Staatliche Neugier: Stichtag für den "Zensus 2011" ist der 9. Mai

Wie viele Menschen sind in Thüringen zu Hause? Die letzte „Bevölkerungsinventur“ liegt fast 30 Jahre zurück. (Foto: Zensus 2011)
Laut Statistik leben in Thüringen rund 2,27 Millionen Menschen. Ist die Zahl korrekt? Der „Zensus 2011“ soll verlässliche Daten liefern. Zwölf Antworten zur großen Volkszählung, bei der auch etwa jeder Dritte Thüringer befragt wird:

1. Warum eine Volkszählung?
Sie ermittelt, wie ­viele Menschen in Deutschland leben, wie sie wohnen und arbeiten. Die Daten sind wichtig für Planungen in der Verwaltung und Politik. Auch der Länder­finanzausgleich und die
EU-Fördermittel werden pro Kopf berechnet.

2. Warum jetzt?
Die EU fordert von ­ihren Mitgliedsstaaten im Zehn­jahrestakt aktuelle Bevölkerungs­daten. Zuletzt durchgezählt wurde hierzulande vor langer Zeit: 1987 in der BRD und 1981 in der DDR.

3. Was ist neu?
Erstmals ist es ein „registergestütztes Verfahren“, keine klassische Volkszählung. Die Statistiker sammeln zunächst Informationen, die ­Behörden wie Meldeämter und die Agentur für Arbeit ohnehin über die Bürger haben. Nur rund ein Drittel der Deutschen muss direkt Auskunft geben.

4. Wer wird befragt?
Alle Haus- und Wohnungseigentümer erhalten einen Fragebogen per Post. „In Thüringen sind das rund 500 000 Eigentümer“, erklärt Sven Potthoff vom Thüringer Landesamt für Statistik. Zudem gibt es in allen Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften Befragungen.
Besuch von einem Interviewer bekommen etwa 200 000 Thüringer (9 Prozent). Sie werden bei der Haushalte­befragung um Auskunft gebeten und sind (im Unterschied zu Markt- und Meinungsforschungsumfragen) auskunftspflichtig, da es sich um eine amtliche Statistik handelt.

5. Wie erfolgt die Auswahl?
Nach einem Zufallsverfahren werden Adressen ausgewählt und alle Haushalte an dieser Anschrift vor Ort befragt.

6. Wonach wird gefragt?
Nach Alter, Geschlecht, Familienstand, Staatsangehörigkeit, Migrationshintergrund, Religion, Bildung und Berufstätigkeit. Den Frage­bogen gibt’s im Internet.

7. Wann geht es los?
Stichtag ist der 9. Mai. 2500 bis 3000 Interviewer sind dann in Thüringen unterwegs. Sie haben 12 Wochen Zeit für die Befragungen.

8.Kann es sein, dass mich mein Nachbar befragt, dem ich nicht unbedingt Details über mein Beschäftigungsverhältnis offenbaren möchte?
Die Erhebungsstellen, die die Einteilung der Interviewer vornehmen, sind dazu angehalten, Befragungen in unmittelbarer Nachbarschaft zu vermeiden.

9. Wie erhalte ich Bescheid, wenn ich betroffen bin?
Benachrichtigungen nebst Terminvorschlag für den Besuch sind ab dem 2. Mai in den Briefkästen zu finden.

10. Was passiert mit den Daten?
Sie werden anonymisiert ausgewertet. Die Ergebnisse liegen Ende 2012 vor. "Der Zensus 2011 ist als Großzählung äußerst komplex. Angesichts dessen sind 18 Monate eine durchaus sportliche Vorgabe", sagt Sven Potthoff.

11. Werden die Daten an andere Behörden weitergeleitet?
Nein, es gilt das Rückspielverbot. Das heißt, die Daten fließen nur in eine Richtung: aus den Registern und Befragungen hin zur amtlichen Statistik. Ergebnisse dürfen an keine Behörden zurückgespielt werden weder ans Melde- oder Finanzamt noch an die Polizei.

12. Wieviel kostet die Volkszählung in Thüringen?
20 Millionen Euro, der Bund übernimmt etwa ein Drittel davon.

Weitere Informationen: http://www.statistik.thueringen.de/zensus/
und unter http://www.zensus2011.de/
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2 Kommentare
1.851
Manuela Deutschland aus Sömmerda | 08.03.2011 | 17:57  
Sibylle Klepzig aus Nordhausen | 09.03.2011 | 13:36  
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