Angriff der Quälgeister

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Insektenalarm im Sommer: Wie man sich gegen die Umtriebe von Mücken und Co. schützt und Symptome nach Stichen lindert






So macht Sommer Spaß: Sonnen, baden, picknicken. Wenn nicht die fiese Insekten-Armada gerade dann zum Angriff blasen würde, wenn es am schönsten ist. Nervfaktor: 100 Prozent.

"Trotzdem helfen hastige Bewegungen oder Umsichschlagen gar nichts", sagt AOK-Beratungsarzt Andreas Winkler. "Mücken, Wespen und Bienen fühlen sich dadurch bedroht. Um sich zu verteidigen, stechen sie zu." Winkler rät: Besser ist es, sich langsam und ruhig zu entfernen. Wird man trotzdem gestochen und steckt der Stachel noch in der Haut, sollte dieser vorsichtig mit den Fingernägeln oder einer Pinzette entfernt werden.

"Insektenstiche sind zwar unangenehm, aber meistens harmlos", sagt der Facharzt für Sportmedizin. "Denn der Schmerz nach einem Insektenstich ist eine Entzündungsreaktion. Beim Mückenstich zum Beispiel verspürt der Mensch nur einen leichten Schmerz.

"Da dieses Insekt Blut saugen will, injiziert sie lokal einen Stoff, der die Gerinnung des Blutes verhindert", erläutert Winkler. Danach beginnt bereits die Rötung, die Schwellung um die Einstichstelle und das Jucken. Es kommt zu einer lokal sehr begrenzten allergischen Reaktion. Die Rötung entsteht durch die Entzündung, da sich die Blutgefäße erweitern. Und durch die Hyperämie - eine erhöhte Durchblutung an dieser Hautpartie - wird sie warm. "Die Devise heißt: kühlen, kühlen, kühlen", rät Winkler.

Als Sofortmaßnahme sollte man kaltes Wasser darüber laufen lassen, einen Kühlakku oder Eis auflegen. Dadurch ziehen sich die Gefäße zusammen. Kühlende Gele und Salben lindern den Juckreiz. Bei entzündeten Mückenstichen kann eine Zwiebelscheibe aufgelegt werden.

Wärme verstärkt die Entzündung. Kratzen an der entzündeten Stelle muss unbedingt vermieden werden. "Es wirkt wie eine Mikromassage. Dadurch wird die Durchblutung noch verstärkt", sagt Winkler. Und danach wird das Krabbeln sogar noch schlimmer.

Hornissen sind nicht gefährlicher als andere Wespen. Da sie größer sind, verursachen ihre Stiche aber einen größeren Schmerz. Die Gifte von Wespen, Hornissen und Bienen lösen am häufigsten Allergien aus. Im schlimmsten Fall droht Allergikern bei einem Wespen- oder Bienenstich ein Schock. Dieser kann einen lebensbedrohlichen Kreislaufkollaps verursachen. Luftnot, Schluckbeschwerden, Brennnen und Jucken an den Handflächen, Fußsohlen, im Rachen und an der Zunge sind erste Anzeichen für eine allergische Reaktion. Dazu kommen Schwächegefühl und Hitzewallungen.

Im Mund- und Rachenraum, an der Schläfe und am Hals können Bienen- und Wespenstiche gefährlich sein. "Ein Arzt ist aufzusuchen, wenn die lokale Reaktion auf den Stich sehr ausgeprägt ist oder zunehmende Atembeschwerden auftreten. Gegebenenfalls muss ein Notarzt verständigt werden", rät Winkler. Bei einem Stich im Mundraum sollte man sofort Eiswürfel lutschen und einen Eiswickel um den Hals legen, um eine Schwellung zu verhindern.


Ratschläge

• Im Freien nicht
aus einer Dose
oder dunklen
Flasche trinken,
Strohhalm verwenden.
• Getränke für
Kinder sollten in
eine durchsichtige
Trinkflasche mit
Verschluss umgefüllt
werden.
• Süße Speisen
abdecken und
beim Picknick
Obstbäume und
blühende Sträucher
meiden.
• Im Sommer auf
stark duftende
Parfums, Cremes
und Haarspray
verzichten.
• Die Einstichstelle
kann mit
gestoßener glatter
Petersilie gekühlt
werden.
• Eine Paste aus
Haushaltsnatron
und Wasser oder
Heilerde lindern
den Juckreiz.




90 Prozent der allergischen Reaktionen in Deutschland treten nach Wespenstichen auf und nur 10 Prozent nach Bienenstichen. Wespen, Hummeln und Hornissen können mehrmals zustechen und sterben auch nicht daran.
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2 Kommentare
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D D aus Jena | 18.05.2011 | 16:18  
Thomas Gräser aus Erfurt | 18.05.2011 | 16:23  
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