Arbeitsmarktdossier für den Landkreis Sömmerda vorgestellt

Agentur für Arbeit präsentierte Ergebnisse

Ab sofort steht das Arbeitsmarktdossier für den Landkreis Sömmerda zur Verfügung. Daten zu Bevölkerungsentwicklung und -prognosen, Wirtschaft und Beschäftigung, Pendlerströmen, Bildungsdaten und zur sozialen Lage fasst das Dossier der Agentur für Arbeit und des Jobcenters zusammen. Im Rahmen eines Arbeitsmarktgespräches am 4. Dezember stellte Jeannette Austen, Leiterin der Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit in Sömmerda, das Dossier vor.

Der Landkreis Sömmerda zeichnet sich durch einen hohen Anteil an verarbeitendem Gewerbe aus. So ist der Dienstleistungsanteil mit 54 Prozent der niedrigste in Mittelthüringen und liegt deutlich unter dem Landesdurchschnitt (64 Prozent). 2011 waren über 20.700 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Die Zahl der Beschäftigten ist in den letzten Jahren leicht gestiegen. Die Kernbranchen sind neben dem verarbeitenden Gewerbe (30 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten), der Handel (13 Prozent), das Baugewerbe (9 Prozent) sowie das Gesundheits- und Sozialwesen (8 Prozent).
Die Auspendlerquote ist sehr hoch: mit 50 Prozent liegt sie deutlich über dem Landesdurchschnitt von 16 Prozent und bedeutet, dass jede zweite Bewohner des Landkreises zur Arbeit auspendelt. Die 14.000 Menschen pendeln vor allem nach Erfurt (7.522 Personen), Weimar (761 Personen) sowie dem Weimarer Land (951 Personen) und in die angrenzenden Landkreise. In den letzten Jahren gewann der Landkreis an wirtschaftlicher Attraktivität, so dass die Zahl der Einpendler deutlich stärker als die der Auspendler stieg. Die meisten Einpendler in die Region stammen aus Erfurt (1.903 Personen), gefolgt vom benachbarten Kyffhäuserkreis (1.792 Personen).
Die Kinderbetreuungsquote liegt mit 75,5 Prozent über dem Thüringer Durchschnitt (71,3 Prozent) und die Beschäftigungsquote der Frauen ist mit 54,8 Prozent genau im Landesschnitt.

Dabei stellt das Dossier nicht nur die derzeitigen wirtschaftlichen Gegebenheiten vor, sondern wagt auch den Blick in die Zukunft. Wie entwickeln sich Bevölkerung und Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren? Die Bevölkerungsvorausberechnung des Thüringer Landesamtes für Statistik prognostiziert einen Rückgang der Bevölkerung im Landkreis Sömmerda bis 2030 um etwa 21 Prozent. Das Erwerbspotential wird dabei um 42 Prozent zurückgehen. Gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter von aktuell 45,5 auf 52,9 Jahre. Die demografische Entwicklung wird sich auf die Fachkräftesituation der nächsten Jahre auswirken. Dabei zeigt das Dossier auch mögliche Wege auf, dem Fachkräftebedarf zu begegnen: Schul-, Ausbildungs- und Studienabbrecher reduzieren, Erwerbsbeteiligung Älterer, von Frauen und Langzeitarbeitsloser erhöhen, Ausbau von Teilzeit und Minijobs zu sozialversicherungspflichtiger Vollzeitbeschäftigung, Ausbildung und Qualifizierung vorantreiben.
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