Die Häkelfloristin: Die Blumen von Irene Sprengel blühen ohne Unterlass

Irene Sprengel hat den grünen Häkeldaumen. Ihre Kunstwerke von links: Calla, Stiefmütterchen, Palme, Enzian, Primel, ­Narzisse, Blue Puya, ­Mohnblume und Orchidee.
 
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Vom kleinen Kaktus bis zur opulenten Orchidee schmücken über 30 Modelle die Wohnung der Erfurterin. (Foto: Renirumi)

Sie brauchen kein Wasser und keine Sonne. Ihre Dornen stechen nicht, ihre Blätter werden nie welk. Die Blumen von Irene Sprengel bleiben immer frisch. Ihr Geheimnis: Sie sind gehäkelt.

Vom kleinen Kaktus bis zur opulenten Orchidee schmücken über 30 Modelle die Wohnung der Erfurterin. In den vergangenen Jahren hat sie sich einen Garten Eden zusammengehäkelt. Auch wenn die echte Natur nur schwer zu toppen ist, erkennt die 30-Jährige die Vorteile ihrer Pflanzen. „Ich mag das überhaupt nicht, wenn ich sehe, dass auf meinem Balkon etwas verwelkt. Dann bin ich richtig traurig. Meine gehäkelten Blumen sind hingegen jeden Tag kribbelbunt. Ich kann sie anschauen, anfassen und da geht nichts kaputt.“

„Ob Clowns oder Püppchen – es gibt viele kitschige Häkelarbeiten.
Ich will Anleitungen für Dinge schreiben, die man sich auch gerne in die Wohnung stellt.“, sagt Irene Sprengel aus Erfurt.



In der Grundschule war das Handarbeiten noch eine Qual. Erst die Liebe führte sie 2002 zurück zum Häkeln. „Mein Freund und ich haben uns Stoffbären geschenkt. Ich ­hatte meinem Teddy ein Kleid gehäkelt.“ Im Internet suchte sie nach Anleitungen, lernte andere Häkelfans kennen. „Von da an war es wie eine Sucht. Ich bekam einen richtigen Häkel­arm“, erinnert sie sich an siegreiche Duelle im Armdrücken. Um die Übersicht zu wahren, schrieb sie selbst erste Häkelanleitungen und bemerkte, dass sie mit ihrem Hobby Geld verdienen kann. Vor zwei Jahren gab sie ihren Job als Lohnbuchhalterin auf und häkelt seitdem haupt­beruflich.

Die Blumenfreundin, die sogar schon einmal eine Ausbildung zur Floristin gestartet hatte, erlebt die Flora seitdem noch intensiver. „Ich gehe jetzt bewusster durch die Natur. Gucken, riechen – das begeistert mich total.“

Ihre erste Blume war die Primel. Es folgten rund 20 Seiten lange Häkelanleitungen für Sonnenblume und Hyazinthe. Sprengel bemerkte gleich, dass sie eine Nische gefunden hatte. „So etwas gab es in Deutschland noch nicht.“ Vom Teenager bis zum Senior reichen heute ihre Anhänger. „Es sind auch Männer dabei.“

Die kleinen Kakteen sind am schnellsten gefertigt, in etwa drei Stunden. „Manche meiner Pflanzen bestehen allerdings aus bis zu 70 Einzelteilen. An der Anleitung sitze ich dann drei Wochen.“

„Es muss perfekt sein und in alle Richtungen ­­symmetrisch.“



Ihre eigene Favoritin ist die Blue Puya. Dieses Bromeliengewächs gedeiht in Südamerika und blüht nur alle 20 bis 30 Jahre. „In Wirklichkeit ist sie um die zwei, drei Meter groß und hat Blüten ohne Ende“, hat Sprengel recherchiert. Sie testete zig Farben, um das Original möglichst naturgetreu zu kopieren. Für den passenden Halt, stützt hin und wieder ein umhäkelter Schaschlikspieß den Stiel. Indem sie die Garnstärke der Wolle variiert, zaubert sie die Details. Im Gegensatz zur Natur ist Sprengel dabei sehr akkurat. „Es muss perfekt sein und in alle Richtungen ­­symmetrisch.“

Zurzeit arbeitet sie an einer XXL-Pflanze. Noch ist der Petunientopf verwaist. „Ich tüftele an den Blüten herum. Mein Balkon ist ja voller Petunien und ich vergleiche immer meine Häkelpflanze mit dem Original.“ Statt fünf einzelner Blüten muss sie ein einziges Blatt häkeln, das nach außen breiter wird und zudem noch zweifarbig ist. Knifflig! Doch bestimmt hat sie bald die Masche raus.

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