Eine GRÜNE wollte, dass die Bürger in Erfurt SCHWARZ sehen und erhält am Ende die ROTE Karte – Ich liebe die Demokratie - manchmal sogar ein bisschen mehr

 
So geht Entsorgung der Grünabfälle, Frau Hoyer.
Erfurt: Grüncontainer |

Streitobjekt saisonale Grüncontainer in Erfurt - Für eine zu teuer, unpraktisch, ungerecht - Für andere alternativlos, umweltfreundlich, praktisch, bürgernah - Protest aus allen Ecken




Freitagmorgen: Der riesige Grüncontainer steht mit geöffnetem Schlund noch leer auf seinem Standplatz in Erfurt-Waltersleben. Gerademal die Menge von zwei Säcken Laub wirkt verloren in der Ecke des Stahlkolosses. Doch die beiden Flügeltüren laden zum weiteren Befüllen ein.

Samstagnachmittag: Fleißig, fleißig… Da kam aber wieder was zusammen. Und so geht es seit dem 1. Oktober, Woche für Woche. Und das in einem Ortsteil, der nur etwas mehr als 400 Einwohner hat. Die Grünabfälle, meist Baumschnitt, türmen sich bereits neben dem 25 m³-Abrollmonster.

Das gibt reichlich „Erfurter Gütekompost“ und „Erfurter Blumenerde“ wie es in weißen Lettern auf dem Container steht. Die Stadtwerke schreiben auf ihren Seiten im Bereich SWE Entsorgung: „Die Kompostierung ist die ökologischste Art und Weise den Grünabfall zu verwerten."


Falsche Argumente

Doch die Grünen im Stadtrat scheinen dies nicht zu schätzen. Dezernentin Kathrin Hoyer sagte: Dass die Grüncontainer ein „Parallelsystem darstellten“ (zur Biotonne) „welches nur Kosten verursacht“. „Sie seien zudem unpraktisch und ungerecht.“ Also unpraktisch sind sie auf keinen Fall. Ungerecht sollen sie sein, da sie in den Ortsteilen stehen, aber von allen Gebührenzahlern finanziert werden. Stimmt nur teilweise. Die 36 Grüncontainer sind auf das gesamte Stadtgebiet verteilt. Und ungerecht sind auch die Müllgebühren, Frau Hoyer. Denn wer seine Mülltonne nur ein, zwei Mal im Jahr vor die Tür stellt, zahlt genau so viel wie derjenige, der dies 14-tägig tut. Ungerecht ist auch, dass ebenfalls die Steuern von Nur-Fußgängern für den Straßenbau verwendet werden. Also, Frau Hoyer, sie haben noch viel zu tun. Besonders in der Wahl ihrer Argumente.

Alternativlos für die Umwelt

Die Grüncontainer wurden als Alternative mit dem Verbrennungsverbot für Gartenabfälle eingeführt. Und es ist stadtpolitisch blöd, wenn gewollte Alternativen dann wieder eingestampft werden sollen. Die Biotonne ist keine vollwertige Alternative zum Grüncontainer. Genauso wenig wie Annahmestellen. Die funktionieren vielleicht noch innerhalb des Stadtkerns. Da können Kleingartenpächter auf dem Heimweg aus ihrer Parzelle ihren Grünschnitt im Kofferraum transportieren. In den Ortsteilen – große Grundstücke und riesiger Altbaumbestand - fallen ganz andere Mengen an. Das kann im Herbst schon mal ein Traktorhänger voll Grünschnitt sein. Auch mehr.

Mit dem Trecker im Berufsverkehr

Beim Grünenvorschlag habe ich schon Bilder gesehen. Bilder von Treckern, die im Konvoi die Stauffenbergallee entlang tuckern und die Annahmestelle förmlich überrollen. Da kamen aber auch Bilder von wilden Ablagerungen an Straßenrändern und Bachläufen – auch von kranken Gehölzen in der Natur. Oder gemeinschaftliche Herbstfeuer – die gibt es ab diesem Jahr bereits – beräuchern das Stadtgebiet. Solche Bilder hatte wohl die Erfurter Dezernentin für Wirtschaft und Umweltnicht. Ob das die 20 000 Euro-Einsparung gerechtfertigt hätte, bezweifele ich.

Sch… Thema

Ach, Frau Hoyer, das war ein Sch… Sommerloch-Thema. Da wurde viel Papier bedruckt mit Schwachsinn, mit Protest, Argumenten und Gegenargumenten. Da wurde Zeit in Sitzungen verbrannt, das kostete Nerven von Bürgern. Und der Ärger ist heute noch am Grüncontainer zu vernehmen. Viel fallendes Laub für nichts. Na, wenigstens reden die Bürger miteinander.

Sieg für Umwelt und Bürger

Und im Sinne dieser hat ja dann auch der Stadtrat entschieden: Die 36 Grüncontainer werden auch im April kommenden Jahres wieder wie gewohnt aufgestellt. Danke Frau Hoyer, ich hatte sowieso nichts anderes zu tun.
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3 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 25.10.2015 | 15:32  
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 25.10.2015 | 17:16  
Thomas Gräser aus Erfurt | 26.10.2015 | 19:34  
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