Dem Frieden tun die Füße weh

... könnte das Motto zur diesjährigen Ostermarsch-Kundgebung heißen; denn die Stadt ist gerade dabei, sich in eine militärische Festung zu verwandeln. Ja, Sicherheit ist gefragt für die Länder Europas, aber längst ist die NATO und damit die Bundeswehr ein Kriegsbündnis, das überall mitmischt.
Die Stadtwerke spendieren Porzellan, das ist symbolisch, denn damit wird dann künftig der gute Ruf der Stadt zerdeppert. Wir sind der älteste Thüringer Friedens- und Sozialverein, der sich für Frieden in den Familien und Strukturen der Stadt Erfurt einsetzt. In den vergangenen Jahren haben wir, wie andere Vereine auch, bei den Stadtwerken Anträge auf finanzielle Unterstützung unserer Projekte gestellt. Uns war vor allem die Förderung unseres jüdischen Projektes wichtig. Im vergangenen Jahr stand auf der Ablehnung: „Wir haben weniger Geld zur Verfügung und können deshalb nicht jeden fördern.“ Meine 23-jährige Sozialarbeit in und für diese Stadt ist bekannt. Ich fühle mich persönlich durch die Stadtwerke herabgestuft und nun, koste es, was es wolle, ist für die Kriegskorvette Erfurt Geld da, für „lustige“ Geschenke. Deutschland ist der drittgrößte Waffenlieferant und liefert auch in Konflikt- und Krisengebiete des Nahen Ostens. Schiffe, Panzer und Drohnen der Bundeswehr sind für den militärischen Zugriff im Einsatz. So, wie die Kriegs- und Krisensituation ist, kann das jederzeit sein. Da zu hoffen, dass die Kriegskorvette Erfurt nur in friedlichen Gewässern herum schippert, ist wohl mehr als naiv. Wir sollten an das Jahr 1945 denken, wo jeder Einzelne die Kriegsergebnisse sehr unangenehm zu spüren bekam! Auch Erfurt wurde nicht verschont. Jährlich erinnert die internationale Nagelkreuzgemeinde an die Kriegsopfer und ruft zu Frieden und Versöhnung auf. Diese Bewegung geht von der Kathedrale von Coventry aus, die durch deutsche Bomben zerstört wurde. Die beständige Versöhnungsarbeit in diesem Sinne bringt Erfurt einen Gewinn. Was für einen Gewinn erwarten wir von der Kriegskorvette Erfurt? Erfurt, in aller Munde als „town pro wars“?
Ich bin persönlich sehr enttäuscht. Eigentlich sollte man Erfurt die Ehrung als „Stadt des Friedens“ öffentlich aberkennen. Erfurt und seine zunehmende Militarisierung wird ein Redeschwerpunkt zum Ostermarsch sein. Die Kundgebung findet Gründonnerstag, 28.03.13, 17 Uhr auf dem Erfurter Anger statt. Das Motto lautet: „Zukunft braucht Frieden – Schluss mit der Kriegspolitik.“
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