Leben mit Blick auf das GULAG

Wann? 11.10.2012 18:00 Uhr

Wo? Kleine Synagoge, An der Stadtmünze 4/5, 99084 Erfurt DE
Pavel blickt zurück (Foto: http://www.loretta-walz.de/)
Erfurt: Kleine Synagoge | Eine Informationsveranstaltung und Diskussion mit Pavel Lochthofenam 11. Oktober 2012 um 18.00 Uhr. Aus Platzgründen bitten wir um rechtzeitiges Erscheinen.
Pavel, der als Sohn eines deutschen Verbannten im russischen Ort Workuta 1947 geboren wurde und bis zu dessen Rehabilation 1956 dort lebte, nachdem sein Vater bereits von 1938 - 1946 im GULAG Workuta als Gefangener schuftete.


„Ich bin, was den Umgang mit Menschen betrifft, durch meinen Vater und Großvater ganz wesentlich geprägt. Auch deshalb, weil sie unter Menschen so stark gelitten haben.“ diese Worte prägten Pavel Lochthofens Leben über das er berichten möchte.

Sein Vater Lorenz Lochthofen,geboren in Dortmund-Derne (Stadtteil Altenderne), Reparaturschlosser von Beruf, ist Mitglied der kommunistischen Jugend. Er emigriert 1930 in die Sowjetunion, arbeitet zunächst als Schlosser im Bergbau. Ab September 1931 studiert er Journalistik an der Moskauer Marchlewski-Universität, beginnt 1935 als Redakteur der "Deutschen Zentralzeitung". Am 22. Oktober 1937 wird er verhaftet und zu fünf Jahren Lager verurteilt. Nach Ablauf der Haftzeit wird diese ohne Verfahren verlängert. 1947 wird er zum so genannten Freigänger – ist kein Häftling mehr, darf aber das Gebiet nicht verlassen.
Als Hauptmechaniker arbeitet er außerhalb der Lagerzone in einem Werk für Baustoffe. In Workuta lernt er seine Frau Lena kennen, als diese ihren Vater in der Verbannung besucht.
Pavel Lochthofen und sein 1953 geborener Bruder Sergej wachsen in Sichtweite des Lagers auf. Häftlingskolonnen, Wachtürme und bewaffnete Wachsoldaten sind für sie und die anderen Kinder freigelassener Häftlinge Normalität. Sie leben in ihren Familien, besuchen die Schule – sind Russen. 1956 wird Lorenz Lochthofen rehabilitiert – die Familie darf in die DDR übersiedeln. Lorenz Lochthofen wird Direktor des Büromaschinenwerkes Sömmerda und Mitglied des ZK der SED, zieht mit Frau und Kindern nach Gotha.

Pavel Lochthofen studiert Datenverarbeitung und arbeitet bis zum Vorruhestand in diesem Beruf. Bis zur Wende behält er seinen russischen Pass. Im wiedervereinigten Deutschland empfindet er den als „rotes Merkmal mit dem ich wegsortiert werde“. 1991 erhält er die deutsche Staatsangehörigkeit.
Moderation: Lothar Adler
Donnerstag, 11. Oktober 2012, 18.00 Uhr Kleine Synagoge Betsaal, An der Stadtmünze 4 99084 Erfurt
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