Das Pareto-Prinzip: Oft ist weniger mehr

Die Hundertprozentigen sind auf dem besten Weg zum Burnout. Dabei reichen 20 Prozent der Leistung meistens aus. (Foto: pixelio.de/Gerd Altmann)
Unbestritten: In den vergangenen Jahren ist die Arbeitsintensität und Belastung stetig gestiegen. Immer weniger müssen immer mehr leisten. Dass es dabei zu einer Überlastungen der Menschen kommt – Stichwort Burnout – sehen und hören wir täglich. Diese fragwürdige Tendenz aufzuhalten, dagegen kann der Einzelne nur schwer etwas tun.

Auf der anderen Seite sind aber einige Probleme der eigenen Überlastung auch hausgemacht. Hilfe bekommen Sie vielleicht, wenn Sie das Pareto-Prinzip verstehen. Der italienische Wissenschaftler fand zu Beginn des 20. Jahrhunderts bei statistischen Untersuchungen in der Volkswirtschaft sowie in anderen Lebensbereichen heraus, dass zwischen dem Verhältnis von Aufwand und Ergebnis eine 80 / 20-Verteilung nachweisbar ist. In der Praxis bedeutet dies, dass mit 20 Prozent der eingesetzten Zeit 80 Prozent des Ergebnisses erreicht werden.

Auf der anderen Seite bedeutet dies aber auch: Wollen wir unsere Aufgabe zu 100 Prozent erledigen, streben wir also nach Perfektion, dann benötigen wir für die restlichen 20 Prozent wiederum 80 Prozent Aufwand.

Mathematiker können uns mit statistischen Formeln vorrechnen, dass der Aufwand kurz vor 100 Prozent ­(Verhältnis 100 / 0) theoretisch sogar ins Unendliche geht. Sie sollten also wissen, dass ihr Kräfteverschleiß auf der Wegstrecke eines ­Projektes im letzten Fünftel am größten ist.

Wenn man diesen Sachverhalt vor Augen hat, dann erreicht man vielleicht eine gewisse Gelassenheit und ist schon mit 85 Prozent zufrieden. Wir Deutschen sind sehr stolz darauf, alles perfekt und hundertprozentig zu erledigen. Dafür zahlen wir dann aber auch einen sehr hohen Preis. Ob der immer gerechtfertigt ist?

Wir sollten Vilfredo Pareto für seine 80 / 20- Regel dankbar sein und uns diese vor Beginn neuer Aufgaben und Projekte vor Augen halten.

An alle Chefs und ­Vor­­g­esetzten: Prüfen Sie bitte bei der Formulierung Ihrer Aufgabenstellung, ob das Erreichen von 100 Prozent als Projektergebnis unter diesem Blickwinkel überhaupt ökonomisch vertretbar ist. Wie gesagt, oft ist weniger mehr!
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20 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 16.06.2012 | 18:48  
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Lutz Leipold aus Ilmenau | 16.06.2012 | 21:03  
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Hannelore Grünler aus Artern | 16.06.2012 | 21:38  
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Lutz Leipold aus Ilmenau | 16.06.2012 | 21:53  
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Hannelore Grünler aus Artern | 17.06.2012 | 07:32  
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Hannelore Grünler aus Artern | 17.06.2012 | 10:17  
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Antje Hellmann aus Jena | 18.06.2012 | 09:47  
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Antje Hellmann aus Jena | 18.06.2012 | 09:53  
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Hannelore Grünler aus Artern | 19.06.2012 | 07:52  
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Antje Hellmann aus Jena | 19.06.2012 | 11:26  
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Hannelore Grünler aus Artern | 19.06.2012 | 20:11  
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Antje Hellmann aus Jena | 31.08.2012 | 08:36  
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Hannelore Grünler aus Artern | 31.08.2012 | 09:55  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 02.09.2012 | 23:51  
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Renate Jung aus Erfurt | 03.09.2012 | 10:41  
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Antje Hellmann aus Jena | 04.09.2012 | 01:33  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 04.09.2012 | 03:59  
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Renate Jung aus Erfurt | 04.09.2012 | 08:02  
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Antje Hellmann aus Jena | 04.09.2012 | 10:43  
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Renate Jung aus Erfurt | 04.09.2012 | 17:36  
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