Schöne Kostüme: Stadtrundgang Weimar - rund 150 Besucher liefen mit

Gut angezogen: Gunthart Hellwig (l.) als Liberaler von 1848, eine Frau aus dem ersten deutschen Parlament, in dem Frauen sitzen durften 1919 (Katrin Heinke). Und der Assistent des Thüringer Regierungspräsidenten Hermann Brill (Tino Sradnick). Foto: Heyder
 
Gunthart Hellwig als liberaler 1848er vor dem Weimarer Rathaus. Rund 150 Gäste genossen das Spektakel. (Foto: © Thomas Müller)

Auf eine große Resonanz war am 24. Juni der historische Stadtrundgang des Weimarer Republik e.V. und der Friedrich-Ebert-Stiftung in Weimar gestoßen:

Rund 150 Bürger ließen sich von Schauspielern auf eine Zeitreise durch die deutsche Demokratiegeschichte entführen. Vom Rathaus bewegte sich die Gruppe über das Deutsche Nationaltheater und den Frauenplan bis zum Platz der Demokratie. An den jeweiligen Orten traten Protagonisten der demokratischen Bewegung aus den Jahren 1848, 1919, 1945 und 1989 auf und vermittelten eine Ahnung davon, wie schwer es war, in unserem Land Freiheit und Mitbestimmung zu verwirklichen. Zum Abschluss gab es dann im Reithaus noch das 1. Weimarer Demokratieforum, bei dem der letzte DDR-Außenminister Markus Meckel und die Politikprofessoren Alexander Gallus, Torsten Oppelland und Michael Dreyer das Thema vertieften und eine spannende und erkenntnisreiche Debatte führten.



Originaltext aus der Printausgabe zum Stadtrundgang:

Es war eine lange und schwere Geburt. Deren Termin sich immer wieder verschoben hat. Um Jahrzehnte manchmal. Dabei sah es zwischenzeitlich immer wieder so aus, als sei die Zeit reif.

Mit einer Tour zu den Schauplätzen deutscher Demokratiegeschichte in Weimar inszenieren Schauspieler die 141 jährige Historie der Umsetzung einer Idee, die aus der griechischen Antike stammt. Bis sie nach 1989 – mit freien und geheimen Wahlen und mit Kandidaten aus jeder politischen Couleur – auch im Osten der Republik Wirklichkeit wurde. Dabei gehört Weimar zu einer ihrer Wiegen. „Hier tagte 1919 die Weimarer Nationalversammlung und schuf damit die erste deutsche Demokratie“, betont Stephan Zänker vom Weimarer Republik e.V., der die Tour organisiert. Von den ersten liberalen Bewegungen bis hin zur Wende 1989 wird alles im „Schnelldruchgang“ erzählt. An den Originalschauplätzen. Dabei kommen „unbekannte Protagonisten“ aus der jeweiligen Zeit zu Wort: ein liberaler 48er (gespielt von Gunthart Hellwig), eine Frau aus dem ersten deutschen Parlament, in dem Frauen sitzen durften (Katrin Heinke). Auch der Assistent des Thüringer Regierungspräsidenten Hermann Brill (Tino Sradnick), der 1945 in Weimar den demokratischen Neuaufbau anging, ist dabei und erzählt, wie er von sowjetischen Besatzungsmacht und der KPD ausgebremst wurde. Und zum Schluss: Ein Revolutionär aus dem Jahr 1989.


„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ (nach Hermann Hesse) – thematisiert die Aufbrüche in der Geschichte der Deutschen Demokratie. Der Bogen reicht von der Revolution 1848 über die Nationalversammlung 1919 und den hoffnungsvollen Neubeginn 1945, bis hin zur friedlichen Revolution 1989. Durch den Abend wird der amerikanische Journalist Gordon Stiles führen, er geleitet das Publikum von Station zu Station. „Das wird eine spannende und kurzweilige Zeitreise, die auch einige Aha-Effekte liefert“, so Stephan Zänker.


Das Abschluss-Defilee findet im Reithaus statt, hier schließt sich um 19.30 Uhr eine Podiumsdiskussion an, an der der letzte Außenminister der DDR, Markus Meckel, und die Politikwissenschaftler Prof. Torsten Oppelland und Prof. Alexander Gallus teilnehmen.


Info: Start des Rundgangs ist am 24. Juni, 18 Uhr, auf dem Markt, direkt am Rathaus, weitere Stationen sind das DNT, der Frauenplan und der Platz der Demokratie. Die Friedrich-Ebert-Stiftung und der Weimarer Republik e.V. veranstalten den Rundgang. Der Eintritt dazu ist frei.


Kasten: Das Wort „Demokratie“ ist im antiken Griechenland entstanden und bedeutete dort die direkte Volksherrschaft. In einer griechischen Polis (Stadt) durften jedeoch nur freie Männer an Volksversammlungen teilnehmen.
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