Der kleine Unterschied: Was ist anders in der Körpersprache von Frau und Mann?

Jan Sentürk ist Experte für Körpersprache und Kommunikation. (Foto: Pressefoto)
 
"Hier komm ich": In seinem Hörbuch gibt Jan Sentürk Tipps, wie man selbstbewusst und sympathisch wirkt. (Foto: Hörbuch-Cover)
Erfurt: Druckzentrum | Frauen nehmen in ihren Gesten weniger Raum ein als Männer, sagt Jan Sentürk und beobachtet weitere Differenzen.

Herr Sentürk, worin unterscheidet sich die Körpersprache von Männern und Frauen?

Generell nehmen Frauen in ihren Gesten weniger Raum ein. Während Männer breitbeinig dastehen, haben Frauen ihre Füße näher beieinander. Beim Handgruß behält eine Frau den Ellbogen näher am Körper. Reicht ein Mann die Hand, kommt die Bewegung oft aus dem Schultergelenk und der Arm greift weit aus.

Ist das ein Verhaltenserbe?

Über Jahrhunderte hinweg wurden Frauen dazu angehalten, sich zurückhaltend zu geben. Heute sind sie selbstbewusst und emanzipiert. Doch in der Körpersprache gibt es noch klare Unterschiede. Es scheint in der Natur der Frauen zu liegen, dass sie sozialer sind, mehr an andere denken und ihnen mehr Raum lassen. Nur Männer fläzen sich in ein Sofa mit gespreizten Oberschenkeln. Sie präsentieren eher ihren Genitalbereich.

Tun sie das wirklich?

Ja, in allen möglichen und unmöglichen Situationen. Schlagen Männer die Beine übereinander, bevorzugen sie die amerikanische Art: Der Knöchel des eines Beines wird auf das Knie des anderen gelegt. So wird der Genitalbereich gezeigt. Eine andere Variante sehen wir beim Militär oder bei Sicherheitskräften. Die stehen breitbeinig da, die Hände auf dem Rücken und demonstrieren: Ich habe einen festen Stand, ich habe keine Angst, deshalb kann ich meinen Genitalbereich ungeschützt präsentieren.

Darüber können Frauen nur lächeln...

Frauen lächeln in der Tat häufiger als Männer. Das ist auch eine Komponente ihres sozialen Verhaltens. Und wenn sie lächeln, lächeln sie oft mit leicht geöffnetem Mund. Das ist ein Signal: Ich bin bereit zu sprechen. Männer lassen den Mund eher geschlossen.

Lassen Männer lieber Blicke sprechen?
Wer weiß. Auf jeden Fall ist ihr Blickkontakt intensiver. Manchmal gucken sie so lange, dass es schon ins Glotzen ausartet. Frauen sind auch da zurückhaltender, weil ein Blick in die Intimsphäre eines anderen Menschen eindringt.
Frauen in hohen Führungspositionen, die Mitarbeiter und Gleichgestellte länger als normal mit den Augen fixieren, müssen sich das oft erst aneignen. Männer bringen das eher mit.

Haben gleiche Gesten bei Mann und Frau unterschiedliche Bedeutung?

Manche schon. Beispielsweise sind die verschränkten Arme bei einer Frau oft eine Geste des Schutzsuchens − und sei es der Schutz vor Kälte. Bei einem Mann signalisieren sie häufiger Zurückhaltung oder Distanzierung. Wobei verschränkte Arme nicht tendenziell negativ sind. Stehe ich an der Bushaltestelle und warte, heißt das einfach nur: Ich habe gerade nichts zu tun.

Verhält man sich auch auf der Führungsebene typisch weiblich oder männlich?

Durchaus. Ein Beispiel: Eine Zusatzarbeit soll schnell erledigt werden. Legt eine Chefin die Mappe auf den Tisch des Mitarbeiters, hat sie die Handfläche nach oben geöffnet und sagt: Können Sie das bitte noch fertig machen. Ein Chef würde mit dem Finger auf die Arbeit zeigen: Das muss bis morgen fertig werden. Allein die Geste ist schon befehlender. Typisch männlich eben.

Bücher und ein Hörbuch des Experten für Körpersprache unter: http://www.jansentuerk.de/cms/
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