Alles was Recht ist (3) (Fotografieren von Menschen)

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Zimmernsupra: Ahornweg | Fotografieren von Menschen

Fotos von Menschen dürfen nur mit dessen Einwilligung veröffentlicht oder verbreitet werden.
Im Zweifel gilt aber, wenn die Person sich bewusst ablichten ließ oder eine Honorar dafür bekommen hat, bedarf es keiner Einwilligung. Stirbt diese Person, bedarf es einer Einwilligung der Angehörigen der abgebildeten Person. Dies gilt für mindestens 10 Jahre nach dem Tod. Angehörige die diese Erlaubnis geben können sind dem Gesetz nach, Lebenspartner, Ehegatte und die Kinder der abgebildeten Person.
Auch wenn die verstorbene Person ein angemessenes Honorar erhalten hat, ist eine Einwilligung der Verwandten nötig, weil diese sich über die „Angemessenheit“ streiten können. Hier sollte auf jeden Fall eine schriftliche Einwilligung festgehalten werden, die auch den Zweck der Aufnahmen enthalten.

Keine Einwilligung ist nötig wenn:
- die abgebildete Person als Beiwerk erscheint
- die abgebildete Person auf Bildern zu sehen ist, wie bei einer Versammlung, Demo oder anderen Großereignissen. (VORSICHT! Die Person darf aber nicht gezielt fotografiert werden)
- Bilder aus dem Bereich der Zeitgeschichte, Personen des öffentlichen Lebens, (z.B. Polizei) und Bilder von besonderen Unfällen oder Straftaten.


KUG
Die Rechtsgrundlage für das Recht am eigenen Bild stellt das Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie (Kunsturheberrechtsgesetz, kurz: KunstUrhG) vom 9. Januar 1907 dar. Das KunstUrhG war damals als Strafgesetz geschaffen worden, nachdem zwei Fotografen versucht hatten, Bilder des toten Reichskanzlers Otto von Bismarck zu veröffentlichen. Die beiden hatten sich vorher widerrechtlich Zutritt zu dessen Sterbezimmer verschafft.[1] Heute sind nur noch die §§ 22, 23, 24 und 33 (als Strafvorschrift) KunstUrhG von Bedeutung.


§ 22 KunstUrhG bestimmt:
„Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Die Einwilligung gilt im Zweifel als erteilt, wenn der Abgebildete dafür, dass er sich abbilden ließ, eine Entlohnung erhielt. Nach dem Tode des Abgebildeten bedarf es bis zum Ablaufe von zehn Jahren der Einwilligung der Angehörigen des Abgebildeten. Angehörige im Sinne dieses Gesetzes sind der überlebende Ehegatte oder Lebenspartner und die Kinder des Abgebildeten und, wenn weder ein Ehegatte oder Lebenspartner noch Kinder vorhanden sind, die Eltern des Abgebildeten.“


§ 23 KunstUrhG zählt Ausnahmen auf:
(1) Ohne die nach § 22 erforderliche Einwilligung dürfen verbreitet und zur Schau gestellt werden:
1. Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte;
2. Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen;
3. Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben;
4. Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient.
(2) Die Befugnis erstreckt sich jedoch nicht auf eine Verbreitung und Schaustellung, durch die ein berechtigtes Interesse des Abgebildeten oder, falls dieser verstorben ist, seiner Angehörigen verletzt wird.
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2 Kommentare
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Diana Müller-Zeising aus Erfurt | 11.03.2011 | 12:56  
3.977
Thomas Twarog aus Erfurt | 11.03.2011 | 16:33  
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