Infos zur Friedensdekade

Liebe Freunde,
die Ökumenische Friedensdekade 2014 steht unter dem Motto „Befreit zum Widerstehen.“
Die Thüringer Friedenskoordination lädt ein zur Lesung am Montag, 10.11.14, 16:30 Uhr in die Ev. Lutherkirche, Magdeburger Allee 48. Dr. Peter Strutynski, Kassel, stellt sein Buch „Töten per Fernbedienung“ vor. Der Eintritt ist frei; um eine kleine Spende wird gebeten.

Auf Grund vieler Anfragen möchten wir heute zur Standortbestimmung der Friedens-bewegung eine Information abgeben:

Es besteht ja immer noch die Auffassung, wir seien die, die beide Wangen hinhalten und deshalb anderen komisch vorkommen. Richtig zu stellen ist, dass jeder ein ziviles Recht hat, sich zu wehren und sich für eine wehrhafte Haltung auch fit zu machen. Die Haltung zu Krieg und Krisen ist sehr differenziert zu sehen. Denn nicht jeder oder jede Regierung ist automatisch gegen Krieg; weil am Krieg auch verdient wird, so z.B. die Rüstungsindustrie. Das westeuropäische NATO-Bündnis nutzt seine Söldnerarmeen zur Macht- und Einflusserweiterung und zur Beschaffung von notwendigen Rohstoffen für die eigene Wirtschaft. Aber das wird so nicht gesagt. Es wird angegeben, es seien Hilfsleistungen für alle Welt. Aber gerade im Kampf um Kobane an der türkischen Grenze werden die Machtinteressen deutlich. Die Kurden sollten doch dem Islamischen Staat mit deutschen Waffenlieferungen paroli bieten. Die Türkei fürchtet aber, die Kurden könnten darüber hinaus einen souveränen Staat erkämpfen und schon gibt es einen Stillstand in der edlen Bekämpfung der Islam-Gruppe (IS). Der unmittelbar im kriegerischen Konflikt eingesetzte Soldat gewinnt Erfahrungen, die ihn möglicher Weise an die Notwendigkeit eines ganz konkreten Krieges zweifeln lässt und seine Haltung zum Krieg verändert.
Zwischen Krieg und Frieden bestehen also komplizierte Beziehungen. Nehmen wir das Europa Napoleons, so hat er einerseits den Bürgern seinen Code Zivil (gesetzlich verankerte Bürgerrechte, volle Teilhabe an der Demokratie der jüdischen Bevölkerung) gebracht, aber andererseits die europäische Landkarte total umgestülpt. Die Alliierten Deutschen und Russen erzwangen 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig den europäischen Frieden. Daran mitgewirkt hatten auch Freischärler um Lützow (Lützows wilde, verwegene Jagd). Bei dieser Partisanengruppe zogen auch Frauen mit in den Kampf. Ein militärischer Einsatz, der auch jetzt noch geachtet wird. Heute ist die Technik so weit, dass wir Kriege mit Fernbedienung führen könnten und der Bürger am Boden nicht weiß, warum er getötet wird. Deshalb sind im 21. Jahrhundert Kriege nicht mehr zeitgemäß.
Politische Interessenslagen müssen künftig in Verhandlungen geklärt werden. Die Gründung eines internationalen Ländergerichtshofes wäre nützlich. Ansonsten besteht die Gefahr, dass unsere schöne alte Welt zerplatzt. Es gibt im Anschluss an die o.g. Lesung innerhalb der Ökumenischen Friedensdekade also viele interessante Dialoge zu führen. Ich bin Friedensaktivistin und Friedenspädagogin. Aber Pazifisten und Humanisten haben meinen Respekt, wie im Übrigen fast alle Menschen, so z.B. Albert Schweitzer, Albert Einstein, Bertha von Suttner, Prof. Dr. Anna Siemsen. Ich hoffe damit Klarheit geschaffen zu haben.
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