Diagnose Diabetes: Früherkennung der Krankheit ist besonders wichtig

Dr. Sabine Lettrari, Fachärztin für Innere Medizin/Diabetologie in den Ilm-Kreis-Kliniken Arnstadt, mit einer Stimmgabel, mit der die Empfindlichkeit an den Füßen gemessen wird.
Arnstadt: Ilm-Kreis-Kliniken | "Diabetes ist keine harmlose Erkrankung", stellt Dr. Sabine Lettrari klar. "Früherkennung ist dabei besonders wichtig. Denn die Folgeerkrankungen, wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nerven-, Augen- oder Nierenerkrankungen, entwickeln sich schleichend mit."

Leider vergehen oft viele Jahre, bis die Krankheit erkannt wird. Vor allem der Typ 2, landläufig als Altersdiabetes bezeichnet, hat in dieser Zeit oft schon nicht reversible Schäden am Körper verursacht. Deshalb ist es wichtig, dass jeder selbst Verantwortung übernimmt und die Zuckerwerte kontrollieren lässt.

Dr. Sabine Lettrari empfiehlt:
• Bei erblicher Vorbelastung schon in jüngeren Jahren den Hausarzt ansprechen, damit er regelmäßige Kontrollen durchführt.
• Apotheken bieten den Blutzuckertest als Service an. • Auf Gesundheitsmärkten oder Foren kann man sich ebenfalls testen lassen. Befindet sich der Wert in einem kritischen Bereich, lässt sich mit dem Zuckerbelastungstests eine genaue Diagnose stellen. Ergebnis Diabetes: Ganz wichtig ist eine optimale Einstellung des Zuckerwertes. Bei Typ-2-Diabetikern reichen im Anfangsstadium Tabletten aus, Insulin muss erst später gespritzt werden. "Dank neuer Medikamente, die es als Tabletten und Spritzen seit einem Jahr gibt, haben wir nun die Möglichkeit, die Insulinbedürftigkeit immer weiter nach hinten zu schieben", zeigt sich Dr. Lettrari optimistisch. "Dadurch werden sich auch die Folgeerkrankungen verlangsamen lassen." Eine gute Möglichkeit zur Feststellung der persönlichen Gefährdung bietet sich für alle Frauen während der Schwangerschaft. Zwischen der 22. und 26. Woche kann ein Test beim Frauenarzt durchgeführt werden, meist kostenpflichtig. "Ich möchte allen Frauen zu diesem Test raten. Liegt ein unerkannter Schwangerschaftsdiabetes vor, so kann das schlimme Folgen haben, wie Geburtskomplikationen, schwere Unterzuckerung der Kinder oder Anpassungsstörungen." Auch die Mütter profitieren nicht nur kurzfristig von dem Ergebnis. Das Risiko für Frauen mit einem Schwangerschaftsdiabetes, später einen Diabetes zu entwickeln ist erhöht, 10 Jahre nach Entbindung etwa 40 Prozent. Regelmäßige Kontrollen des Zuckerwertes sollten für betroffene Mütter zur Selbstverständlichkeit werden. Zur Vorbeugung von Diabetes lässt sich einiges tun: Gesunde Ernährung, viel Bewegung und kein Übergewicht.

WISSENSWERTES

• Diabetes mellitus ("Zuckerkrankheit") ist eine chronische Störung des Stoffwechsels, bei der die Blutzuckerkonzentration zeitweise oder ständig erhöht ist.
• Mehr als 7 Millionen Menschen wurden im Vorjahr in Deutschland wegen eines Diabetes mellitus behandelt. Etwa 90 Prozent der Betroffenen sind an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt.
• Etwa 15 000 Kinder und Jugendliche im Alter bis zu 14 Jahren sind deutschlandweit an Diabetes mellitus Typ 1 erkrankt. Jährlich kommen bis zu 2300 Neuerkrankungen hinzu.
• Diabetes Typ 2, eigentlich bekannt als Alterszucker, tritt zunehmend auch bei übergewichtigen Kindern auf. Meist entwickelt sich die Krankheit in der Pubertät.

INFORMATIONEN:

» Deutscher Diabetiker-Bund, Landesverband Thüringen e.V., Thälmannstr. 25, Erfurt
0361 / 731 48 19
» Selbsthilfegruppen in 49 Thüringer Orten, Liste im Internet unter www.ddb-thueringen.de
» Ausführliche Informationen zum Thema Diabetes gibt es hier.

(Artikel vom Aril 2010)
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Florian Storch aus Gotha | 10.02.2011 | 15:48  
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