Absturz einer Lok: Im Stadtarchiv erinnern zahlreiche Dokumente an Unglücke in der Stadt

Wann? 03.03.2012

Wo? Stadtarchiv, Gotthardtstraße, 99084 Erfurt DE
Historisches Foto vom Eisenbahnunglück am 18. Juli 1897. (Foto: Stadtarchiv)
Erfurt: Stadtarchiv | "Am Samstag, 18. Juli 1897, gab es in der Stadt nur ein großes Gesprächsthema, die am Morgen um 7.42 Uhr abgesützte Lok in der Löberstraße, die noch halb auf der Brücke hing", sagt Dr. Rudolf Benl, Archivar und Direktor des Stadtarchives Erfurt. Der Allgemeine Anzeiger, die damalige Tageszeitung, berichtete am 19. Juli darüber: Im Laufe des Tages war der Schauplatz von Tausenden von Menschen besucht. Auch wurde das Unfallterrain mehrfach fotografisch aufgenommen." Die Lok hatte beim Rangieren auf einem toten Strang, der bis nahe an den Luftschacht der Löberbrücke reicht, einen Prellbock überfahren und war dadurch von der Brücke gefallen. "Wahrscheinlich war sie zu schnell unterwegs", sagt der Archivar schmunzelnd.

Aus den meterlangen Regalen, gefüllt mit riesigen Papierbergen, hat er die mehr als 100 Jahre alten Zeitungsmeldungen und Fotos wieder hervorgeholt, um sie zum diesjährigen "Tag der Archive" der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Thema 2012: "Feuer, Wasser und Katastrophen in der Stadt".

Dazu passt auch gut der Großbrand im Centrum-Warenhaus am 27. Juni 1985, bei dem erheblicher Sachschaden entstand. Das Feuer brach in der Jugendmodeabteilung aus und breitete sich schnell bis zum Dachstuhl hin aus. Insgesamt 14 Feuerwehren waren bei den Löscharbeiten im Einsatz. Die Tageszeitung "Das Volk" berichtete am 28. Juni ausführlich darüber. "Von diesem Ereignis liegt uns noch umfangreiches Fotomaterial vor, sogar von der Polizei", erzählt der Archivar. Als Brandursache wird später Brandstiftung durch einen Mitarbeiter ermittelt.

Viele kleinere und größere Geschehnisse beeinflussten in den vergangenen Jahrhunderten das Leben der Menschen in der Stadt. Alle Urkunden, Dokumente und Zeitungen sind im Stadtarchiv eingelagert, die Ältesten stammen aus der Zeit von 1144. Das Erfurter Archiv ist das größte in Thüringen. Zum "Tag der Archive" bietet sich eine gute Gelegenheit zu einem historischen Streifzug durch das Gebäude und die Stadtgeschichte.

Hintergrund:
- Am 3. März, zum „Tag der Archive“, ist das Stadtarchiv von
10 bis 17 Uhr geöffnet
- Führungen durch das Haus um 10 Uhr, 13 Uhr und 15 Uhr mit
Direktor Dr. Rudolf Benl
- Filme zeigen Erfurter Katastrophen von 1990 bis heute
- Präsentation von Akten und Bildern zu Bränden in der Stadt
- Im Bildarchiv besteht die Möglichkeit, sich die eigene Wohnstraße
auf historischen Fotos anzusehen
- Wertvolle historische Dokumente zur Stadtgeschichte werden
gezeigt.
- Kartenmaterial zu Kriegen und Folgen ab dem 18. Jahrhundert ist
zugänglich.
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3 Kommentare
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Gerald Kohl aus Erfurt | 04.03.2012 | 00:13  
Ines Heyer aus Saalfeld | 05.03.2012 | 12:09  
3.004
Gerald Kohl aus Erfurt | 05.03.2012 | 20:08  
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