Ein neues Leben entsteht: Hebammen helfen Müttern vor, während und nach der Entbindung

Grit Böhner, Leitende Hebamme und Leiterin der Elternschule am Helios Klinikum Erfurt.
Erfurt: Helios Klinik | Endlich schwanger! Für viele Frauen beginnt nun eine aufregende Zeit. Denn Schwangerschaft, Entbindung und die erste Zeit mit dem Baby sind tiefe emotionale Erlebnisse. Auch der Vater hat heutzutage vielfältige Möglichkeiten, seine Partnerin in dieser Zeit intensiv zu begleiten.

Hebamme suchen

Ein wichtiger Ansprechpartner während der gesamten Schwangerschaft ist neben dem Frauenarzt eine Hebamme. "Ab der 20. Woche kann man sich dort zu einem Geburtsvorbereitungskurs anmelden. Dieser wird von Klinik-Hebammen oder freiberuflichen Hebammen angeboten", sagt Grit Böhner, Leitende Hebamme am Helios Klinikum Erfurt. Die werdenden Eltern erhalten dabei alle wichtigen Informationen rund um die Geburt. "Bei Schwangerschaftsbeschwerden können sich die werdenden Muttis auch an uns wenden. Wir können bei einem ausführlichen Gespräch oder unter anderem mit Akkupunktur oftmals weiterhelfen."

Geburtsklinik wählen

Eine gute Entscheidungshilfe für die Wahl der Geburtsklinik bieten Klinikinformationsabende. Hebamme, Geburtshelfer, Narkosearzt und Kinderarzt beantworten gemeinsam alle auftretenden Fragen, der Kreißsaal Wissenswertes kann besichtigt werden. Sind Probleme für Mutter und Kind absehbar, sollte die Sicherheit im Vordergrund stehen und eine Einrichtung zur Versorgung von Früh- und Neugeborenen (Perinatalzentrum) gewählt werden. "Ist es der Wunsch, nicht in der wohnortnahen Klinik zu entbinden, so kann man sich im Vorfeld für Notfälle vom Frauenarzt einen Einweisungsschein für die gewünschte Klinik schreiben lassen", sagt Böhner.

Es wird ernst

Ab der 34. Woche ist es Zeit, mit der gewählten Klink einen Termin machen. Die Frau hat dabei die Möglichkeit, mit einem Kreißsaalarzt zu sprechen, ein "geburtshilfliches" Blatt wird angelegt. Vorteil: Im Ernstfall sind alle wichtigen Daten bereits vorhanden. Setzen die Wehen ein oder erfolgt ein Blasensprung mit Fruchtwasserabgang beginnt die Geburt. Das Baby bahnt sich seinen Weg. Sicher und sanft soll ihm jetzt auf seinem Weg ins Leben geholfen werden.

Die Frau entscheidet

Im Vorfeld einer Entbindung ist es schwer zu entscheiden, was unter Wehen wirklich gut tut. "Deshalb bieten wir im Helios-Klinikum den Frauen viele Möglichkeiten an: Gebärwanne, Gebärhocker oder Gebärrad. Wir unterstützen und begleiten die Frauen während der gesamten Entbindung. Beim Endspurt entscheiden sich aber doch fast 90 Prozent wieder für das moderne Kreißbett."

Schmerzreduzierung

"Kommt eine Frau in den Kreißsaal, ist auch ein Narkosearzt zur Stelle und klärt über die Möglichkeiten der Schmerzminderung auf", sagt Grit Böhner. Unter der Entbindung können die Frauen selbst entscheiden, wovon sie Gebrauch machen möchten. 25 Prozent entscheiden sich für eine PDA."

Ambulant oder Stationär

Bei einer ambulanten Geburt kommt die Frau in die Klinik, entbindet und kann nach vier Stunden Überwachung gemeinsam mit dem Kind nach Hause gehen. Vorausgesetzt, es treten keine Komplikationen auf. Fällt die Entscheidung für eine stationäre Geburt, so werden die Frauen nach drei Tagen entlassen. Nach einem Kaiserschnitt beträgt der Krankenhausaufenthalt 5 bis 7 Tage.

Anonyme Geburt

Frauen in Notsituationen können anonym in einer Klink entbinden. Bis zu 8 Wochen nach der Geburt haben sie Zeit, sich für oder gegen das Kind zu entscheiden. Die gleiche Frist gilt auch, wenn Frauen den Babykorb nutzen.

Wissenswertes:

Freitags sind die meisten Geburten: Interessante Zusammenhänge fand das Thüringer Landesamt für Statistik heraus: Am Wochenende werden weniger Kinder geboren als an den Werktagen. Der Freitag führt mit 51 Kindern (Zeitraum 2000 bis 2007) pro Tag das Ranking der Wochentage an. Auch der Dienstag wird mit durchschnittlich 50 Geburten gerne "gewählt", während es im Durchschnitt nur 39 Sonntagskinder gab.

Regionale Unterschiede: Thüringenweit gibt es große regionale Unterschiede in der durchschnittlichen Kinderzahl je Frau (Statistik 2008): Spitzenplatz Landkreis Sömmerda mit 1,52, danach Kreis Gotha und Weimarer Land (je 1,49) sowie der Ilm-Kreis und der Unstrut-Hainich-Kreis (je 1,47). Schlusslicht ist Suhl mit 1,2o.
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