Diese 111 Museen muss man gesehen haben - weiß Familie Annel

Auch dem Heimatmuseum Ingersleben statteten Ulf, Ingrid und Juliane Annel für ihr Buch einen ausgiebigen Besuch ab. Die Handdruck-Feuerspritze auf dem Wagen von 1840 ist nur eines der faszinierenden Exponate.
 

Thüringen ist ein Land der Museen. Und die sollte man sich anschauen. 111 davon auf jeden Fall, mindestens, meinen Ingrid und Ulf Annel und ihre Tochter Juliane. Die drei waren von Altenburg bis Zella-Mehlis in Museen unterwegs und haben gestaunt. Überall fanden sie intereressante, überraschende, manchmal humorvolle, aber immer auf Wissenszuwachs ausgerichtete Museen, verraten sie. Historischer Friseursalon, Knöpfe und Musikmaschinen, Goldwaschpfannen und Kloßpressen sind nur einige der bewunderten Ausstellungsstücke. In ihrem neuen Buch„111 Museen in Thüringen, die man gesehen haben muss“ erzählen Autorin Ingrid und Kabarettist und Autor Ulf Annel locker bis frech-augenzwinkernd von ihren Entdeckungen, Juliane steuert dazu detailverliebte Fotos bei.
Die drei Annels im Gespräch:

Thüringen hat die höchste Museumsdichte aller Bundesländer. Heißt das, die Thüringer sind besonders museumsreif?


Ingrid: Museumsreif? Wenn ich so in den Spiegel schaue … Irgendwie schon.

Ulf: Nein, das ist ja kein Menschenmuseum, sondern ein lebendiges Bundesland. Aber Thüringer sind leidenschaftlich, sie „leiden“ an der Sammleritis, der Sammelleidenschaft, und das Gesammelte ist so interessant, überraschend, oft lustig, dass es in Museen gezeigt werden muss. Ja, muss!

Ist Familie Annel museumssüchtig? Wie war das, als die Kinder noch klein waren?


Juliane: Interessiert und neugierig, nicht süchtig. Auch im Urlaub werden Museen und Ausstellungen gerne angesteuert.

Ingrid: Stimmt. Wenn wir andere Orte besuchen, schauen wir immer, welche Museen es dort zu entdecken gibt.

111 Museen, die man unbedingt gesehen haben sollte: Wie lange habt Ihr gebraucht, um sie alle zu besuchen?


Juliane: Viele gemeinsame Wochenenden, über anderthalb Jahre.
Ingrid Annel: Nicht nur an Wochenenden waren wir unterwegs, manche Museen haben nur in der Woche geöffnet. Die Besuche zu sehr unterschiedlichen Öffnungszeiten zu koordinieren, war reichlich knifflig.

Ulf: Wir haben ja noch mehr besucht, um dann auszuwählen. Alle Thüringer Museen haben wir freilich nicht geschafft. Geschrieben werden musste das Buch ja auch. Und gewartet, bis die Lektorin und die Druckerei fertig waren. Jetzt: Hurra, unser Buch ist da!

Wieso gibt es im Buch auch die Nummer 112?


Ingrid: Sie ist das Sahnehäubchen, der Ort mit der größten Museumsdichte, nebst zahlreichen Burgen, Schlössern, Kirchen, historischen Fachwerkhäusern – alle nur einen Katzensprung voneinander entfernt. Wer sich also einen Überblick über Thüringens Reichtum verschaffen will, besuche fix die Nummer 112.

Welches Museum ist das beeindruckendste?


Ulf: Keines. Alle haben etwas. Es ist voll die Vielfalt. In jeglicher Hinsicht.

Juliane: Doch, ich erinnere mich besonders an das Ofenmuseum, Bunkermuseum, Milch- und Reklame-Museum, an das Fernmeldemuseum, das Somso-Museum und nicht zu vergessen die Leuchtenburg.

Ingrid: Die Leuchtenburg wollte ich auch gerade nennen. Und das Apothekenmuseum. Und den Historischen Frisörsalon. Und Rococo en miniature. Und … alle anderen auch.

Welches überrascht am meisten?


Juliane: Die Vielfalt in privaten Sammlungen, zum Beispiel im Geflügelmuseum in Viernau, vom Anstecker über die Briefmarke bis hin zu Souvenirs aus aller Welt – man bräuchte Tage, sich alles in Ruhe zu betrachten. Und alles mit Gänsen, Hühnern, Enten und Tauben.

Ulf: Am meisten hat mich überrascht, dass wir andauernd wieder überrascht wurden. Hätten wir vorher nicht gedacht, dass es so viel gibt in der Thüringer Museenlandschaft.

Ingrid: Bin immer noch stumm vor Überraschung.

Gibt es ein Lieblings-Exponat?


Juliane: Die Vitrine mit diversen Apfelsorten im Somso-Museum.

Ulf: Wirklich alles zwischen dem größten Bild in Bad Frankenhausen und dem nur mit der Lupe zu entdeckenden Teddy-Kind in Sonneberg.

Ingrid: Der Bezoar im Apothekermuseum Bad Langensalza. Mit magischen Kräften!

Habt Ihr jetzt erst einmal genug von Museen?


Juliane: Niemals!

Ulf: Genau, Museen sind ja auch Veranstaltungsorte. Nun möchten wir gern noch einmal in alle Museen und aus unserem Buch lesen und Bilder zeigen. Es gibt schon Termine in Erfurt, Gera, Goldisthal, Greiz, Treffurt und Heiligenstadt.

Ingrid: Und ich würde am liebsten – mit all dem Hintergrundwissen, das wir uns erarbeitet haben – noch einmal losfahren und alle Museen in aller Ruhe anschauen. Nur zum eigenen Vergnügen. Also doch ein bisschen süchtig.



Das Buch



111 Museen in Thüringen, die man gesehen haben muss, Emons Verlag Köln, 14,95 Euro,www.emons-verlag.de

Hier wird das Buch vorgestellt:



25. März, 20 Uhr, Erfurt, Ratsgymnasium


29. März, 16 Uhr, Gera, Haus Schulenburg


4. April, 19 Uhr, Goldisthal, Haus der Natur


17. Mai, 15 Uhr, Heiligenstadt, Literaturmuseum „Theodor Storm“


3. Juli, 19 Uhr, Greiz, Satiricum


Außerdem ist am 12. März um 16 Uhr eine Signierstunde in der Buchabteilung im Erfurter Karstadt-Kaufhaus (4. Etage).
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1 Kommentar
Jana Scheiding aus Arnstadt | 06.03.2015 | 13:23  
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