Der Ausbildungsmarkt im Juli

Halbe Bewerberzahl – doppelte Chancen für die Jugendlichen
•4 Prozent weniger Bewerber als vor einem Jahr
•14 Prozent mehr betriebliche Ausbildungsstellen
•Chancen waren noch nie so gut: 100 unversorgten Bewerber stehen 133 freie Ausbildungsstellen gegenüber

„Die Chancen der Jugendlichen auf dem Ausbildungsmarkt haben sich innerhalb von vier Jahren verdoppelt. Während die Anzahl der Ausbildungsstellenangebote unverändert hoch ist, hat sich die Bewerberzahl seit 2007 halbiert“, sagt Klaus Meyer, Mitglied der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Erfurt, zum Ausbildungsmarkt in Mittelthüringen.
2.555 Bewerber waren im Juli in Mittelthüringen – Erfurt, Weimar, Weimarer Land, Nördlicher Ilm-Kreis und Landkreis Sömmerda – auf Ausbildungssuche. Das sind etwas weniger (-4 Prozent) als im vergangenen Jahr. Ihnen standen 2.657 betriebliche Ausbildungsstellen gegenüber. Verglichen mit 2010 meldeten Unternehmen 14 Prozent mehr Ausbildungsplätze. Aktuell kommen rein rechnerisch auf 100 Jugendliche 107 Ausbildungsplätze. Vor vier Jahren waren es noch 100 zu 54.
Schaut man nur auf die noch freien Stellen und die noch unversorgten Bewerber, so liegt das Verhältnis bei 133 freien Ausbildungsplätzen für 100 Bewerber (2007: 67 zu 100).
71 Prozent aller Bewerber hatte im Juli ihren Ausbildungsvertrag sicher oder eine Alternative. Vor vier Jahren waren es 65 Prozent.

Verglichen mit 2007 bringen die Jugendlichen höhere Schulabschlüsse für die Ausbildungsplatzsuche mit. Waren 2007 noch 7 Prozent ohne Hauptschulabschluss, so sind dies heute lediglich 2 Prozent. 23 Prozent bewerben sich mit (Fach-)Hochschulreife. Hier lag der Anteil 2007 noch bei 18 Prozent. „Das liegt darin, dass die Jugendlichen häufiger weiterführende Schulen besuchen. Vor vier Jahren absolvierten drei Viertel aller Ausbildungsbewerber unmittelbar vorher eine allgemeinbildende Schule, heute sind es nur noch 62 Prozent“, sagt Meyer. Der Anteil der Bewerber, die eine berufsbildende Schule absolvierten, stieg von 21 auf 30 Prozent. Deutlich gesunken ist in den letzten vier Jahren die Zahl der Ausbildungsplatzbewerber mit Schwerbehinderung. Leicht gestiegen auf einen Anteil von 2 Prozent ist die Zahl der ausländischen Bewerber.

Die 2.736 Ausbildungsstellen wurden der Arbeitsagentur und den Jobcentern fast ausschließlich von regionalen Unternehmen gemeldet. Unternehmen suchen mit deutlichem Abstand am meisten Nachwuchs in der Fertigung/Rohstoffgewinnung (841 Ausbildungsstellen). Hier sind noch über 300 Stellen frei. Der Bedarf ist innerhalb eines Jahres um 11 Prozent gestiegen. Gleichzeitig sank die Zahl der interessierten Jugendlichen um 5 Prozent. 727 Bewerber streben in diesem Bereich eine Ausbildung an. 189 haben bislang noch keinen Ausbildungsvertrag. Die Unternehmen suchen vor allem Nachwuchs in Metall- und Elektroberufen. Hier stehen 471 Ausbildungsstellen ca. 420 Bewerber gegenüber. Frei sind noch über 160 Stellen. Die besten Chancen bestehen derzeit noch in Berufen der Werkzeug- und Energietechnik. An zweiter Stelle steht die Nachfrage nach Köchen, gefolgt von Ausbildungsberufen in der Lebensmittelherstellung. Hier sind noch 46 Stellen frei (8 unversorgte Bewerber).
Im Handel/Vertrieb und kaufmännischen Bereich meldeten Unternehmen 674 Ausbildungsplätze, darunter 339 im Verkauf sowie 216 in der Gastronomie/Hotellerie. Der Bedarf an Nachwuchs stieg innerhalb eines Jahres um 14 Prozent, während die Zahl der Bewerber um 7 Prozent sank. 572 Jugendliche suchen eine Ausbildung in der Branche. Im Verkauf sind noch 164 Stellen frei. Im Hotel- und Gaststättenbereich sind im Juli noch 83 Ausbildungsstellen unbesetzt. Damit stehen jedem unversorgten Bewerber noch 2 freie Lehrstellen gegenüber.
Im Bereich Unternehmensorganisation/Verwaltung sowie Buchhaltung/Recht ist der Ausbildungsmarkt ausgeglichen: 435 Stellen stehen 417 Bewerber gegenüber. Gute Chancen haben Jugendliche, die sich für eine Ausbildung im Steuerbüro oder beim Rechtsanwalt interessieren.
Gute Chancen für Jugendliche gibt es auch in der Logistikbranche inkl. Schutz- und Sicherheitsgewerbe (221 Ausbildungsstellen, 162 Bewerber) sowie im Bereich Architektur/Bau und Gebäudetechnik (186:163). Hier haben angehende Hochbauer und Sanitär-, Heizungs- und Klimatechniker viele Ausbildungsstellen zur Wahl.
Anders sieht es im Bereich Gesundheit/Soziales, Lehre und Erziehung aus. Für 193 Jugendliche gibt es 171 Ausbildungsplätze. Vor allem in der Hauswirtschaft und bei Arzthelfern sind weniger Ausbildungsplätze als Bewerber gemeldet. So auch in der Land- und Forstwirtschaft: 75 Stellen für 141 Jugendliche. Für junge Menschen, die sich im Gartenbau und in der Floristik ausbilden lassen wollen, gibt es nur wenige Stellen in Mittelthüringen. In der Land- und Tierwirtschaft stehen die Chancen schon besser. Und auch im kulturellen und gestalterischen Bereich gibt es einen Bewerberüberhang: 54 Stellen für 91 Jugendliche. Während in der Werbung und im Marketing noch offene Stellen sind, herrscht in der Raumausstattung und Veranstaltungstechnik Mangel an Ausbildungsplätzen.


In der Landeshauptstadt kennen bereits sieben von zehn Jugendlichen ihren beruflichen Weg
In der Landeshauptstadt Erfurt waren im Juli 1.137 Jugendliche auf Ausbildungssuche. Das sind 5 Prozent weniger als vor einem Jahr. 70 Prozent aller Bewerber haben bereits ihre Ausbildung sicher oder kennen den beruflichen Weg. „Im Juli sind in der Landeshauptstadt noch fast 400 Ausbildungsstellen unbesetzt. Sollte ein Ausbildungsvertrag wider Erwarten nicht zustande kommen, so lohnt der schnelle Kontakt zum Berufsberater“, sagt Kaus Meyer, Mitglied der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Erfurt. In der Landeshauptstadt meldeten Unternehmen 1.303 Ausbildungsstellen, 12 Prozent (+ 143) mehr als vor einem Jahr.

In allen Ausbildungsrichtungen stehen im Juli 342 unversorgten Bewerbern noch 389 freie Ausbildungsstellen gegenüber (1,2 Stellen pro Bewerber). Die Chancen variieren je nach Branche: in der Fertigung/Rohstoffgewinnung sind die meisten Ausbildungsplätze in Metall- und Elektroberufen sowie in der Lebensmittelherstellung und –verarbeitung frei. Sehr gute Chancen haben Jugendliche, die eine Ausbildung in der Sanitär-/Heizungs- und Klimatechnik oder in der Lager-/Logistikbranche anstreben. Und auch in den Verkaufs-, Handels- sowie Hotel- und Gaststättenberufen gibt es mehr Stellen als Ausbildungssuchende. Auch wer sich für eine Ausbildung im Bereich Steuer- oder Rechtsberatung interessiert, hat verschiedene Ausbildungsunternehmen zur Wahl.
Doch es gibt auch Berufe, in denen es weniger Ausbildungsstellen als Bewerber gibt: im Gartenbau und in der Floristik und bei technischen Mediengestaltern.

In der Landeshauptstadt sind nur knapp 2 Prozent der Bewerber ganz ohne Schulabschluss auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Fast jeder Zweite bringt einen Realschulabschluss mit. 27 Prozent der Jugendlichen bewerben sich mit (Fach-)Hochschulreife.

Noch über 150 freie Ausbildungsplätze im Landkreis Sömmerda
Im Landkreis Sömmerda waren 367 Bewerber auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz, 10 Prozent weniger als vor einem Jahr. 67 Prozent der Bewerber haben den Ausbildungsvertrag oder eine Alternative bereits sicher.
Die Zahl der Ausbildungsstellen ist verglichen mit 2010 deutlich gestiegen. 339 Stellen meldeten Unternehmen, davon sind 152 noch unbesetzt. „Die Unternehmen haben uns dieses Jahr deutlich mehr Stellen gemeldet. Damit steigen die Chancen im Landkreis die gewünschte Ausbildung zu beginnen deutlich. Vor allem betrifft dies Metall- und Elektroberufe, bei denen auch im Juli noch viele Ausbildungsstellen frei sind“, sagt Ralf Neuland, Leiter der Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit in Sömmerda. Auch für angehende Hochbauer, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechniker und in der Lebensmittelherstellung gibt es noch freie Ausbildungsmöglichkeiten.
In anderen Berufen gibt es im Landkreis weniger Stellen als Bewerber: im Hotel- und Gaststättenbereich, in der Land- und Tierwirtschaft sowie im Büro und medizinischen Bereich.
Ein Vergleich mit dem vergangenen Jahr zeigt: Während der Bedarf der Unternehmen an Azubis in der Fertigung um fast ein Viertel gestiegen ist, hat das Interesse der jungen Menschen an Metall-, Elektro- und Kunststoffberufen um ein Viertel abgenommen.

Im Landkreis sind nur knapp 2 Prozent der Bewerber ganz ohne Schulabschluss auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. 54 Prozent der Jugendlichen bringen einen Realschulabschluss mit. 19 Prozent der Jugendlichen bewerben sich mit (Fach-)Hochschulreife.

71 Prozent der Bewerber haben bereits einen Ausbildungsvertrag im nördlichen Ilm-Kreis
Im nördlichen Ilm-Kreis suchen 354 Jugendliche eine Ausbildungsstelle, das sind ungefähr genauso viele wie vor einem Jahr. 71 Prozent haben bereits einen Ausbildungsvertrag oder eine Alternative. Die Unternehmen der Region meldeten 291 Stellen, davon sind noch 124 unbesetzt. „In diesem Jahr melden uns Unternehmen ein Drittel mehr Ausbildungsstellen. Besonders hoch ist die Nachfrage nach Azubis in Metall-, Elektroberufen und in der Lebensmittelindustrie“, sagt Martina Lang, Leiterin der Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit in Arnstadt. Deutlich zugenommen haben auch die Ausbildungsangebote im Lager-/Logistikbereich sowie in Verkaufsberufen. Freie Ausbildungsstellen gibt es darüber hinaus auch noch in der Land- und Tierwirtschaft.
In Büro- und Dienstleistungsberufen sind im Landkreis weniger Stellen als Bewerber gemeldet: So gibt es z. B. in Büroberufen, im Verkauf und sozialen Bereich einen Stellenmangel.

Im nördlichen Ilm-Kreis sind nur knapp 3 Prozent der Bewerber ganz ohne Schulabschluss auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. 55 Prozent der Jugendlichen bringen einen Realschulabschluss mit. 17 Prozent der Jugendlichen bewerben sich mit (Fach-)Hochschulreife.

72 Prozent der Jugendlichen in Weimar und im Kreis Weimarer Land haben ihren Ausbildungsvertrag oder eine Alternative sicher
In Weimar und im Kreis Weimarer Land waren 697 Jugendliche auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Das sind etwas weniger als vor einem Jahr. 72 Prozent der Jugendlichen haben die Berufsberatung bereits über den unterschriebenen Ausbildungsvertrag oder eine Alternative informiert. „Es sind im Juli noch 335 Ausbildungsplätze frei. Die meisten Stellen gibt es im Metall- und Elektrobereich und in Hotels und Gaststätten“, sagt Wolfgang Lepper, Leiter der Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit in Weimar.
Unternehmen meldeten in Stadt und im Landkreis 724 Ausbildungsstellen, 31 mehr als vor einem Jahr. Damit stehen rein rechnerisch 100 Bewerber 107 Ausbildungsstellen gegenüber. Bei einer Analyse der noch freien Stellen und der unversorgten Bewerber, liegt das Verhältnis bei 174 freien Ausbildungsplätzen für 100 Bewerber.
Die Unternehmen suchen neben Metall- und Elektroberufen vor allem Nachwuchs in der Lebensmittelherstellung und in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Die Chancen stehen auch gut auf eine Ausbildung im Handel und in der Land- und Tierwirtschaft. Doch es gibt auch Berufe, in denen es mehr Bewerber als Ausbildungsplatzangebote gibt. Dazu gehören die sozialen Berufe.

In der Stadt und im Landkreis sind nur 2 Prozent der Bewerber ganz ohne Schulabschluss auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. 50 Prozent der Jugendlichen bringen einen Realschulabschluss mit. 22 Prozent der Jugendlichen bewerben sich mit (Fach-)Hochschulreife.
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