Doktor Date - Nina Deißler hilft in Herzensdingen

Flirtexpertin Nina Deißler: "Es kommt überhaupt nicht auf einen tollen Spruch an. Ein einfaches Hallo reicht erst einmal völlig aus."
 
In ihrem Buch "Flirten" verrät Nina Deißler, wie man leicht und charmant Kontakte knüpft. Erschienen ist auch "So verlieben Sie sich richtig" (beide Humboldt- Verlag).
Flirtet sie etwa mit mir am Telefon? Geschmeichelt stelle ich fest, wie Nina Deißler überschäumend lacht, wenn ich nur etwas halbwegs Lustiges sage. Sie gurrt mit der Stimme, wenn sie mir erklärt, dass sie schon auf dem Schulhof in Liebesdingen nicht schüchtern war. Ich meine sogar zu hören, wie sie mir mit ihren braunen Augen tiefe Blicke durch den Hörer zuwirft, während sie von ihren Klienten spricht: unsicheren Frauen und gehemmten Männern.

Seit sechs Jahren unterrichtet Nina Deißler in ihren Kursen gekonntes Anbändeln. "Weil ich es gut kann", antwortet die Turteltrainerin frech auf die Frage, wie sie von der gelernten Marketing-Fachwirtin zur Flirtexpertin avancierte. "Es gibt keine Tricks. Keine tollen Anmachsprüche", desillusioniert die Schäkerspezialistin. Stattdessen geht es meist um Missverständnisse, Irrtümer zwischen den Geschlechtern. "Männern und Frauen kommunizieren verschieden", stellt sie fest. Doch Deißler spricht beide Sprachen fließend - "vielleicht, weil ich mit zwei Brüdern aufgewachsen bin". Ihr Mann, Freunde und Klienten bestätigen ihr, dass sie eine wahre Männerflüsterin ist. Und dieses Talent nutzt sie als Frau, um all ihre Kursteilnehmer aufzuklären.

Zum Beispiel darüber, dass Frauen zu subtil für Männer sind. "Ich treffe viele gut aussehende Frauen, die sich beschweren, nicht angesprochen zu werden. Die denken, sie flirten schon. Dabei schauen sie unsicher weg, wenn sie von einem Mann angesehen werden. Lächeln wird einfach total unterschätzt." Männer hingegen sorgen sich viel zu lange um ihre ersten Worte, mit denen sie die Frau ansprechen wollen. So lange, bis sie die Angehimmelte so hoch aufs Podest gestellt haben, dass sie unerreichbar erscheint. "So kompliziert ist es aber gar nicht. Ein einfaches ‚Hallo, wie heißt du?‘ reicht völlig aus." Plappern übers Wetter, die Kellnerin oder andere Belanglosigkeiten ist als erster Eisbrecher genug. "Sie wollen ja nicht gleich vor den Traualtar."

Das größte Problem vieler Singles ist allerdings mangelndes Selbstvertrauen. Woher soll es auch kommen? Den liebenden Partner, der einen mit Komplimenten überschüttet, gibt es ja nicht. "Aber niemand ist perfekt. Ich sollte wissen: Was finde ich an mir gut?" Deißler rät, sich das Selbstvertrauen im Alltag zu holen. Ein Lächeln zur Kassiererin hier, ein freundliches Wort zum Nachbarn da. Nicht zielgerichtet, um jemanden aufzureißen. Sondern einfach nur, um Spaß zu haben, um neugierig zu sein. Warum nicht das schicke Hemd oder die hübsche Frisur des Unbekannten loben. Auch im missmutigen Deutschland. "Ich versuche, die Menschen italienischer werden zu lassen", ist Deißler zuversichtlich.

Doch wer erst im Kopf alle Varianten durchspielt, bekommt auch Angst vor einem Korb. Selbst, wenn es nicht klappt: Vielleicht ist das Gegenüber schlecht drauf, abgelenkt, schon vergeben oder einfach nicht interessiert. "Die Leute suchen Sicherheit. Aber Sicherheit gibt es nicht", erinnert Nina Deißler. "Ich sage meinen Leuten dann, dass ein Korb gar nichts mit ihnen zu tun hat. Man kann einfach nicht dem Geschmack jedes Menschen entsprechen."
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