Der Erfurter Dennis Dürschmid verwaltet mehr als 3000 Server für die Deutsche Bahn und legt die Messlatte für Viren sehr hoch

Dennis Dürschmid überwacht von seinem Arbeitsplatz aus mehr als als 3000 Server.
 
Hochgeschwindigkeit auf der Datenautobahn (Foto: Mike Schwertle/Pixelio.de)
Erfurt: DB Systel | Auf der Datenautobahn herrscht Hochbetrieb. In Sekundenschnelle legen gewaltige Datenmengen große Distanzen zurück. Mittendrin sind täglich neue „Falsch­fahrer“ unterwegs, um gezielt schwere Crashs zu verursachen – Schädlinge wie Viren, Würmer oder Trojaner. Sie machen auch vor den Computersystemen der Deutschen Bahn nicht halt. Dennis Dürschmid setzt alles daran, bei den von ihm überwachten Servern alle Signale für die Schädlinge stets auf Rot zu halten.

 Der IT-Experte ist Virenschutzbeauftragter bei DB Systel in Erfurt und verwaltet mehr als 3000 Server, die in Deutschland, Polen, Frankreich und anderen europäischen Ländern stehen. Diese steuern unter anderem Stellwerke, Fahrscheinautomaten und Anzeigetafeln auf Bahnhöfen. Sie dienen der Berechnung von Fahrplänen, der Disposition von Personal und Fahrzeugen oder den vielfältigen Webseiten, unter anderem dem Online-Fahrscheinverkauf. „Unser Team versucht dafür zu sorgen, dass alles ­sicher bleibt. Denn täglich gibt es neue Angriffe auf ­unsere Systeme.“

 Dennis Dürschmid ist spe­­zia­lisiert auf das ­Betriebssystem Windows. Hierfür sind Hunderttausende von Viren bekannt – so viel wie für kein anderes System. Über Schwachstellen im Betriebssystem können diese eindringen und Datenbestände beschädigen oder den Server mit unbeherrschbaren Datenlasten in die Knie zwingen. „Das Sicherheitsrisiko sitzt in vielen Fällen vor dem Computer“, sagt der Experte. „Etwa 80 Prozent der Schädlinge gelangen über ­E-Mails, deren Anhänge achtlos geöffnet werden, ins System. Weitere Schwachstellen sind achtlos geklickte, unbekannte Links oder angeschlossene USB-Sticks.“

 Alle zwei Jahre kommt ein neues Betriebssystem heraus. Das heißt für den IT-Fachmann immer wieder neu lernen. Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem die Konfiguration und Überwachung von Schutzmechanis­men für jeden einzelnen Server. Er entscheidet, welche Dateien in welchem Rhythmus eine Überprüfung durchlaufen. Der Virenschutz muss aber nicht nur installiert, sondern auch immer aktuell gehalten werden. „Etwas, das im Homebereich gerne vernachlässigt wird“, bedauert der Erfurter. Er findet einen Vergleich mit dem Autofahren: Den Gurt legt man auch nicht nur bei der ersten Fahrt an, sondern immer wieder neu, um sich zu schützen.
 Im Serverbereich hat der Virenschutz absolute ­Priorität. Die Anbieter von ­Virenschutzprogrammen geben mehrmals am Tag ­Neuerungen zum Updaten heraus. Entdeckt der Virenscanner eine verdächtige Datei, die zwar geblockt, aber als unbekannt erkannt wurde, nimmt Dennis Dürschmid auch Kontakt mit den Programmherstellern auf. Die ­prüfen dann und passen gegebenenfalls die Virensignatur an. Manchmal entpuppt sich dies allerdings als falscher Alarm.

 Beruflich ist Weihnachten für Dennis Dürschmid der blanke Horror. ­„Millionen von E-Cards werden ­versendet, etwa 90 Prozent davon sind virenbehaftet. Es ist ­sicherer, eine SMS zu ­schicken. Oder vielleicht greift der eine oder andere doch noch einmal zu einer echten Postkarte – die bereitet garantiert auch Freude.“

Tipps zum Virenschutz:
• Updates von Antiviren-Programm stets aktuell herunterladen.
• Externe Speicher nach dem Einsatz an einem fremden PC scannen.
• Keine unbekannten E-Mail-Anhänge öffnen.
• Spam-Filter nutzen.
• Nicht jeden Link im sozialen Netzwerk anklicken, wenn Herkunft unbekannt ist.
• Dubiose Internetseiten meiden.
• Regelmäßig Backup der gesamten Festplatte erstellen.
• Smartphones beim Virenschutz nicht vernachlässigen.
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