Ausgebrannt? So lernen Sie, wie Ihr Körper die Energie produziert, die Sie über den Tag verteilt abrufen

Viele Arbeitnehmer fühlen sich ausgebrannt. (Foto: Pixelio/Martin Mueller)
 
Schon zehn Minuten Nickerchen am Mittag haben einen wunderbaren Erholungswert. (Foto: Pixelio/Benjamin Thorn)
Erfurt: Freund HRC | Wenn die Batterie leer ist, funktionieren weder Ihr Handy noch ein anderes mobiles Elektrogerät. Leider trifft dies auch auf uns zu. Die "Maschine Mensch" ist auch nur ein Bestandteil der großen Physik und es gelten die energetischen Gesetzmäßigkeiten.

Der heutige Arbeitsmarkt ist ein einziges Spannungsgebilde. Die einen suchen händeringend Arbeit und die anderen arbeiten sich fast "zu Tode". Die Belastungen, insbesondere im geistigen Bereich, werden immer höher. Nahezu zwei Drittel der Deutschen im Beruf klagen über Zeitdruck und zu viele Aufgaben gleichzeitig. Viele von ihnen wünschen sich einen Arbeitstag mit mehr als 30 Stunden, um den an sie gestellten Anforderungen gerecht zu werden. Und weil es nur 24 Stunden sind, probieren sich viele im Multitasking, formulieren detaillierte Aufgabenlisten nach Wichtigkeit und stellen am Ende des Tages fest, dass trotzdem zahlreiche Aufgaben unerledigt bleiben. Sie fühlen sich gehetzt und ausgepowert.

So wird das nichts! Die Wissenschaft kennt mittlerweile wirkungsvolle Auswege. Das Stichwort heißt effektives Energiemanagement. Wir müssen lernen, wie unser Körper die Energie produziert, die wir über den Tag verteilt in unterschiedlicher Qualität und Quantität abrufen. Es ist tatsächlich wie mit einer Batterie. Ist sie leer, hilft es wenig oder gar nicht, Überstunden zu leisten.

Während es uns bei Sportlern und körperlich schwer arbeitenden Menschen völlig klar erscheint, dass diese durch Nahrungsaufnahme viel Energie für ihre Arbeit benötigen, wird dies von den Menschen, die vorwiegend mit ihrem Kopf arbeiten, häufig unterschätzt. Ein großer Irrtum! Unser Körper produziert seine Energie aus der Ernährung. Glukose wird mit Sauerstoff in Energie umgewandelt. Für die Energiebilanz im Verlauf des gesamten Tages ist es daher wichtig, dass regelmäßig über Ihre Ernährung die wichtigsten Grundstoffe dem Körper zur Verfügung gestellt werden. Für die körperliche Arbeit können Schwankungen in der Ernährung ausgeglichen werden, weil die Muskeln über eigene Glukosevorräte verfügen. Unser Gehirn kann dies leider nicht! Obwohl es nur zwei Prozent vom Körpergewicht ausmacht, verbraucht es etwa 20 Prozent der Gesamtenergie. Unser Gehirn muss daher ständig über die Blutbahn mit Glukose (Zucker) versorgt werden.

Rund 70 Prozent der Deutschen verzichten beim Start in den beruflichen Alltag auf ein Frühstück. Das ist bedauerlich, denn sie müssen schon Ihrem Körper und seinem Stoffwechsel Anschub geben. Mit einem ausgewogenen Frühstück heben Sie den Blutzuckerspiegel der sich in der Nacht abgesenkt hat. Ein gutes Frühstück macht sie wacher und erhöht ihre Gedächtnisfunktionen beträchtlich. Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt sichern die kontinuierliche Energieversorgung des Gehirns. Wer viel leistet, muss sich viel erholen! Dies ist eine wichtige Regel im persönlichen Energiemanagement.

Wir wissen heute, dass wichtige physiologische Funktionen im Körper (Herzrate, Hormonspiegel, Aktivitäten des Gehirns und der Muskeln) in regelmäßigen Zyklen über den Tag verteilt ablaufen. Aktivität und Passivität wechselt in einer Wellenform. Die Zeitdauer dieser Perioden liegt zwischen anderthalb und zwei Stunden. Das heißt, dass Sie spätestens nach zwei Stunden angestrengter Arbeit das Bedürfnis nach Ruhe verspüren. Ihr Körper zeigt Ihnen durch Gähnen, Hungergefühl und Konzentrationsschwäche den Wunsch nach einer Erholungsphase an. Befolgen Sie bitte diese Signale! Wer sie übergeht und einfach weiter arbeitet, der riskiert, seine Batterie über lang oder kurz zu zerstören. Burn-out-Symptome sind dann häufig die Folge.

Und noch eines ist wichtig, die Nachtruhe. Nur wer ausreichend schläft, bei dem kann sich der Körper regenerieren. Im Schlaf werden Nervenzellen repariert und neue Nervenverbindungen gebildet. Über 30 Prozent der Deutschen schlafen zu wenig. Sie glauben, mit sechs oder weniger Stunden auszukommen. Ein fataler Irrtum. Schlafmangel verringert die Fähigkeit des Körpers, Energie zu erzeugen und erhöht im Gegensatz das Stresshormon Kortisol. Die Auswirkungen auf das Herzkreislaufsystem, die Belastbarkeit, Konzentrationsfähigkeit, Gedächtnisfunktionen sowie Kreativität sind nicht leistungsfördernd. Sie schaffen weniger und fühlen sich permanent überfordert.


TIPPS

• Schlafen Sie regelmäßig mindestens acht Stunden.

• Gönnen Sie sich ein ausgewogenes Frühstück.

• Bauen Sie alle zwei Stunden eine kleine Pause ein (am besten mit etwas Sport und Essen verbinden) und hören Sie auf die Signale Ihres Körpers.

• Machen Sie ein Mini-Nickerchen zwischen 13 und 14.30 Uhr, dem absoluten Tief des Tages. Schon zehn Minuten haben einen wunderbaren Erholungswert.
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2 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 20.08.2012 | 00:39  
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Antje Hellmann aus Jena | 21.08.2012 | 11:42  
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