Die Investoren locken: Teil 2: Chance muss am Schopf gepackt werden – Konzentration auf ICE-City Ost

Durch die Via Regia, eine der ältesten und längsten Handelsstraßen zwischen Ostund Westeuropa, erlangte Erfurt einst großes Ansehen. Die Stadt liegt zudem auf dem Kreuzungspunkt mit der nord-südlich verlaufenden Nürnberger Geleitsstraße. Das Erfurter Autobahnkreuz befindet sich heute in unmittelbarer Nähe. Auch im Schienenverkehr wird Erfurt 2017 zu einem wichtigen ICE-Knotenpunkt in Europa, täglich sollen rund 30 000 Menschen mit dem ICE ankommen oder umsteigen. "Die Geschichte kann sich wiederholen. Es liegt an uns, die gebotenen Chancen zu nutzen und mit der Umgestaltung des Bahnhofsviertels diesem Ort ein neues Gesicht zu geben," sagt Marion Walsmann, Sprecherin der Initiative ICE-City, die auch als Chefin der Staatskanzlei eingebunden ist. "Die Fahrgäste werden nicht nur Ein-und Aussteigen, vielen wird auch Zeit für einen kleinen Stadtbummel bleiben."

Ein Vorteil in Erfurt: Der Hauptbahnhof liegt vollständig zentral. Parkplätze in Bahnhofsnähe sind allerdings schwer zu finden - auch die Abstellmöglichkeiten für Fahrräder reichen nicht aus. Außerdem: Wer auf der Bahnhofstraße die ersten Meter Richtung Anger läuft, genießt nicht unbedingt das attraktive Flair, das die Stadt sonst zu bieten hat. Hier soll sich etwas tun. Seit Jahren engagieren sich die Geschäftsleute und Anlieger der Bahnhofstraße in einer Initiative dafür, dass ihr Viertel aufgewertet wird, es sicher und sauber ist. Allerdings geht es nur mühsam voran. Eine bessere und helle Ausleuchtung der Arkaden ist schon ein erster Schritt. Glück hat Erfurt damit, dass sich hier nicht wie in anderen Städten ein Kiez mit entsprechendem Milieu entwickelt hat. Beflügelt vom großen Ziel, das um den Bahnhof herum einmal eine ICE-City entstehen könnte, macht sich die Initiative jetzt dafür stark: "Unser Viertel muss eine interessante Zone werden."

Stadtplaner sehen rund um den Bahnhof eine Riesenchance für neue Büros, Hotels, Wohnungen, Parkhäuser und Kongresscenter. Erste Visionen für eine ICE-City sind greifbar, vier Architekturbüros haben Modelle für die Umgestaltung des Areals östlich des Bahnhofes entworfen. Im Bauamt in der Löberstraße sind sie momentan ausgestellt. "Janus am Promenadendeck" wurde von einer Jury zum Sieger gekürt. Die Architekten möchten mit zwei Hochhäusern rechts und links neben dem Schmidtstedter Knoten ein weithin sichtbares, markantes Zeichen setzen, eingebettet in ein Häuserensemble mit Promenadendeck und einem kleinem Park. Erfurt könnte sich hier "als kleine Großstadt zeigen", die diesen Eindruck schon bei der Ein- und Ausfahrt mit dem Zug hinterlässt. "Die Umsetzung muss mit einem Gesamtkonzept erfolgen, in das die Bahnhofstraße eingebunden ist", sagt die CDU-Politikerin. Detailpläne gibt es noch nicht, klar ist allerdings, dass die Bahn die Grundstücke, die Stadt aber die Planungshoheit und das Land die Fördermittel besitzen.

Geplant war ursprünglich, vorrangig das Gelände westlich des Hauptbahnhofes zu entwickeln. Die Industriebauten müssten hier zwingend einbezogen werden. Allerdings gehören diese einem privaten Investor. Momentan herrscht Stillstand. Deshalb richtet sich die Planung nun gen Osten aus, denn hier ist die Bahn Eigner vieler Flächen. Die Entwicklung der ICE-City Ost lässt viel Raum, sich mit einer Investition mitten in das Zentrum Europas zu katapultieren. Diese Chance soll mit den Plänen befördert werden: Allerdings drängt die Zeit. Die Mitglieder des Interessengemeinschaft rechnen mit einem Prozess von 10 bis 20 Jahren. Deswegen wäre Walsmann froh, "wenn 2017 ein Gebäude steht und sich weithin sichtbar die Baukräne drehen. Um Investoren anzulocken, wird momentan eine Animation zur ICE-City erstellt. Denn mit konkreten Bildern können wir werben."
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