Ausbildung auch für junge Erwachsene

Initiative AusBildung wird was
Die Agentur für Arbeit Erfurt und die Jobcenter rücken zu Beginn des neuen Schuljahres die beruflichen Möglichkeiten junger Erwachsener ohne Berufsabschluss verstärkt in den Blickpunkt. Da die Zahl der Schulabgänger deutlich gesunken ist, die Wirtschaft Nachwuchs sucht und zukünftig vor allem gut qualifizierte Fachkräfte benötigt werden, haben die Agenturen für Arbeit bundesweit die Initiative AusBildung wird was – Spätstarter gesucht initiiert. Ziel ist es, die guten Ausbildungsmarktchancen für junge Erwachsene ohne Berufsabschluss zu nutzen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, eine Ausbildung zu absolvieren. Damit wird gleichzeitig dem wachsenden Nachwuchskräftebedarf der Unternehmen Rechnung getragen. „Wir setzen verstärkt auf die Ausbildung junger Erwachsener. Viele konnten vor einigen Jahren aufgrund des Lehrstellenmangels keine Ausbildung absolvieren, die ihren Stärken und Wünschen entsprach oder haben sie abgebrochen. Heute arbeiten etliche als Helfer oder sind arbeitslos. Ihnen wollen wir in Zeiten des besseren Ausbildungsmarktes eine neue Chance geben“, sagt Beatrice Ströhl, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Erfurt. Junge Erwachsene ohne Berufsabschluss haben ein deutlich höheres Risiko arbeitslos zu werden und zu bleiben bzw. nur kurzzeitig beschäftigt zu sein. So hatten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2011 deutschlandweit 16 Prozent der jüngeren Menschen im Alter von 25 bis unter 35 Jahren keinen Berufsabschluss und waren nicht in Ausbildung. Bei den Arbeitslosen ist der Anteil deutlich höher.
In Mittelthüringen, im Agenturbezirk Erfurt, sind aktuell 1.850 junge Menschen im Alter von 25 bis 35 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung arbeitslos. Damit liegt der Anteil der Ungelernten an allen jüngeren Arbeitslosen bei 34 Prozent. Dabei ist die regionale Verteilung unterschiedlich – sie reicht von 30 Prozent in den Landkreises Weimar und Sömmerda, über 32 Prozent in der Stadt Weimar, 33 Prozent im Ilm-Kreis bis 36 Prozent in Erfurt.
„Unser Ziel ist es, die jungen Menschen zu motivieren, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zu erweitern und eine Ausbildung zu absolvieren. Denn eine Berufsausbildung ist auch für einen Erwachsenen mit Mitte Zwanzig noch lohnenswert. Er steht noch viele Jahre im Berufsleben, eine abgeschlossene Berufsausbildung rentiert sich finanziell und steigert die Karrierechancen“, sagt Ströhl. Im Rahmen der bundesweiten Initiative führen die Arbeitsvermittler Gespräche mit betroffenen jungen Erwachsenen und werben bei Unternehmen für die Bereitschaft, auch älteren Azubis eine Chance zu geben. Dabei gibt es verschiedene Wege zum Berufsabschluss: junge Erwachsene können eine Ausbildung im Unternehmen absolvieren oder sie machen eine betriebliche Einzelumschulung. Bei letzterer verkürzt sich die Ausbildungszeit um ein Drittel. Menschen über 25 Jahre verfügen meist über mehr Lebens- und Berufserfahrung und können schneller im Unternehmen eingesetzt werden. Darüber hinaus können Unternehmen auch bei den eigenen Beschäftigten nach Potentialen schauen. So können sich z.B. an- und ungelernte Kräfte weiter qualifizieren bis hin zum Berufsabschluss. Über das Programm WeGebAU (Weiterbildung für Geringqualifizierte und Ältere in Unternehmen) fördert die Arbeitsagentur arbeitsplatzbezogene Qualifizierungen. Dabei bleibt der Arbeitnehmer dem Unternehmen erhalten, da die Qualifizierung zumeist direkt im Betrieb stattfindet. „Sicherlich ist es für die Unternehmen zunächst ein neuer Weg und erfordert Umdenken und Flexibilität. Und den jungen Erwachsenen kostet es Überwindung, Lernbereitschaft und Geduld, sich mit 16-Jährigen auf die Schulbank zu setzen. Doch es lohnt sich mittel- und langfristig für beide Seiten“, sagt Ströhl.
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