Mehr Beschäftigte in Mittelthüringen

Mittelthüringen
In den vergangenen fünf Jahren stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Mittelthüringen um 8 Prozent. Die Analyse zeigt drei Trends:
1) Es gibt zunehmend mehr Teilzeitbeschäftigungsverhältnisse, sowohl die absolute Zahl als auch der Anteil der Teilzeit an allen Stellen stieg.
2) Der Beschäftigungsaufbau findet verstärkt bei den Älteren statt (+ 28 Prozent). Bei den Jüngeren hingegen ist ein Rückgang um 5 Prozent zu verzeichnen.
3) Die Zahl der Minijobber, die zusätzlich zu ihrem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis einen Nebenjob ausüben, stieg in den letzten fünf Jahren um 32 Prozent.

187.200 Menschen waren in Mittelthüringen – in den Regionen Erfurt, Weimar, Kreis Weimarer Land, Landkreis Sömmerda und dem nördlichen Ilm-Kreis – im September 2010 sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind knapp 3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Seit September 2005 stieg die Zahl der Beschäftigten um 8 Prozent. Männer und Frauen waren zu gleichen Teilen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. 83 Prozent arbeiteten Vollzeit und 17 Prozent hatten eine Teilzeit-Stelle. „Der Beschäftigungszuwachs in Mittelthüringen freut uns. Damit liegen wir mittelfristig über dem Thüringer Durchschnitt von 5 Prozent. Sehr stark hat die Teilzeitbeschäftigung zugenommen. So arbeiten hier 37 Prozent mehr Menschen in Teilzeit als 2005. Wenn der Fachkräftebedarf zunimmt, können Unternehmen durch eine Arbeitszeiterhöhung noch Potentiale zu erschließen“, sagt Beatrice Ströhl, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Erfurt.

Während bei den Jüngeren die Zahl der Beschäftigten innerhalb eines Jahres abnahm (-4 Prozent), stieg vor allem die Zahl älterer Beschäftigter (50 Jahre und älter) an (+6 Prozent). Die Betrachtung über fünf Jahre zeigt: Sowohl die Zahl der älteren Beschäftigten stieg deutlich (+ 28 Prozent) als auch ihr Anteil an allen Beschäftigten (von 25 auf 30 Prozent). Damit sind heute in den Unternehmen in Mittelthüringen drei von zehn Beschäftigten 50 Jahre und älter. Auch die Qualifikation der Beschäftigten stieg: Sowohl die Zahl derer mit Berufsausbildung als auch jener mit einem akademischen Abschluss. Gleichzeitig sank die Zahl der Ungelernten um 5 Prozent innerhalb eines Jahres.

„Zwei Entwicklungen sehen wir kritisch: Zum Einen sinkt die Zahl der Azubis um zehn Prozent innerhalb eines Jahres und zum Anderen ist die Zahl der Minijobber, die zusätzlich zu ihrem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis einen Nebenjob ausüben, um ein Drittel gestiegen. Das lässt vermuten, dass die Entlohnung in einem Job nicht ausreichend ist. Diese Entwicklung fördert die Abwanderung. Im Hinblick auf die demografische Entwicklung sollten sich Unternehmer genau überlegen, ob sie es sich leisten können, dass dieser Trend anhält“, so Ströhl.

Die Hauptbranchen in Mittelthüringen sind das Verarbeitende Gewerbe mit einem Anteil von 15 Prozent an allen Beschäftigten, der Handel (12 Prozent), das Gesundheits- und Sozialwesen (11 Prozent) und die öffentliche Verwaltung (9 Prozent). Den meisten Beschäftigungszuwachs hatte das Verarbeitende Gewerbe, vor allem die Nahrungsmittelindustrie, sowie der Maschinenbau, die Zeitarbeit und das Gesundheits- bzw. Sozialwesen. Rückläufig waren das Gastgewerbe sowie die Land- und Forstwirtschaft.

Ilm-Kreis: Größter Beschäftigungszuwachs innerhalb von fünf Jahren
- Beschäftigungsaufbau liegt weit über dem Thüringer Durchschnitt
- Starker Anstieg der Teilzeitbeschäftigten
- Hoher Männeranteil
- Fast jeder Dritte arbeitet im Verarbeitenden Gewerbe
- Beschäftigungszuwachs auch bei den Jüngeren
Im Ilm-Kreis waren im September 2010 36.100 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren knapp 3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Seit 2005 stieg die Zahl der Beschäftigten um 17 Prozent. „Die Entwicklung im Ilm-Kreis macht uns besonders stolz. Der Ilm-Kreis liegt beim Beschäftigungsaufbau ganz vorn, weit über dem Thüringer Durchschnitt von 5 Prozent. Hieran sind auch die Unternehmen rund um das Erfurter Kreuz stark beteiligt“, sagt Andrea Mayland, Leiterin des Arbeitgeberservice in Arnstadt.
Aber auch die Teilzeitbeschäftigung ist im Ilm-Kreis seit 2005 mit 38 Prozent überproportional stark angestiegen. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten stieg um 13 Prozent. „Derzeit arbeiten 15 Prozent aller Beschäftigten der Region in Teilzeit. In Zeiten des Fachkräftebedarfs kann durch eine Erhöhung des Arbeitszeitvolumens noch weiteres Potential erschlossen werden“, sagt Mayland. Mit Sorge sieht sie die starke Zunahme von Minijobs, die zusätzlich zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ausgeübt werden: „Die Zahl der Minijobs im Nebenjob ist seit 2005 um fast 30 Prozent angestiegen. Das kann dafür sprechen, dass die Entlohnung immer noch vergleichsweise gering ist.“

Im Ilm-Kreis sind deutlich mehr Männer beschäftigt: Ihr Anteil lag bei 58 Prozent und ist seit Jahren konstant hoch, was durch die Branchenverteilung und den hohen Anteil an Schichtarbeit begründet ist. In der Region arbeitet fast jeder Dritte im Verarbeitenden Gewerbe und fast jeder Zehnte im Baugewerbe. „Diese Gewerbe sind traditionell eher männlich geprägt“, erläutert Mayland. Stark vertreten sind darüber hinaus der Handel und das Gesundheits- und Sozialwesen. In diesen vier Branchen wurde Beschäftigung aufgebaut, am stärksten im Baugewerbe und Gesundheits- und Sozialwesen.

Anders als im Mittelthüringer Durchschnitt ist die Zahl der jüngeren sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten seit 2005 sogar leicht gestiegen (+ 6 Prozent). Bei den Älteren ist ein deutlicher Beschäftigungszuwachs zu verzeichnen (+ 34 Prozent). Damit sind in den Unternehmen im Ilm-Kreis derzeit drei von zehn Beschäftigten 50 Jahre und älter.

25.875 Beschäftigte wohnen und arbeiten im Ilm-Kreis. Weitere 14.000 Menschen pendeln zur Arbeit aus, knapp 10.000 ein. Vor allem nach Erfurt pendeln viele Bewohner des Ilm-Kreises. 5.138 arbeiten in der Landeshauptstadt, 1.332 im Landkreis Gotha, und 1.021 in Bayern. In geringerem Maß pendeln auch Erfurter (2.384), Gothaer (1.390) sowie Menschen aus dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt (1.133) zur Arbeit in den Ilm-Kreis.

Hoher Anteil an Auspendlern im Landkreis Sömmerda
- Beschäftigungszuwachs vor allem bei Teilzeitstellen
- Zahl der Jüngeren Beschäftigten sinkt deutlich, dafür mehr ältere Beschäftigte
- Hoher Männeranteil
- Drei von zehn Beschäftigten sind 50 Jahre und älter
Im Landkreis Sömmerda waren im September 2010 21.000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Seit 2005 ist dies ein Beschäftigungsaufbau von 7 Prozent. „Es wurden jedoch deutlich mehr Teilzeitstellen geschaffen. Bei den Vollzeitstellen lag der Zuwachs nur bei 4 Prozent“, sagt Ralf Neuland, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit in Sömmerda. Deutlich angestiegen ist auch die Zahl der Beschäftigten, die zusätzlich zu ihrem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis noch einen Nebenjob ausüben. „Eine oftmals geringe Entlohnung im Hauptjob führt dazu, dass immer mehr Nebenbeschäftigungen eingegangen werden. Mittelfristig kann diese Entwicklung zu Abwanderung führen. Wir sehen das schon bei den Jüngeren. Seit 2005 ging die Zahl der jüngeren Beschäftigten um 9 Prozent zurück“, sagt Neuland. Bei den Älteren lag der Zuwachs bei 30 Prozent. So sind heute drei von zehn Beschäftigten 50 Jahre und älter. Die Zahl der Ungelernten sank. Gleichzeitig stieg die Zahl der Beschäftigten mit Berufsabschluss oder akademischen Abschluss.

Der Landkreis Sömmerda hat mit 57 Prozent einen hohen Männeranteil. Auch der Anteil der Vollzeitbeschäftigten (86 Prozent) liegt über dem Thüringer Durchschnitt. „Das liegt an unserer Branchenverteilung. Im Verarbeitenden Gewerbe arbeiten drei von zehn Beschäftigten und im Baugewerbe jeder Zehnte. Das sind Branchen, in denen traditionell eher Männer arbeiten“, erläutert Neuland. Stark vertreten sind noch der Handel und das Gesundheits- und Sozialwesen. In diesen Branchen gab es auch Beschäftigungszuwachs.

Der Landkreis Sömmerda ist eine Auspendlerregion. 13.661 Beschäftigte wohnen und arbeiten im Landkreis Sömmerda. Weitere 14.000 Menschen pendeln zur Arbeit aus, 6.800 ein. 7.424 Bewohner des Landkreises Sömmerda pendeln zur Arbeit nach Erfurt aus. 941 in den Kreis Weimarer Land und 784 in die Stadt Weimar. In geringerem Maß pendeln auch Erfurter (1.785), Bewohner des Kyffhäuserkreises (1.625) sowie des Kreises Weimarer Land (562) ein.

Einpendlerregion Erfurt
- Beschäftigungszuwachs leicht über Thüringer Durchschnitt
- Deutlicher Anstieg der Teilzeitjobs
- Starker Beschäftigungsaufbau bei Älteren, dafür Rückgang bei den Jüngeren
In der Landeshauptstadt Erfurt waren im September 2010 100.100 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. „Damit wurde die magische Grenze von 100.00 Beschäftigten erstmals seit 2002 wieder überschritten. Innerhalb von fünf Jahren liegt der Beschäftigungszuwachs bei 6 Prozent. Das liegt leicht über dem Thüringer Durchschnitt“, sagt Beatrice Ströhl, Leiterin der Erfurter Agentur für Arbeit. Jedoch ist die Vollzeitbeschäftigung in den fünf Jahren unmerklich gestiegen. Vor allem Teilzeit-Jobs haben um 36 Prozent zugenommen. Damit stieg auch der Anteil der Teilzeitstellen. Derzeit arbeitet fast jeder Fünfte in Erfurt Teilzeit. „Nicht immer sind Teilzeitstellen auch der Wunsch des Mitarbeiters. Daher sollten Unternehmen, die dringend Fachkräfte brauchen, auch die Vollzeitwünsche der Beschäftigten berücksichtigen“, sagt Ströhl.
Erfreulich: Die Beschäftigung Älterer stieg um ein Viertel seit 2005. Dramatisch: Die Zahl der jüngeren Beschäftigten sank im gleichen Zeitraum um 8 Prozent.

Auch stieg in Erfurt die Zahl derer, die zusätzlich zu ihrem versicherungspflichtigen Beschäftigtenverhältnis noch einen Nebenjob ausüben um 32 Prozent seit 2005. „Das macht uns große Sorge, denn es ist ein Indiz dafür, dass immer Menschen nicht mehr von einem Beschäftigtenverhältnis leben können. Wenn sich dies weiter verstetigt, besteht die Gefahr, dass Fachkräfte abwandern, weil sie woanders besser verdienen“, sagt Ströhl.

In der Landeshauptstadt sind ungefähr gleich viele Frauen wie Männer beschäftigt. „Die Stadt hat eine ausgeprägte Branchenvielfalt. Nur zwei Branchen haben einen Anteil von über 10 Prozent. Das führt zu einer größeren Krisenresistenz, jedoch auch zu einem geringeren Aufschwung, als in Regionen in denen eine Branche besonders stark vertreten ist und diese gerade boomt“, erklärt Ströhl. 12 Prozent der Beschäftigten arbeiten im Handel, 12 Prozent in der öffentlichen Verwaltung und Sozialversicherung, 10 Prozent sind im Gesundheits- und Sozialwesen beschäftigt, 9 Prozent im Verarbeiten Gewerbe. Es folgen die Arbeitnehmerüberlassung (8 Prozent), die Logistikbranche und das Baugewerbe. Besonderen Zuwachs im letzten Jahr hatten die Zeitarbeit, das Gesundheits- und Sozialwesen sowie die Logistikbranche.

Die Landeshauptstadt ist eine Einpendlerregion: 47.300 Menschen pendeln zur Arbeit nach Erfurt ein. 18.500 Erfurter arbeiten im Umland. Dazu kommen 51.014 Erfurter, die auch in der Landeshauptstadt arbeiten. „Die Arbeitslosigkeit in Erfurt liegt höher als der Thüringer Durchschnitt. Das liegt vor allem daran, dass die Bestgeeigneten einen Job finden und diese müssen nicht unbedingt aus Erfurt stammen“, sagt Ströhl. Vor allem Bewohner des Landkreises Sömmerda (7.424), Gotha (6.335), des Ilm-Kreises (5.138), des Weimarer Landes (4.473) und der Stadt Weimar (2.626) fahren täglich in die Landeshauptstadt zur Arbeit. Die Auspendlerzahlen sind deutlich geringer. 2.384 Erfurter arbeiten im Ilm-Kreis, 2.012 im Landkreis Gotha, 1.785 im Landkreis Sömmerda und 1.502 in Weimar.


Stadt Weimar: Branchenstruktur führt zu hohem Frauen- und Teilzeitanteil
- Beschäftigungszuwachs fast ausschließlich bei Teilzeitstellen
- Deutlich mehr ältere Beschäftigte
- Starker Anstieg bei Minijobs zusätzlich zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung
- Die meisten Beschäftigten arbeiten im Gesundheits- und Sozialwesen und im Handel
Die Stadt Weimar verzeichnete einen Beschäftigungszuwachs. 23.100 Menschen waren im September 2010 sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 8 Prozent mehr als 2005. „Es sind jedoch fast ausschließlich die Teilzeitstellen, die diesen Beschäftigungszuwachs bewirken. Bei den Vollzeitstellen stieg die Beschäftigung nur um 1 Prozent“, sagt Wolfgang Lepper, Leiter der Agentur für Arbeit in Weimar. Deutlich angestiegen sind sowohl die Zahl der älteren Beschäftigten (+ 27 Prozent in 5 Jahren) als auch die Zahl derer, die zusätzlich zu ihrer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung noch einen Nebenjob ausüben (+41 Prozent). „Mit Sorge betrachten wir diese Entwicklung. Meist suchen sich Menschen noch einen Nebenjob, weil sie sich mit ihrer Haupttätigkeit nicht finanzieren können“, so Lepper weiter. Zunehmend Ältere suchen sich noch einen Minijob zusätzlich. Die meisten Minijobs sind im Handel, im Gastgewerbe und im Gesundheits- und Sozialwesen.

Die Stadt hat mit 57 Prozent einen hohen Frauen- und mit 21 Prozent einen hohen Teilzeitanteil. „Das liegt an unseren Hauptbranchen. Fast jeder Zweite arbeitet im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel, in der Erziehung und Lehre sowie in der öffentlichen Verwaltung. Das sind Branchen, in denen traditionell sehr viele Frauen beschäftigt sind“, sagt Lepper. Beschäftigungszuwachs gab es vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in Erziehung/Unterricht. Beschäftigungsabbau war im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe zu verzeichnen.

Weimar ist eine Einpendlerstadt: 11.783 Menschen pendeln zur Arbeit nach Weimar und 9.185 Weimarer pendeln zur Arbeit aus. Hinzu kommen 10.915 Weimarer, die auch in der Kulturstadt arbeiten. Vor allem Bewohner des Kreises Weimarer Land (5.300) pendeln täglich in die Stadt, aber auch Erfurter (1.502), Jenaer (852) und Bewohner des Landkreises Sömmerda (784) arbeiten in der Kulturstadt. Auch hier sind es vor allem Frauen, die nach Weimar zur Arbeit fahren. In geringerem Maß pendeln Weimarer auch aus. 2.626 Weimarer arbeiten in Erfurt, 2.485 im Weimarer Land und 1.052 in Jena.

Sehr hohe Mobilität im Kreis Weimarer Land
- Niedriger Teilzeit- und hoher Männeranteil
- Starker Beschäftigungszuwachs bei Teilzeitbeschäftigten und Älteren
- Immer mehr Menschen haben einen Minijob zusätzlich zu ihrer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung
- Zahl der Ungelernten sinkt
- Die meisten Beschäftigten arbeiten im Verarbeitenden Gewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen und Baugewerbe
Im Weimarer Land waren im September 2010 23.800 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Innerhalb von fünf Jahren stieg die Zahl der Beschäftigten um 7 Prozent. „Ein großer Anteil des Beschäftigungszuwachses ist auf Teilzeitstellen zurückzuführen. Auch die Zahl der Mini- und Midijobs stieg in den letzten fünf Jahren stark. Am meisten betrachten wir mit Sorge, dass die Zahl derer, die zusätzlich zu ihrer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung noch einen Minijob haben, um 35 Prozent stieg“, sagt Wolfgang Lepper, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit.

Der Landkreis ist durch einen hohen Männer- (54 Prozent) und einen niedrigen Teilzeitanteil (16 Prozent) gekennzeichnet. „Das liegt vor allem an unserer Wirtschaftsstruktur. Das Verarbeitende Gewerbe und das Baugewerbe sind die Nummer eins und drei unserer Branchenstruktur. Hier arbeiten traditionell eher Männer in Vollzeit“, erläutert Lepper. An zweiter Stelle liegt das Gesundheits- und Sozialwesen. Es folgen Handel und Logistik. Den meisten Beschäftigungsaufbau hatten das Verarbeitende Gewerbe, hier vor allem die Nahrungsmittelindustrie und der Maschinenbau. Auch im Gesundheits- und Sozialwesen und in der Landwirtschaft wurde Beschäftigung aufgebaut. Rückgänge sind im Bauwesen und im Handel zu verzeichnen.
Anders als in den meisten Regionen Mittelthüringens stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Jüngeren seit September 2005 an. Auch die Zahl derer mit Berufsausbildung oder akademischem Abschluss stieg. Im gleichen Zug sank die Zahl der Ungelernten.

Das Weimarer Land ist eine Auspendlerregion. 14.472 Bewohner des Landkreises arbeiten auch im Kreis. 18.173 pendeln aus und 8.653 pendeln ein. 5.300 Bewohner des Landkreises arbeiten in der Stadt Weimar, 4.473 in Erfurt und 2.690 in Jena. „Diese hohe Mobilität und die stabile Wirtschaftstruktur führt zur niedrigsten Arbeitslosenquote in Mittelthüringen“, erläutert Lepper. Die Zahl der Einpendler ist im Landkreis deutlich geringer. 2.485 Weimarer pendeln jeden Tag in den Landkreis. Weitere 1.242 kommen aus Erfurt, 941 aus Sömmerda, 845 aus Sachsen-Anhalt.
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