Der Neubau der Pappelstiegbrücke muss kommen!

Behelfsbrücke am Pappelstieg
Im November 2008 wurde die alte Pappelstiegbrücke aus DDR-Zeiten wegen irreparabler Schäden abgerissen. Wäre es damals nach dem Willen der Stadtverwaltung gegangen, hätte es überhaupt keinen Ersatz dafür geben sollen. Die Bürger könnten auch mal ein paar Schritte laufen, wenn sie über die Gera wollen.

Der Stadtrat im CDU-Ortsverband „Am Nordpark“, Andreas Huck, brachte im Auftrag seiner Fraktion in die zu diesem Zeitpunkt stattfindende Haushaltsdebatte den Antrag ein, die für eine sofortige Notlösung notwendigen Mittel im Haushalt 2009 einzustellen. Dieser Antrag wurde im Erfurter Rat mit großer Mehrheit angenommen.

Weiterhin sammelte der Bürgerbeirat Ilversgehofen 800 Unterschriften für eine schnelle Lösung, woraufhin die Stadt 2009 mit den eingestellten Haushaltsmitteln ein vorübergehendes Provisorium installierte.

Dieses Provisorium hat aber so seine Tücken:

Da ist zunächst die fehlende Barrierefreiheit. 22 Stufen muss jeder überwinden, der vom Studentenrasen die Straßenbahnhaltestelle Klinikum erreichen will. Menschen mit Handicap, Mütter/Väter mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer scheitern zwangsläufig.

Hinzu kommt der stählerne Bodenbelag der Brücke, der schon bei ersten Minusgraden schnell vereist. Die aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Fluss ist dafür verantwortlich. Die Gefahr war in den letzten Wintern so akut, dass die Brücke bei ungünstiger Witterung tage- und wochenlang gesperrt werden musste.

Dann das Hochwasser. Steigt der Pegelstand des Flusses bei Schneeschmelze, muss das Provisorium dichtgemacht werden; es liegt zu tief.

Schlussendlich die Kosten. Die Brücke wurde von einem privaten Eigentümer gemietet, der hierfür ca. 2.000 EUR erhält. Monat für Monat. Darüber hinaus trägt die Stadt die beträchtlichen Wartungs- und Inspektionskosten der Überquerung allein.

So versprach der Oberbürgermeister im Juni 2009 bei der Einweihung der Behelfsbrücke vor Ort dann auch, dieses Provisorium schnell, jedoch bis spätestens Ende 2010, durch einen Neubau zu ersetzen.

Passiert ist nichts.

Im Frühjahr 2011 griff der Ortsverband der CDU „Am Nordpark“ das Thema daher erneut auf und brachte Bewegung in den Stillstand. In der Mitgliederversammlung im Mai 2011 stellte der Ortsverband der Öffentlichkeit die in Betracht kommenden baulichen Varianten für einen Neubau vor.

Auf dem Magdeburger-Allee-Fest 2011 sammelten die Vorstände des Ortsverbandes dann noch einmal fast 700 Unterschriften für den dringend erforderlichen Neubau und übergaben diese Willensbekundungen der Bürgerinnen und Bürger dem Oberbürgermeister.

Gleichzeitig kümmerte sich der Ortsverband auch um die Frage der Finanzierung.

Für den Neubau bedarf es Landesfördermittel, denn das Stadtsäckel ist leer.

Es gelang dem Ortsverband, einen Termin beim Bauminister Christian Carius zu diesem Thema zu bekommen. Am 15. Juni 2011 empfing der Minister die Delegation des Ortsverbandes im Landtag und sagte zu, einen Neubau zu fördern, wenn die Gesamtkosten des Projekts 1 Mio. EUR nicht überschreiten.

Mit dieser Zusage initiierte der Ortsverband, dass sich der zuständige Bauausschuss der Stadt mit der Überarbeitung der baulichen Varianten befasst und danach entsprechenden Fördermittelantrag beim Ministerium stellt.

Das, was danach passierte, ist im Moment nicht genau zu ergründen. Es kamen Gerüchte auf, die Stadt und das Ministerium schöben sich gegenseitig Verantwortlichkeiten für ein Nichtzustandekommen der Förderung der Pappelstiegbrücke zu.

Damit wollte sich der Ortsverband, so kurz vor dem Ziel, nicht abfinden. Wieder schrieb der Verband, dieses Mal im April 2012, den Minister an und bat um Erläuterung des Sachstandes unter Hinweis auf die herumschwirrenden Gerüchte. Geantwortet hat das Ministerium bisher noch nicht.

Die Brücke muss gebaut werden! Sie ist eine wichtige Verbindung der Bewohner des Quartiers Studentenrasen, Fuchsgrund, Nettelbeckufer zum Klinikum und zur dortigen Straßenbahnhaltestelle. Das aktuelle Provisorium macht die Überquerung des Flusses gerade für besonders schützenswerte Bevölkerungsteile – Bürgerinnen und Bürger, die eben keine Treppen steigen können – praktisch unmöglich. Während der ständigen Gefahrenschließungen im Winter kommt dann überhaupt niemand mehr an dieser Stelle über den Fluss.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
460
Lutz Blobner aus Artern | 17.07.2012 | 11:10  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige