Besonderes Engagement für Menschen mit Handicaps ausgezeichnet

Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen informierte die Agentur für Arbeit während einer Fachtagung Unternehmen aus dem Ilm-Kreis und Erfurt zu Fördermöglichkeiten, warb für Menschen mit Behinderung und zeichnete erstmals in diesem Jahr Unternehmen für ihr Engagement aus.

In der Technischen Universität Ilmenau würdigte die Agentur für Arbeit am 6. Dezember Unternehmen für ihr besonderes Engagement bei der Beschäftigung und/oder Ausbildung von Menschen mit Einschränkungen. „Menschen mit Behinderungen sind nur in einzelnen Fähigkeiten eingeschränkt. Sie können wertvolle Arbeit leisten. Die eigentliche Behinderung ergibt sich aus dem Umgang mit ihnen. Hier setzen wir mit der Sensibilisierung an. Die ausgezeichneten Unternehmen beschäftigen Menschen mit Behinderungen, die tagtäglich ihre Arbeit genauso präzise und gut erledigen wie Menschen ohne körperliche Einschränkungen“, sagt Beatrice Ströhl, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Erfurt.

Ausgezeichnet wurden:
- aus dem Ilm-Kreis: die Technische Universität Ilmenau und Masdar PV GmbH
- aus dem Landkreis Sömmerda: MSP Möbel-Systeme-Produktions GmbH + Co. KG
- aus Erfurt: METRO Cash & Carry Deutschland GmbH, Flughafen Erfurt GmbH, Deutsche Post AG NL Brief, SWE Stadtwerke Erfurt GmbH

Die Unternehmen erfüllen die gesetzliche Beschäftigungsquote über, stellen Menschen mit Einschränkungen ein oder leben eine Unternehmensphilosophie, die auch darauf ausgerichtet ist, neue und vorhandene Arbeitsplätze den Bedürfnissen der behinderten Menschen und ihren Fähigkeiten entsprechend anzupassen.

„Das sind gute Beispiele, die Schule machen. Insbesondere in Zeiten, in denen Fachkräfte gebraucht werden ist es wichtig, die Inklusion von Menschen mit Behinderung voranzutreiben. Sie sind oft besser motiviert und auch besser ausgebildet als andere. Denn über 85 Prozent der arbeitslosen Schwerbehinderten haben eine berufliche oder akademische Ausbildung, knapp sechs Prozent mehr als die Arbeitslosen im Freistaat insgesamt. Sie sind wertvolle Fachkräfte, auf die wir immer mehr angewiesen sind“, sagte der Geschäftsführer der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Lutz Mania.“
Und der Beauftragte für Menschen mit Behinderungen beim Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, Dr. Paul Brockhausen ergänzt:
„Die Veranstaltung hat eindrucksvoll belegt, dass Menschen mit Behinderungen in unterschiedlichsten Branchen und Tätigkeitsfeldern einsetzbar sind. Egal ob Handel, Industrie, Logistik, Wissenschaft, Verwaltung oder Energie und Verkehr: Unternehmen zeigen mit vorbildlichem Engagement, dass eine Behinderung kein Hinderungsgrund für eine Beschäftigung ist. Es geht hier um nichts anderes als Fachkräfte, die die Thüringer Wirtschaft dringend braucht. Das ist die Botschaft des heutigen Tages!“

Während der Fachtagung informierte die Agentur für Arbeit über Fördermöglichkeiten wie Probebeschäftigung und besondere Arbeitsplatzausgestaltung durch den Technischen Berater. Das Integrationsamt stellte finanzielle Förderung wie Lohnkostenzuschüsse vor und beriet zum Kündigungsschutz. Auch die Möglichkeit, Aufträge an eine Werkstatt für behinderte Menschen zu geben, kann eine Alternative zur Einstellung sein. Das Arnstädter Unternehmen Masdar PV berichtete von seinen Erfahrungen mit mehreren hörgeschädigten Arbeitnehmern im rollenden Schichtbetrieb. Und Mario Hochberg, Deutscher Meister im Behindertensport und Teilnehmer an den diesjährigen Paralympics, verdeutlichte anschaulich, zu welchen Höchstleistungen Menschen mit Handicaps fähig sind.


Hintergrund
Finanzielle Förderung
Unternehmen können einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt erhalten (Eingliederungszuschuss). Die Förderhöhe und die Förderdauer richten sich nach der Einschränkung der Arbeitsleistung des Arbeitnehmers und nach den Anforderungen des jeweiligen Arbeitsplatzes.

Für die betriebliche Aus- oder Weiterbildung eines Menschen mit einer Schwerbehinderung können die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter einen Zuschuss zur Ausbildungsvergütung gewähren.


Probebeschäftigung
Bei Zweifeln an der Eignung können Unternehmen in einer befristeten Probebeschäftigung Menschen mit Behinderung testen. Üblicherweise erstattet die Agentur für Arbeit alle mit einem Arbeitsverhältnis zusammenhängenden Kosten wie z.B. Lohn-/Gehaltskosten einschließlich der Arbeitsgeberanteile zur Sozialversicherung.

Spezielle Arbeitsplatzeinrichtung
Oftmals ist eine behindertengerechte Ausgestaltung von Arbeitsplätzen erforderlich. Die Agentur für Arbeit unterstützt dabei durch den Technischen Berater.
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