Ausrangiert – aber nicht wertlos: Sammelaktion von ausgedienten Handys

Walter Jungbauer koordiniert die Handy-Sammelaktion der evangelischen Kirche: "Wir freuen uns über jeden, der sich daran beteiligt."
Erfurt: EKMD | Die Deutschen sammeln Handys: Mehr als 70 Millionen Geräte fristen ein nutzloses Dasein. „Das ist eine Menge wertvoller Elektronikschrott,“ findet Walter Jungbauer, Fundraiser der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Mit einer großen Sammelaktion, die seit Anfang November läuft, möchte er die „Alten“ aus ihrem Versteck holen, um mit den Erlösen regionale Projekte für Arbeitslose zu finanzieren. Bis zum 1. Mai können im Rahmen der Aktion „Arbeitslose Handys für Arbeitslose Menschen“ noch Alt-Geräte gespendet werden. AA-Redakteurin Ines Heyer sprach mit Walter Jungbauer über die Hintergründe.

Wie läuft die Aktion ab?
Wir sammeln vor Ort die alten Mobiltelefone. Diese werden dann zu unserem Kooperationspartner, der Firma flip4new, geschickt. Diese Firma kümmert sich um die weitere Verwertung.

Was geschieht dort mit den Geräten?
Jedes Gerät wird einem Funktionstest unterzogen. Deshalb ist es wichtig, dass möglichst Akku und Ladegerät mit dabei sind. Fällt dieser positiv aus, wird geschaut, ob das Handy noch weiterverkauft werden kann. Ansonsten wird recycelt.

Lohnt sich das Recycling?
Am besten ist die Wiederverwendung. Aber die zweitbeste Lösung ist hochwertiges Recycling. In den Handys sind wertvolle Stoffe wie Gold, Silber, Kupfer, Palladium, Kobalt oder die teuren seltenen Erden, die erneut genutzt werden können.

Wieviel wird für ein noch funktionsfähiges Handy gezahlt?
Das hängt vom Zustand des Gerätes ab und kann von 0,50 Cent bis zu einigen hundert Euro reichen.

Gibt es schon ein Zwischenergebnis?
Konkrete Zahlen, ausgedrückt in Euro, liegen noch nicht vor. Ich habe aber bereits 4000 Umschläge zum versenden der alten Handys verschickt. Auch für Sammelkartons gab es 80 Anfragen.

Wie kann man sich an der Aktion beteiligen?
Es gibt mehrere Möglichkeiten. Die Altgeräte können in den Sammelkarton an der Pforte des Evangelischen Landeskirchenamtes in der Michaelisstraße 39 oder teilnehmenden Kirchgemeinden gelegt werden. Auf Wunsch schicke ich auch frankierte Umschläge zu – altes Handy plus Zubehör rein und ab zum Postkasten. Wer selbst einen Sammelkaron aufstellen möchte, kann diesen ebenfalls von mir bekommen.

Was geschieht mit den Erlösen?
Diese gehen eins zu eins in den Arbeitslosenfond der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands. Unser Ziel ist es, durch die Förderung von Personalkosten Langzeitarbeitslose in Thüringen und Sachsen wieder eine Beschäftigung zu ermöglichen. Aus jedem Euro der in diesen Fonds fließt, macht die Kirche zwei, bis zu einer jährlichen Maximalsumme von 40 000 Euro.

Weitere Informationen zur Aktion:
Evangelische Kirche Mitteldeutschland
• Abgabe der ausgedienten Mobiltelefone an der Pforte des Evangelischen Landeskirchenamtes in Erfurt, Michaelisstraße 39
• Bestellung von frankierten Umschlägen oder Sammelkartons:
E-Mail: fundraising@ekmd.de
• Versand-Etikett zum selbst ausdrucken:
Arbeitslosenfond
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3 Kommentare
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Tobias Schindegger aus Gotha | 25.01.2012 | 12:20  
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Bettina Reinhardt aus Erfurt | 25.01.2012 | 12:27  
Ines Heyer aus Saalfeld | 25.01.2012 | 12:42  
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