Berufswahl - vom Fluch der Information

Die quälende Frage: "Was wäre, wenn…?"

Was der Volksmund ausspricht: "Wer die Wahl hat, hat die Qual!" -hat die Wissenschaft nun endlich auch bestätigt. In diesen Tagen stehen wieder Schulabgänger und Abiturienten vor der Frage, welchen Beruf sie ergreifen bzw. welches Studium sie beginnen sollen. 486 mögliche Ausbildungsberufe und 5445 verschiedene Studiengänge an Hoch- und Fachschulen nur allein in Deutschland machen für viele Schüler und Eltern die Wahl zur Qual.

Eine kluge Entscheidung muss her - aber wie?

Wissenschaftler der Universität Erfurt und amerikanische Forscher fanden heraus, dass die meisten Menschen von einer derart hohen Auswahlmöglichkeit überfordert werden. Sie konnten nachweisen, dass wir Menschen uns in diesem Zusammenhang in zwei große Gruppen einteilen lassen können. Ich nennen sie einfachhalber die Macher und die Planer.

Die Macher

Zu den Machern gehören jene Mitmenschen (übrigens der überwiegende Teil der Bevölkerung), die mit relativ wenigen und oft spontan oder zufällig erhaltenen Informationen Entscheidungen treffen. Sie entscheiden eher aus dem Bauch heraus, sind mit ihrer Wahl zufrieden und trauern verpassten Chancen nicht nach. Ein Beispiel ist der Autokauf: Sie sehen einen tollen Wagen, das Preis-Leistungsverhältnis stimmt und Sie greifen zu bevor das Angebot nicht mehr existiert. Bei der Berufswahl orientieren sich Schüler aus der Gruppe der Macher an den regionalen Angeboten und Vertrauen den Empfehlungen von Eltern und Bekannten. In der Zufriedenheitsskala Jahre später erscheinen sie weit oben.

Die Planer

Ganz anders verhalten sich dazu die Planer. Ihr Entscheidungsprozess dauert wesentlich länger. Sie versuchen alle verfügbaren Informationen zu studieren und gegeneinander abzuwägen. Vor- und Nachteile werden aufgelistet und sie hoffen inständig, ihre Wahl von allen Seiten ausgiebig beleuchtet zu haben. Ein spontaner Autokauf käme für sie niemals in Frage! Ähnlich verhält es sich mit deren Studien- oder Berufswahl. Vor lauter Informationen werden sie immer unsicherer bei ihrer Entscheidung, verlieren viel Zeit und haben ständig das Gefühl, es könnte die falsche Entscheidung gewesen sein. Die Planer sind oftmals unzufrieden mit ihrer Berufsentscheidung und vergleichen sich im weiteren Lebensweg häufig mit anderen Berufsgruppen. In der Zufriedenheitsskala belegen sie die unteren Plätze!

Also aufgepasst! Machen Sie zunächst den Test - sind Sie eher ein Planer oder Macher?

Wenn sie zur kleineren Gruppe der Planer gehören, dann sollten Sie sich nicht mehr so stark der Informationsflut aussetzen. Statt den Blick fortwährend nach außen zu richten, sollten Sie lieber in sich hineinschauen. Für die Planer ist es viel wichtiger, zu erkennen, welche Fähigkeiten, Begabungen und Interessen sie für bestimmte Berufsfelder mitbringen.

Wie sie dies am besten anstellen, das erfahren Sie von mir in meinem nächsten Artikel.

Ihr Matthias Freund
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