Bericht von der Anti-Papst-Demo: Wir hatten einen Heidenspaß!

Plakat zur Demo - Schnappschuß aufgenommen an der Uni Jena
Erfurt: Bahnhof | Erfurt, 23. September 2011:
Das Fliegende Spaghettimonster, dessen Sohn Jesus sein soll (was bisher von keinem Christen widerlegt werden konnte), schwebte gleich in mehreren Inkarnationen über dem Bahnhofsvorplatz. Untrügliches Zeichen, daß sich hier aufgeklärte und der Wissenschaft zugewandte Menschen versammeln.
Dieses Eingangsbild steht sinnbildlich für die Kreativität und Vielfalt einer Demonstration, die bewußt unter dem Motto "Heidenspaß statt Höllenangst" stand: Da dem Glauben verfallene Menschen nur selten Argumenten zugänglich sind (und dann werden sie Kirchenkritiker!), war - neben ernster Kritik an Kirche und Religion - sehr viel Ironie und Sarkasmus zu sehen und zu hören. Die unten stehende Bildserie vermittelt einen kleinen visuellen Eindruck.

Phonetisch stimmte der Demozug immer wieder lautstarke Sprechchöre an: "Hätt' Maria abgetrieben, wär't ihr uns erspart geblieben", "Jesus hat das Kreuz gekriegt, warum nicht auch Benedikt", "Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat", "Sommer, Sonne, schöne Zeiten - für den Atheismus streiten" und weitere.

Vor der Staatskanzlei angekommen, wurde in den Redebeiträgen die menschenverachtende Haltung der Kirche und der mit ihr kollaborierenden Landes- und Bundesregierungen gegeißelt. Es wurden nicht nur die immense Geldverschwendung und die Einschränkungen für die betroffenen Bürger in Zusammenhang mit dem Papstbesuch zum Thema erhoben, sondern auch die Einschüchterungsversuche von Politik und Massenmedien gegen die Kritiker dieses Besuches.
Verdeutlicht wurden Frauenfeindlichkeit, Homophobie, Antisemitismus, die widernatürliche christliche Sexualmoral, Tarif- und Streikrechtsverweigerung, die staatliche Finanzierung der sogenannten kirchlichen charitativen Einrichtungen und die erschreckende Nähe der katholischen Kirche zu rechtem Gedankengut.
Die fehlende Trennung von Kirche und Staat in Thüringen bzw. in Deutschland führt zur Verquickung staatlicher mit kirchlichen Aufgaben (Religionsunterricht, Militärseelsorge, ...), die nicht-religiöse Menschen gegen deren erklärten Willen vereinnahmt und einer staatlichen Neutralitätspflicht gegenüber Andersdenken widerspricht.

Wissenswert übrigens auch, daß es Journalisten gibt, die nicht mit Zahlen umzugehen vermögen: Obwohl zwischen 1200 und 1500 Menschen an der Demo teilnahmen, wie sich durch umfangreiches Bild- und Videomaterial leicht belegen läßt, wurde beispielsweise in der TLZ nur von 500 geschrieben.
Großartig dagegen die Tatsache, daß die Demo für lediglich 250 Teilnehmer angemeldet war, schließlich aber auf Grund der vielfachen Teilnehmerzahl nicht wie geplant bis zum Erfurter Wenigemarkt führen durfte, weil der einfach zu klein dafür war! Demoverlaufsänderung wegen übergroßer positiver Resonanz, klasse!

Weiterführende Links:
Guter Videobericht (3:21 min)
Demo-Blog (mit weiteren Bildern)
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