo aus dem serbischen Staatsgebiet wurden soziale Not und Flüchtlingsströme erzeugt. Heute stehen die Kosovaren als Flüchtlinge vor unserer Haustür, weil dieses kleine Land ohne das Mutterland nichts bietet.

2001 Beginn des Afghanistan-Krieges. Eine unendliche und superteure militärische Aktion begann. Das Land steht nach 150 Jahren permanenter Kriege von Engländern, Franzosen, Amerikanern und jetzt dem NATO-Bündnis vor dem Kollaps, mit dem Ergebnis, dass die künstlich erzeugten Kriegsflüchtlinge versorgt werden müssen.

2003 Irak-Krieg, weil es angeblich Massenvernichtungsmittel dort gab. Und wieder kommen die Kriegsgeschädigten nach Europa.
Im Anschluss Kriege in Nordafrika. In afrikanischen Staaten gibt es riesige unterirdische Wasservorräte. Unter Koordinierung durch Libyen sollten sie in ganz Afrika zur Bewässerung von Wüstengebieten genutzt werden. Aber doch nicht ohne die USA! Sie wollten bestimmen, wer Wasser bekommt. Also gab es Krieg mit Libyen, auch mit Syrien und Feindschaft zum Iran. Stets mit Verspottung und Beschimpfung des Islam.
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Die schlimmen Ergebnisse stehen jetzt vor Europas Türen. Unrecht kehrt immer nach Hause zurück.

2013/14/15 Ukraine-Konflikt:
Gegen die Zusicherung an Gorbatschow wurden die Länder Osteuropas einschließlich dem Baltikum NATO-Gebiet. Es fehlte noch die Ukraine, um den Bedrohungsring gegenüber Russland zu schließen. Die USA hatten der Ukraine große Geldsummen zugewendet, weil sie an den Grenzen ihres Landes Drohnenstationen aufbauen wollten. Die Ost-Ukraine spielte nicht mit – also Krieg. In Kiew sind englische Militärs als Berater stationiert, US-Geheimdienste sind in der Ost-Ukraine unterwegs. Aber für Westeuropa heißt der Feind Russland. Ein globaler Krieg ist durch die permanente Verfälschung der Tatsachen denkbar.

Was hatten wir dem entgegen zu setzen?
- Bildung und Aufklärung durch Projektarbeit.
- Sich für Schwerpunkte einsetzen. „Erfurt, Stadt des Friedens“ – da ist Bundeswehr-Werbung
fehl am Platze.
- Gemeinsam mit dem „Bündnis für soziale Gerechtigkeit und gegen Rechtsextremismus“ die
Donnerstags-Demos auf dem Erfurter Anger als Daueraktionen auch nach dem 25. Jahr
weiterführen.
- Die Ausstellungsarbeit wurde trotz aller finanziellen Schwierigkeiten fortgeführt: zur
jüdischen Kultur und Geschichte, zum Luther-Zyklus, zu 30 Jahren Ökumenische
Friedensdekade, über die Bausteine für einen gerechten Frieden zwischen Israel und
Palästina, über das Leben der nordamerikanischen Indianer in den Reservaten, über
Hiroshima und Nagasaki.
- Wir waren gegen Krieg, Repression und Rassismus. Kurz, wir traten mit unseren Mitteln
und Möglichkeiten für Frieden und Menschenrechte ein.
- Ganz kurz erwähnt seien noch unsere Einsätze für die „Straße der Menschenrechte und der
Demokratie“, die Interkulturelle Woche, den Ostermarsch, der jetzt wieder ganz aktuell ist,
den Weltfriedenstag.

Es gäbe noch viel zu sagen, zur Zusammenarbeit und Netzwerkarbeit, z. B. mit der Offenen Arbeit des Ev. Kirchenkreises. Hier sei Hanne Adams genannt, mit dem Bundesausschuss Friedensratschlag Kassel, die Friedenskoordination Bonn, aber auch mit vielen Ämtern der Stadt Erfurt, der Parität und der Thüringer Friedenskoordination. Wir pflegen eine Tradition mit der Volkskundlichen Beratungs- und Informationsstelle, Frau Dr. Gudrun Braune. Es gibt geistigen Austausch mit Schriftstellern, unter anderen mit Rainer Hohberg, Dr. Sylvia Weigelt, Werner Voigt.
Wir möchten an dieser Stelle auch unseren langjährigen Berater Dr. Peter Strutynski grüßen und ihm gute Besserung wünschen.
Hier möchte ich abschließen, damit es noch Gespräche geben kann und Fragen beantwortet werden können.

Vielen Dank!
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