Digitaler Nachlass – alles was Sie wissen müssen in nur einem Artikel

(Foto: Gkenius / pixabay.com)

Sterbefälle waren schon früher kompliziert – nicht nur, weil die Hinterbliebenen einen Weg finden müssen, um ihre Trauer zu überwinden, sondern auch weil ein solcher Sterbefall eine Menge Bürokratie mit sich bringt.

Es geht los mit der Bestattung selbst. Ein solches Ereignis muss organisiert werden, und unterliegt zahlreichen Regularien. Dann geht es um das Erbe, was in manchen Fällen ebenfalls einen Prozess ins Rollen bringen kann, der die Beteiligten mitunter zur Verzweiflung bringt. Die Tatsache, dass immer größere Teile unseres Nachlasses dabei digitaler Natur sind, macht die Situation dabei nur auf den ersten Blick leichter.

Den tatsächlich macht das digitale Erbe, das wir hinterlassen, für die Hinterbliebenen viele Dinge noch schwerer.

Wir möchten in diesem Artikel daher die Chance nutzen, Sie dafür zu gewinnen, sich noch zu Lebzeiten mit dem Thema „Digitaler Nachlass“ zu beschäftigen.

Warum spricht eigentlich kaum jemand über das Thema „Digitaler Nachlass“?


Der digitale Nachlass wird zwar auch in den Massenmedien immer wieder thematisiert, größtenteils wird das Thema von der Gesellschaft jedoch nicht beachtet.


So veröffentlichte T-Online erst kürzlich diesen Artikel: http://www.t-online.de/computer/internet/id_79066252/digitaler-nachlass-verwaltung-von-online-konten-eines-toten.html

Die Gründe hierfür sind nur allzu verständlich. Niemand denkt gerne über seinen eigenen Tod nach, weshalb das Thema grundsätzlich schon einmal anfällig dafür ist, verdrängt zu werden. Zum anderen ist vielen Menschen auch die Wichtigkeit ihres digitalen Nachlasses noch nicht bewusst.

Zwar nutzen inzwischen sogar auch ältere Menschen das Internet so intensiv als sei es eine Selbstverständlichkeit. Ein engerer Bezug zu den Daten, die dabei entstehen und an Wichtigkeit gewinnen, entsteht dabei jedoch selten.

In der Folge beschäftigen sich zwar manche Menschen mit ihrem Nachlass, lassen ihren digitalen Nachlass aber vollkommen unbeachtet.

Wer berät bei Fragen rund um den digitalen Nachlass?


Wer technisch versiert ist, kann sich auf diversen Blogs über das Thema informieren und im Anschluss daran selbst entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Ein Beispiel: https://digitaleserbe.net/blog/

Für die meisten Menschen empfiehlt es sich aber, sich bei einem professionellen und spezialisierten Dienstleister informieren zu lassen. Viele Bestattungsunternehmen etwa, bieten inzwischen eine solche Beratung an, die in vielen Fällen auch kostenfrei sein kann. Lassen Sie es im Zweifelsfall einfach auf einen Anruf ankommen und informieren Sie sich.

Ein weiteres Beispiel: http://www.trauerhilfe-denk.de/digitaler-nachlass-trauerfall.html
Auch örtliche Computerclubs kommen unter Umständen als passender Berater für Ihr Anliegen in Frage.

Ab wann sollte man sich mit seinem digitalen Nachlass beschäftigen
So früh wie möglich.


Selbst wenn Sie unter 30 sind und womöglich noch viele Jahrzehnte vor sich haben macht es Sinn, sich bereits jetzt mit Ihrem digitalen Nachlass zu beschäftigen.

Die Chancen stehen gut, dass Sie bereits jetzt über gewaltige Datenmengen verfügen, die Sie irgendwann Ihren Hinterbliebenen vermachen möchten. Ergreifen Sie also am besten bereits jetzt Maßnahmen, und entscheiden Sie, welche Daten gesichert und weitergegeben werden sollen und welche nicht.

In den nächsten Jahrzehnten kommen mit Sicherheit noch weitere Daten zu. Machen Sie es sich zur Angewohnheit, diese Daten regelmäßig zu prüfen und anschließend zu entscheiden, was mit den Daten eines Tages nach Ihrem Tod passieren soll.

Auf diese Weise werden Sie durch das Thema nicht überfordert, auch wenn die Datenmengen in den nächsten Jahren so wie erwartet weiterwachsen werden.

Welche Daten sollten vererbt werden?


Dies können einzig Sie selbst entscheiden.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, Passwörter weiterzugeben, die Ihren Hinterbliebenen Zugriff auf Accounts gewähren, die Sie vererben möchten. Aber auch Daten wie beispielsweise Fotos, Videos oder Musik möchten Sie Ihrem digitalen Nachlass unter Umständen hinzufügen.

Entscheiden Sie also von Fall zu Fall, und entscheiden Sie sich gegebenenfalls auch bewusst dafür, bestimmte Daten zu löschen, wenn Sie nicht möchten, dass diese nach Ihrem Tod an irgendjemanden weitergegeben werden können.

Hier liegt die Wichtigkeit ebenfalls darin, eine bewusste Entscheidung zu treffen. Denn wenn Sie dies nicht tun, liegt die Entscheidung am Ende beim Zufall. Und letztlich ist der Zufall der letzte, dem Sie so etwas Wichtiges wie Ihr digitales Erbe anvertrauen möchten.
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1 Kommentar
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Meminto Mori aus Erfurt | 19.09.2016 | 11:57  
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