Das Jahr der Wetter-Extreme

Spielt das Wetter in diesem Jahr besonders verrückt? Dazu steht Uwe Klotz, der Chef der zum Deutschen Wetterdienst gehörenden Erfurter Flug­wetterwarte, Rede und Antwort:

Ein langer Winter, viel Regen und Hochwasser im Frühling, heiße Sommertage: Das bisherige Wetter-Fazit 2013?

Viele dachten, es kommt kein richtiger Sommer, ich auch. Dann ging es doch los, mit Macht. Das Wetter in diesem Jahr ist gar nicht so ungewöhnlich, eher sind es dessen Extreme. Wenn jetzt viele vom Jahrhundertsommer reden: Er ist es nicht, nur gefühlt. Der Sommer 2003 war länger und heißer.


Wird in der Wetterwarte nur gemessen und registriert oder auch gewertet?

Wir senden alle Daten an die Zentrale des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach, dort entstehen dann die Statistiken. Wir machen hier zwei Wetter, wie wir immer sagen. Wir messen vor allem Temperaturen, Wind und Luftdruck und versorgen außerdem den Flughafen rund um die Uhr mit den entsprechenden Daten.


Kommt es auch mal ganz anders als vorhergesagt?

Wir erstellen keine Vorhersagen. Wenn mal telefonische Anfragen kommen, dann können wir anhand des ­Radars Aussagen für die nächsten Stunden treffen. Ganz selten passiert es da, dass es doch anders kommt. Die Natur lässt sich eben nicht immer berechnen.


Wie wird das Wetter im Herbst?

Das weiß keiner. Wie will man denn den Herbst voraussagen, wenn es manchmal schon schwierig ist, das Wetter für drei Tage zu berechnen? Am besten, wir nehmen es, wie es kommt.


Was erwartet uns in den nächsten Tagen?

Es bleibt sommerlich bis zum Wochenende, also mindestens 25 Grad. Es sind kaum Niederschläge zu erwarten.


Werden Sie als Wetterwartenchef auch privat ständig nach dem Wetter gefragt?

Ja, das ist immer so, stört aber nicht. Das Thema beschäftigt eben jeden. Und jeder kann mitreden.


Taugen Bauernweisheiten für die Wettervorhersage?

Einige von ihnen sind durchaus verwertbar. Viele widersprechen einander auch. Früher waren die Menschen mehr draußen und mussten viel das Wetter beobachten. Oft hat sich der Lebensrhythmus nach der Natur ausgerichtet, Termine, vor allem in der Landwirtschaft, mussten nach dem Wetter abgestimmt werden. Heute ist das anders, da verlässt man sich lieber auf die Fachleute. Obwohl ich immer rate, auch mal ein Blick aus dem Fenster zu werfen, um nach dem Wetter zu sehen. Ein bisschen sollte man schon gucken und mitmachen.


Haben Sie ein Lieblingswetter?

Sturm und Gewitter. Es muss dabei richtig zur Sache gehen. Hagel muss nicht sein, der richtet ja oft Schaden an. Sternschnuppen mag ich auch sehr, obwohl die ja nun nichts mit dem Wetter zu tun haben.


Haben Sie eine Wetterwarten-Weisheit, die eigentlich immer gültig ist?

Es gibt nichts, das es nicht gibt. Alles ist Natur. Ich beobachte nun schon seit Jahrzehnten das Wetter und erlebe trotzdem immer wieder Neues.
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