Erfurt im Baustellenstress, Interview Baubeigeordneter

Ingo Mlejnek, Beigeordneter für Bau und Verkehr der Stadt Erfurt
 
Baustelle Trommsdorffstraße Erfurt
Erfurt im Baustellenstress

Im Gespräch mit Ingo Mlejnek, dem Beigeordneten für Bau und Verkehr der Stadt Erfurt

Von Helke Floeckner


ERFURT. Die Stadt scheint seit Wochen eine einzige Baustelle zu sein, die Geduld von Autofahrern und Fußgängern wird auf eine harte Probe gestellt. Der Schmidtstedter Knoten, die Michaelisstraße, die Brücke am Talknoten, die Bahnhofstraße, die Straße der Nationen, der Parkplatz Neuwerkstraße, die Durchfahrt Dittelstedt sind nur einige Beispiele für Bauarbeiten. Wir befragten dazu Ingo Mlejnek, den Beigeordneten für Bau und Verkehr:

Wie kommt es, dass es in der Stadt so viele große Baustellen zur selben Zeit gibt?
Da treffen mehrere Aspekte aufeinander. So können wir in diesem Jahr durch das Konjunkturprogramm II des Bundes mehrere Baumaßnahmen verwirklichen. Hier geht es nicht um grundhafte Arbeiten, sondern um eine deutliche Minderung der Lärmbelästigung durch die Beseitigung schadhafter Straßenbeläge. Deshalb fallen einige Baustellen flächenmäßig sehr groß aus und greifen mehr ins Verkehrsgeschehen ein. Eine zweite Ursache ist, dass der Haushalt vergleichsweise spät bestätigt wurde. Und drittens ist es besser, jetzt zu bauen als im Winter. So kommt es, dass derzeit relativ viel getan wird. Übrigens kommen ja auch noch die Baumaßnahmen anderer Träger hinzu, wie zum Beispiel die Bahn.

Hätte man die Arbeiten nicht besser auf das ganze Jahr verteilen können?
Ehrlich gesagt würden wir auch lieber gleichmäßiger übers Jahr verteilt bauen, auch gern schon im März damit beginnen. Allein deshalb, weil das Bauen im Frühjahr ein wenig günstiger ist. Aber aus den bereits genannten Gründen gelingt uns das leider nicht immer.

Wissen die Erfurter von den zeitweiligen Veränderungen in der Verkehrsführung?

Alle Baumaßnahmen kündigen wir rechtzeitig vorher an. Kurz vor dem Start informieren wir noch einmal zu den Einzelheiten, die Anwohner erhalten extra Informationen. Wenn es um eine besonders komplizierte Baumaßnahme wie in der Michaelisstraße oder in der nördlichen Bahnhofstraße geht, führen wir mit den Anliegern Einzelgespräche. Überhaupt gibt es für jede Maßnahme auch einen Ansprechpartner im Tiefbau- und Verkehrsamt. Bevor die jeweiligen Bauarbeiten starten, erfolgen vor Ort die notwendigen Informationen über die veränderten Verkehrsabläufe mit der entsprechenden Beschilderung. Wir versuchen auch, für Entlastung zu sorgen, so ist jetzt an der Stauffenbergallee Richtung Gewerkschaftshaus das Linksabbiegen erlaubt.

Ist Entspannung in Sicht?

Verkehr ist wie Wasser, er sucht sich seinen Weg. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es nur direkt nach einer Sperrung zu großen Staus kommt, danach läuft es wieder, die Erfurter finden andere Wege. Zum Glück ist die Straße am Herrenberg ja wieder befahrbar, ebenfalls die Durchfahrt von der Kalkreiße zur Weimarischen Straße. Am Schmidtstedter Knoten gibt es noch einiges zu tun, dort erfolgt zum Beispiel am vorletzten Oktoberwochenende eine einseitige Vollsperrung.
An welcher Baustelle wird am längsten gearbeitet?

In der Trommsdorffstraße und in Dittelstedt haben wir bis Mitte Dezember zu tun, in der Bahnhofstraße bis November. Der erste Abschnitt der Michaelisstraße wird dieses Jahr fertig, dann geht es ab März bis Ende 2011 weiter. Bald starten auch Bauarbeiten in der Magdeburger Allee. Die Straße der Nationen grundhaft zu erneuern, mit den Brücken und Straßen ringsherum, kann sieben bis zehn Jahre in Anspruch nehmen. Dabei müssten wir noch viel mehr in der Stadt tun, viele Oberflächen müssten eigentlich erneuert werden. Leider sind nicht genügend Mittel da, alle Straße so zu erhalten, wie es nötig wäre.

Ihr Rat an die Erfurter?

Halten Sie bitte immer die Augen offen und haben Sie Geduld. Viele der Baumaßnahmen lassen sich gut umgehen. Und man kann ja auch einmal wieder mit der Erfurter Straßenbahn fahren...
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