Ausbildungsbeginn: Ampel steht auf grün

Diese Woche geht es los: die Ausbildung von Robert Werther zum Elektroniker-Automatisierungstechnik. Seinen Ausbildungsbetrieb S+B Signal- und Beleuchtungstechnik GmbH kennt er schon seit Januar. Der 22-Jährige absolvierte in den letzten sechs Monaten eine Einstiegsqualifizierung, eine Art bezahltes Langzeitpraktikum. „Ich habe bei der Montage von Lichtsignalanlagen und deren Wartung geholfen und konnte in den letzten Monaten einen guten Eindruck von den späteren Aufgaben gewinnen. Es gefällt mir hier gut und ich habe Spaß an Elektronik“, sagt der frisch gebackene Azubi.

S+B installiert, wartet und repariert Ampelanlagen und Straßenbeleuchtungen. Das Erfurter Unternehmen hat 55 Mitarbeiter und bildet vier Azubis in der Elektrotechnik sowie weitere zum Anlagenmechaniker und in Büroberufen aus. „Es war nicht einfach, die gewerblichen Ausbildungsplätze zu besetzen. Daher sind wir sehr aufgeschlossen, was die Einstiegsqualifizierung betrifft. Das Gute daran ist, dass wir als Betrieb den Bewerber über mehrere Monaten kennenlernen und testen und der Bewerber uns. Wir wollen auf diese Weise auch unseren Nachwuchs gewinnen“, sagt Bernd Weidenhaun, Geschäftsführer von S+B. Dabei hat das Unternehmen auch einigen Aufwand mit den Praktikanten: „Eine Einstiegsqualifizierung ist keine billige Arbeitskraft. Die jungen Menschen übernehmen nach Anleitung bereits wichtige Aufgaben. Wer sich bewährt und möchte, dem bieten wir einen Ausbildungsvertrag“, so Weidenhaun.

Die Einstiegsqualifizierung ist eine Art Langzeitpraktikum für Jugendliche. „Sie ist eine gute Möglichkeit, wenn nicht ganz so nahtlose Übergänge von der Schule in die Ausbildung realisierbar sind. Durch den veränderten Ausbildungsmarkt werden zwar rein quantitativ die Möglichkeiten für die jungen Menschen besser. Doch es ist weiterhin wichtig, auch den jungen Menschen eine berufliche Chance zu bieten, die bislang einige Hürden zu überwinden hatten. Manchen jungen Menschen muss man zwei oder drei Mal helfen, den richtigen Weg ins Berufsleben zu finden“, sagt Klaus Meyer, Mitglied der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Erfurt.

So auch bei Robert Werther. 2005 schloss er die Realschule ab und durchlebte seitdem verschiedene Stationen. Als er im Dezember 2010 seinen Wehrdienst beendete, war ein Einstieg in die Ausbildung nicht sofort möglich. „Ich bin gleich zur Agentur für Arbeit gegangen und habe mich von meiner Berufsberaterin beraten lassen. Die Chance zu einem Langzeitpraktikum hat sich in ganz kurzer Zeit ergeben“, so Werther. Aus dem Praktikum wurde eine Berufsausbildung.

In dreieinhalb Jahren könnte Werther seinen Facharbeiterbrief in der Tasche haben. „Wir sind davon überzeugt, dass wir ihn zu einem guten Facharbeiter-Abschluss führen werden und dann finden wir zu gegebener Zeit eine passende Anstellung“, sagt der Geschäftsführer von S+B. Das Unternehmen hat bereits mehrfach junge Menschen in einem Langzeitpraktikum an die betriebliche Realität herangeführt. „Für die Fachkräftegewinnung ist es entscheidend, Nachwuchs aus dem verfügbaren Potential zu rekrutieren. Dies setzt natürlich auch voraus, dass es Unternehmen gibt, die sich der Aufgabe stellen und in den Nachwuchs investieren. Der Ausbildungsbeginn von Robert Werther ist ein Beispiel dafür, dass es sich lohnt“, so Meyer.


Hintergrund
Betriebliche Einstiegsqualifizierung (EQ) ist ein Langzeitpraktikum von sechs bis zwölf Monaten im Unternehmen. Die Vergütung wird zwischen dem Betrieb und dem Jugendlichen vereinbart. Die Agentur für Arbeit erstattet dem Unternehmen auf Antrag einen monatlichen Zuschuss von bis zu 216 Euro zur Praktikumsvergütung und 108 Euro als pauschalierten Gesamtsozialversicherungsbeitrag.
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