„Der Lack ist ab“

Im Tiergehege am Stausee Hohenfelden leben 20 erwachsene Wildschweine, Damhirsche und Mufflons. Außerdem gibt es Fasane und Hühner.
 
Forstamtsleiter Dr. Chris Freise
Ohne Geld und Träger sieht Forstamtsleiter Dr. Chris Freise für das Tiergehege am Stausee Hohenfelden schwarz.





"Wir wollen das Tiergehege Hohenfelden nicht platt machen, sondern eine Lösung finden."
Dr. Chris Freise, Forstamtsleiter









Eine ganze Generation verbindet mit dem Besuch des Stausees und des Campingplatzes in Hohenfelden auch Erinnerungen an das angrenzende Wildgehege. Es entstand Anfang der 70er-Jahre mit dem Bau des Naherholungsareals. Doch es ist in die Jahre gekommen. "Der Lack ist ab", sagt Forstamtsleiter Dr. Chris Freise.

Quasi über Nacht wurde die Forstverwaltung 2003 Eigentümer der Fläche mit samt den dort lebenden Wildtieren wie Damhirsch und Mufflons. Seither lasten die Kosten auf dem Freistaat. Und die belaufen sich auf 45 000 bis 50 000 Euro pro Jahr: Futter, Transporte, Kleinreparaturen, Tierarzt und eine Tierpflegerin in halber Stelle.

„Das Tiergehege zeichnet sich durch einen hohen Zuspruch aus.“
Dr. Chris Freise, Forstamtsleiter


Das ist aber noch nicht alles. Für die Anzahl der Tiere ist das in den Jahrzehnten heruntergekommen Gehege zu klein. Der Boden ist verkeimt und entspricht nicht den natürlichen Anforderungen der Bewohner. Und die Zaunanlage, mit viel zu engen Maschen, strahlt ein DDR-Flair "Marke Eigenbau" aus. Da kommt einiges an Sanierungsstau ans Tageslicht. Die Kosten beziffert Forstamtschef Dr. Freise auf bis zu 150 000 Euro.

Alle Versuche, in den vergangenen Jahren Lösungen zu finden, sind bisher gescheitert. So konnte auch der von den umliegenden Gemeinden, dem Kletterwald und der Jägerschaft angestrebte Förderverein nie seine Arbeit aufnehmen.

Die Lage ist verzwickt: "Jeder will, dass das Tiergehege erhalten bleibt, doch keiner hat Geld", formuliert es Dr. Freise. Dabei würde sich die Stadt Kranichfeld einbringen. "Der Stadtrat hat eine Mithilfe in einer Trägergesellschaft oder in einem Verein bestätigt", sagt Bürgermeister Wolf- Ludger Schlotzhauer. Das könnte ein Schritt zur Unterstützung des zukünftigen Betreibers sein.

Das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz forciert seit November eine Lösung zur Zukunft des Tiergeheges. Mit zwei potenziellen Interessenten werden in den nächsten Wochen Gespräche geführt. "Wir brauchen jemanden mit breiten Schultern", sagt Forstamtsleiter Dr. Freise. "Doch der Betreiber müsste Idealist und sehr tierlieb sein, denn die Anlage wird nie wirtschaftlich sein. Ein Träger und Geld müssen her oder alles hat einmal ein Ende." Das würde heißen: "geordneter Rückbau, was ich nicht hoffe", sagt Freise.

„Der Freistaat ist beim Ausbau des Tourismus in der Verantwortung.“
Wolf-Ludger Schlotzhauer, Bürgermeister Kranichfeld


Eine Schließung können sich Tiergehege-Befürworter nicht vorstellen. Denn Bürgermeister Schlotzhauer und viele andere sehen beim Erhalt der Anlage auch das Land und den Forstbetrieb als Mitglied in einer Trägergesellschaft in der Verantwortung. Dadurch könnte einem Betreiber der Weg für einen Neuanfang geebnet werden.


Hintergrund
• Das Tiergehege nahe des Stausees Hohenfelden umfasst zwei Hektar.
• Hier leben 20 erwachsene Wildschweine, Damhirsche und Mufflons. Außerdem gibt es Fasane und Hühner.
• Der Entritt ist frei.
• Futtermais kann vor Ort gegen eine Spende einer Box entnommen werden.
• Die Tiere, an Publikum gewöhnt, können leicht beobachtet werden.
• Futterspenden können abgegeben werden.
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5 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 16.03.2011 | 21:09  
Thomas Gräser aus Erfurt | 17.03.2011 | 09:06  
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Hannelore Grünler aus Artern | 18.03.2011 | 03:58  
Thomas Gräser aus Erfurt | 18.03.2011 | 09:26  
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Hannelore Grünler aus Artern | 18.03.2011 | 22:21  
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