Wählerischer Wochenstart: Haben wir eigentlich ein Wahl, bei der Wahl?!

Fieberhaft strebt das Wahlvolk gedanklich schon zu den Urnen, begierig endlich die alles entscheidende Stimme in die Wahlurnen zu werfen, damit endlich, ja endlich alles ins richtige Lot kommt. Zumindest vermitteln die an Belästigung grenzenden Plakatierungen einen solchen Eindruck.

Aber langsam, der Reihe nach.

Bei Wahlen sollte man, wie der Name es unterstellt, die Wahl zwischen verschiedenen Möglichkeiten haben. Also, ich wähle Partei A und X, und wähle damit ausdrücklich NICHT die Parteien B, C, D, E ,Y, Z, da ich deren Politik keinesfalls unterstützen würde, denn sonst hätte ich denen meine Stimme gegeben.
Jetzt passiert es aber nach der Wahl, dass A oder X mit B, C, E usw. in Koalition geht. Was hat es mir genützt, dass ich meine Stimme Partei A und X gegeben habe? Nichts! Mein Wählerwille ist vollkommen neutralisiert, unbedeutend geworden!
Nun ja, das Ganze nennt sich ja demokratische Mehrheitsbildung, die dann den Willen des größten Teils der Wähler ausdrücken soll. Aber, tut sie das eigentlich?? Was ist mit dem erheblichen Prozentteil der Nichtwähler, die mit ihrer Nichtwahl ganz klar zum Ausdruck bringen, dass sie die zur Wahl stehenden Parteien ihre Stimme nicht geben, deren Politik also nicht unterstützen wollen?

Also, dass Problem mit den Koalitionen lässt sich nicht lösen, denn irgendwie müssen in diesem auf Macht aufgebauten Politiksystem, welches durch Mehrheiten erzeugt wird, regierungsfähige Formen gefunden werden.
Vielleicht liegt es an der Sichtweise, denn eigentlich ist es recht unwahrscheinlich, dass gar keine Partei die eigenen Interessen, zumindest in der Ankündigungen, vertritt. Was dann realisiert wird, weiß jeder mündige Bürger inzwischen.

Macht es denn noch Sinn, die Wahl zur Bekundung des eigenen Willens zu nutzen?

Die Landtagswahl in Sachsen hat gezeigt was passiert, wenn zu wenig denkende Menschen zur Wahl gehen. Da werden politische Strömungen mit vorsätzlich bösartiger Fremdenfeindlichkeit nach oben gespült, die sich auch noch als Sieger feiern, die kein denkender Mensch wählen könnte. Da Fremdenfeindlichkeit, wie Alkohol, zu Wahrnehmungsstörungen, Kompetenzverlust und geistiger Umnachtung führen kann, scheint der Grad des nötigen Denkens doch bedeutend zu sein.

Vielleicht ist es doch besser vorher sich zur Wahl zu entschließen, als hinterher das Desaster zu beklagen?!
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7 Kommentare
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Joachim Kerst aus Erfurt | 08.09.2014 | 09:36  
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Wolfram Treydte aus Erfurt | 08.09.2014 | 09:42  
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Hannelore Grünler aus Artern | 09.09.2014 | 07:57  
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Mike Picolin aus Gera | 09.09.2014 | 10:42  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 11.09.2014 | 09:50  
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Joachim Kerst aus Erfurt | 13.09.2014 | 10:21  
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Harald Schnöde aus Apolda | 14.09.2014 | 10:52  
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