Kommunalwahl in Erfurt - Das Kreuz mit den drei Kreuzen

Gleichzeitig mehrere Parteien? Den Weg zur Wahlurne hätte sich dieser Bürger/Bürgerin sparen können. Foto: Heyder

Mit fünf Kreuzen gültig, mit zwei Kreuzen ungültig. Kommunalwahlen erwiesen sich als komplizierte Aufgabe für die Bürger.

Punkt acht Uhr morgens war am Montag der Kaffee in den Tassen, die Wahlhelfer in der Krämpfervorstadt, im Wahlraum des „Bezirkes 0811“, hatten die Tische bereits zusammengeschoben und sich mit Stiften bewaffnet.

Die Auszählung selbst war eine Herausforderung für Alexander Schams, Wahlvorsteher und die Wahlhelfer Matthias Schmidt, Eva Hecker, Jenny Goldschmidt, Theresa Wegeleben und Stefan Schellenberg. Nicht zu vergleichen mit der parallelen Europawahl, deren Stimmen in kürzester Zeit notiert waren. Denn die großen grauen Bögen, mit ihren schier unzähligen Namenslisten, mussten Blatt für Blatt durchforstet werden. Nach drei Kreuzen – an der richtigen Stelle. Nicht für jeden Wähler war es offenbar eindeutig, was „drei Stimmen“ bedeuten. Das zeigten die Bögen mit den ungültigen Stimmen. Ein Teil davon war zwar absichtlich ungültig gemacht worden, bei anderen aber ließ sich vermuten, dass hier ein Versehen vorlag.

Einer der Fehler: Mehrere Parteien anzukreuzen


Dabei galt, erklärt Wahlvorsteher Alexander Schams: „Personenstimmen gehen vor Parteienstimmen“. Auf diese Weise gab es Stimmzettel, die mit fünf Kreuzen gültig waren, aber andere, die bereits mit zwei Kreuzen ungültig wurden.

Der Grund dafür: Ein einzelnes Kreuz bei einer Partei wurde so gewertet, dass, solange keine anderen Kreuze auf dem Bogen waren, die Stimmen an die ersten drei Kandidaten jener Partei gingen. Einer der Fehler war es also, mehrere Parteien anzukreuzen, denn dann ist das nicht mehr möglich. Die Stimme eines/einer Wählers/Wählerin der/die sowohl mit den Linken als auch mit der CDU zufrieden gewesen wäre, wurde somit ungültig. Zwei Parteien anzukreuzen ging also nicht. Oder besser: Fast nicht. Ein anderer kreuzte nämlich auch zwei Parteien an, vergab aber auch insgesamt drei Stimmen an Kandidaten darunter. Damit zählten die Parteistimmen nicht. Da Personenstimmen vorgingen, war dieser Zettel mit fünf Kreuzen gültig. Dass das nicht für jeden verständlich ist, konnten die Wahlhelfer in der Krämpfervorstadt gut nachvollziehen.

„Auch wer pro Partei drei Kandidaten angekreuzt hatte, machte seinen Stimmzettel damit ungültig“, erklärt Schams. Auch solche Zettel fanden sich unter den ungültigen Stimmen. Wer dreimal OB Andreas Bausewein ankreuzte, davon gab es viele in diesem Wahllokal, mag sich zudem wundern, wenn der in diesen Tagen diese Stimmen selbst gar nicht haben will, auf das Stadtratsamt verzichtet, das er als Bürgermeister gar nicht annehmen darf und seine Stimmen stattdessen an die Fraktionsgenossen weiterreicht. Hatte jemand ein Partei und zwei Kandidaten angekreuzt, kann er sich wiederum über einen gültigen Stimmzettel freuen.
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