Umdenken statt hartem Durchgreifen beim Fahrradproblem

Erfurt: Erfurt | Es wird Zeit für ein ganzheitliches Verkehrskonzept.

Ich beziehe mich hier auf einen Artikel der TLZ:

http://www.tlz.de/startseite/detail/-/specific/Ers...

Nicht erst seit ein paar Tagen, sondern schon länger streitet der Stadtrat über die fehlenden Fahrradstellplätze am Bahnhofsvorplatz.

Jetzt haben Mitarbeiter des Bürgeramtes der Stadtverwaltung hart durchgegriffen und die ersten falsch geparkten Fahrräder abmontiert, um sie abzuschleppen. So wurden an Fahrrädern, die das Blindenleitsystem zwischen den Platanen blockieren, mit Trennschneidern die Schlösser geöffnet. (1)
Ungeachtet davon wie teuer so ein Schloss ist. Dies kann bei guten bis zu 150 Eur sein.

Dabei ist die Aufstellung neuer Fahrradständer zwar geplant, verzögert sich aber offenbar durch unklare Zuständigkeiten in der Stadtverwaltung. So sind neue Fahrradparkplätze hinter dem Erfurter Hof, gegenüber dem Ibis-Hotel sowie rechts und links vom Haupteingang des Bahnhofes geplant. Dafür sind auch schon ein Teil der Fahrradständer im Straßenbahnbetriebshof eingelagert.

Aber statt zeitnah die Anzahl der Fahrradstellplätze am Bahnhof zu erhöhen, wird durch das Abschleppen der Fahrräder nur Symptom- und nicht Ursachenbekämpfung betrieben. Durch den hohen Verwaltungsaufwand entstehen unnötige Kosten für das Entfernen, die Katalogisierung und die Aufbewahrung der konfiszierten Fahrräder. Diese Gelder sollten besser für das aufstellen weiterer Fahrradständer verwendet werden. Ich sehe ein, dass der Schutz blinder bzw. sehbehinderter Mitmenschen, die das Blindenleitsystem nutzen, im Vordergrund steht. Eine barrierefreie und damit gefahrlose Teilnahme am Straßenverkehr kann ihnen aber nur zugesichert werden, wenn die gesamten Rahmenbedingungen dauerhaft auf sie abgestimmt werden. Blinde brauchen kontinuierlich sichere Laufwege, was allein durch das Abschleppen der Fahrräder nicht gewährleistet wird.

Auch der Kandidat der Piraten für die Oberbürgermeisterwahl 2012, Peter Brückner, spricht sich für ein ganzheitliches Verkehrskonzept aus: »Öffentlicher Nahverkehr, Radfahrer und Fußgänger müssen sich gegenseitig im Straßenverkehr respektieren. Radfahrer werden jedoch von den Erfurter Behörden immer noch sehr stiefmütterlich behandelt und gern als „Problem“ angesehen. Beim Bau und der Umgestaltung öffentlicher Einrichtungen und Straßen muss der Radverkehr endlich stärker berücksichtigt werden! Natürlich ohne die anderen Verkehrsteilnehmer zu vernachlässigen. Gerade die Blinden und die Radfahrer gegeneinander zu stellen, ist nicht eben fair.«

Ich selbst bin zwar nur Schönwetterradler, aber nach meiner Meinung sollte die Stadt sich endlich überlegen wie sie dem zunehmenden Radverkehr unterstützt und nicht behindert. Denn die Sprit-preise werden weiter steigen und der Radverkehr eher zu- als abnehmen.

Bild: http://freepics.frankcoburger.de/Erfurt/slides/_MG...
Rechte: Frank Coburger CC BY-NC
Bildunterschrift: So geordnet wie im Radhaus geht es im Erfurter Straßenverkehr selten zu.
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