Right or Wrong my Country

Die Engländerin Thirza ist 25 Jahre nach unserer Begegnung in Erfurt völlig unerwartet zu Besuch. Was ist aus den Veränderungen geworden, will sie wissen. Das Thema ist jetzt „Unrechtsstaat“, sage ich. Die Engländer kennen solche Abqualifizierungen nicht.
Right or Wrong my Contry ist die Devise der Engländer, die mit dem Prinzip „Teile und Herrsche“ ihr Weltreich aufbauten und die Macht behielten, unabhängig davon, was im Einzelnen Recht oder Unrecht war.
Nun ist dieses Vorgehen sicher nicht immer und überall geeignet. Aber wenn das Haus Europa mal so richtig ausgemistet werden müsste, würde ich es von unten nach oben tun. Gleiches gilt für das Häuschen Deutschland. Im Moment wird da versucht, irgendwo in der Mitte zu putzen und der Dreck des Dritten Reiches wird großflächig unter den Teppich gekehrt. Deutschland als Rechtsnachfolger des Nazistaates ist da in der Pflicht. Es wäre aber notwendig, die Geschichte des Nazistaates aufzuarbeiten und ihn endlich als Unrechtsstaat zu definieren - auch in den Schulbüchern - um damit den mutigen Einsatz der Opfer dieser Zeit zu würdigen.
Das geschah nicht, weil Nazi-Richter unbescholten in der BRD weiter wirkten und sich eine solche Formulierung juristisch verbeten hätten. Es ging auch nicht, weil „braune“ Beamte, Lehrer und Wirtschaftsbosse am Wirtschaftswunder mitwirkten. Nicht weniger schlimm dienten Vertreter von SS-Organisationen von 1945-1991 bei „Stay behind“ mit und viele schwarze Ecken konnten sich so bis heute erhalten. Das war die Saat, auf der Jungnazi-Gruppen im Land sich prächtig entwickeln konnten.

Auch in der BRD wurde mit Menschen, die sich nicht systemkonform verhielten, gnadenlos umgesprungen. Im August 1956 wurde in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die KPD verboten. Ich erlebte diesen undemokratischen Akt in Hamburg. Es gab Berufsverbote für Menschen mit linker Einstellung. Wer öfter in die DDR oder gar in die Sowjetunion reiste, wurde bespitzelt und bedroht. Gleiches galt für die Atomkraftgegner und alternative Gruppen.
Die Opfer der NS-Zeit erhielten nur schleppend eine Entschädigung für die Zeit in den KZ.
Euthanasieopfer und Opfer medizinischer Versuche erhielten bis heute keine Entschädigung. Jedes Jahr steht die BRD im Verzeichnis von „amnesty international“ als Menschen-rechtsverletzerin.
Laufende Manipulation in Wirtschaft und Gesundheitswesen - das sind nur einige, wenige Beispiele zur Verdeutlichung des Problems. Mit der Bibel ist zu sagen: „Du siehst den Splitter im Auge des Anderen, aber nicht den Balken im eigenen Auge.“
Also: Von vorn anfangen und möglichst schnell die eigenen Schuld bekennen.
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