Die Zeit ist erfüllt: Das Christkind bringt das größte Geschenk aller Zeiten

Jesus will, dass wir wie Kinder fröhlich zugreifen und ein neues Leben erlangen. (Foto: Colourbox)

„Schon wieder Weihnachten!“ Als Kind habe ich das oft von den Alten gehört und mich gewundert. Damals konnte ich die Wehmut über die verrinnende Zeit nicht so recht verstehen. Und nun? Nun ist wieder Weihnachten. Das Christfest ist da. Aber das ist so bei Geburtstagen. Die kommen alle Jahre wieder, auch 2015.

Mathematisch sind es nicht ganz genau 2015 Jahre nach der Geburt jenes Jesus von Nazareth nach dem wir die Zeit rechnen. Es gab Kalender-Reformen und überhaupt setzte sich die christliche Zeitrechnung erst fünfhundert Jahre nach Jesus durch. Die Jahre sollten nicht länger nur nach der Regierungszeit von Cäsaren und Tyrannen gezählt werden, so seinerzeit ein Mönch, der eine neue Zählung forderte.

Zu der Zeit, da Jesus geboren wurde, regierte Augustus über das römische Reich. Es sind die vertrauten Worte vom Beginn der Weihnachtsgeschichte:
„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde.“ (Lukas 2,1).

In diese Zeit kommt Gott


Was war das für eine Zeit als Jesus geboren wurde? Augustus regierte über ein Reich vom Rhein bis zum Nil. In Rom wurde das Volk mit „Brot und Spielen“ belustigt. In den entfernten Provinzen dagegen gab es Rebellionen. Von Germanien bis Galiläa rumorte es. Die Völker wehrten sich. Römische Legionen sicherten die Ruhe im Reich. Unterdrückung, Ausplünderung und Sklaverei waren die dunklen Seiten im „Imperium Romanum“.

In diese Welt kommt Gott. Er kommt unscheinbar und ohnmächtig als Kind. Die Geburt geschieht nicht im prächtigen Rom und nicht im bekannten Jerusalem, sondern abseits in den judäischen Bergen in einem Nest namens Bethlehem. Genau diesen Ort und diesen Zeitpunkt hat Gott erwählt. Ein letztes Korn war durch die Sanduhr der Geschichte gefallen. Das Maß war voll.

Die Bibel erzählt Weihnachten auch so: „Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt, damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen, und damit wir die Kindschaft erlangen.“ Kein romantisches Märchen mit dem Beginn „es war einmal“, sondern Weltgeschichte. Dabei fällt auf: Augustus und Jesus. Der Unterschied könnte nicht größer sein. Der eine ist in den besten Jahren und nach vielen Kriegen Herrscher über das römische Reich. Er nannte sich der „Erhabene“. ­„Augustus“ eben und er ließ sich als „Retter des Menschengeschlechts“ göttlich verehren. Er verpflichtete seine Unter­tanen zum Treueschwur – „alle Welt wurde geschätzt“ und in Listen erfasst.

Christ, der Retter ist da


Und der andere ist das Kind in der Krippe. Geboren im letzten Winkel des Weltreiches. Und doch: Gott kommt in unsere Welt und will sie verändern. Er will sie retten und erneuern. „Christ, der Retter ist da.“ Nicht himm­lische Legionen werden Rom besiegen, sondern ein Kind und dessen Botschaft vom Frieden wird uns erneuern. Weil er uns kennt, verändert er nicht die Umstände, sondern den Menschen. Jesus beginnt bei uns, bei jedem persönlich, in unseren Herzen. Dort ist der Schaden, der uns und die Welt zerstört. Und dort fängt der Heiland der Welt mit der Heilung an.

Das Christkind steht vor unserer Lebenstür und bittet um Einlass. Es kommt nicht mit leeren Händen. Es bringt das größte Geschenk aller Zeiten: ein neues Herz. Jesus will, dass wir wie Kinder fröhlich zugreifen und ein neues Leben erlangen. Die Zeit ist erfüllt. Gesegnete Feiertage!

Egmond Prill
Theologe & Journalist
©Egmond Prill - Alle Rechte ­vorbehalten.
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