Barrierefreiheit schaffen

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Erfurt: Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit | Der Beauftragte für Menschen mit Behinderungen setzt sich für eine behindertenfreundliche Zukunft ein

In einer ausweglosen Situation befand sich das Ehepaar Rad (Name geändert) vor einigen Jahren in Schmalkalden: Nachdem der Treppenlift des Hauses, der aufgrund der Beinprothesen des Mannes unverzichtbar war, irreparabel wurde, suchte das Paar finanzielle Hilfe beim Sozialamt, um den Lift erneuern zu lassen. Unterstützung erfuhren sie durch das Sozialamt jedoch nicht und blieben mit ihrem Problem allein.

Menschen mit Behinderungen haben es im Alltagsleben schwerer, nicht zuletzt, weil ihnen dort immer wieder Hindernisse begegnen, die sie selbst nicht bewältigen können- Wenn öffentliche Gebäude nicht mit einem Rollstuhl erreicht werden können oder finanzielle Hilfe benötigt wird.
Um ihnen daher einen Ansprechpartner und Hilfe zur Bewältigung bestehender Barrieren zu bieten, wurde im August 2004 das Amt des Thüringer Beauftragten für Menschen mit Behinderungen geschaffen. Der Beauftragte, Dr. Brockhausen, stellt sich seit fast sieben Jahren mit Herz und als selbst Betroffener mit besonderem Verständnis, gemeinsam mit anderen Betroffenen den aufkommenden Hindernissen. So auch der fehlenden Gleichberechtigung Behinderter in der Gesellschaft, der 2005 durch das „ThürGIG“- dem Thüringer Gesetz zur Gleichstellung und Verbesserung der Integration von Menschen mit Behinderungen- entgegengewirkt wurde. Seit dem sind Behörden in Thüringen verpflichtet, Benachteiligungen von behinderten Menschen abzubauen und Maßnahmen zur Verbesserung zu ergreifen. Diesbezüglich wird zukünftig beabsichtigt, vorbildliche Firmen der Öffentlichkeit aufzuzeigen, die Barrieren einreißen und behinderten Menschen dieselbe Chance auf einen Arbeitsplatz gewähren wie allen anderen. Dadurch soll die Motivation anderer Betriebe geweckt werden, dem guten Beispiel zu folgen.

Im Vordergrund stehen das öffentliche und politische Engagement, Gesetzgebung und in bestimmten Fällen auch Förderungen. Daneben wird auch auf Einzelfälle eingegangen: Sobald ein betroffener trotz des „ThürGIGs“ keinerlei Hilfe durch Behörden erfährt, schreiten Dr. Brockhausen und seine Mitarbeiter ein und unterstützen in verschiedensten Konfliktsituationen. Daher halfen sie auch Familie Rad aus ihrer ausweglosen Situation: Kommunale Behindertenbeauftragte suchten das Gespräch mit dem Sozialamt, welches letztlich doch die Kosten für einen neuen Treppenlift übernahm.

In über 100 Fällen pro Jahr machen sich Dr. Brockhausen und seine Mitarbeiter für Behinderte stark, die durch den Behördenapparat in komplizierte Situationen gekommen sind, aus der sie selbst keinen Ausweg finden. Aber ganz gleich wie schwierig der kommende Fall auch sein mag, sie werden sich auch in Zukunft mit Herz und Leidenschaft für ein behindertenfreundliches Thüringen einsetzen. Denn: „Wir bewältigen den Behördendschungel und kämpfen gegen die Bürokratie“, so Dr. Brockhausen.

Informationen und Kontakt:

Der Beauftragte für Menschen mit Behinderungen beim Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit
Werner-Seelenbinder-Straße 6
99096 Erfurt

www.thueringen.de/de/bb//
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