Erbsenzähler unterwegs: Futterinventur im Zoo

Die Zootiere vertilgen so einiges (Foto: Thüringer Zoopark)
Erfurt: Thüringer Zoopark | Um Tag für Tag die zahlreichen Tiere im Thüringer Zoopark Erfurt zu versorgen, braucht man jede Menge Futter. Wie viel das tatsächlich ist, wird einmal im Jahr zur Inventur in der Futtermeisterei erfasst.

Die großen Fleischfresser wie Löwe und Gepard, vertilgten über das Jahr rund elfeinhalb Tonnen Rindfleisch. Der König der Tiere hat eben auch königlichen Appetit. Die kleinen Raubtiere wie Erdmännchen, Löffelhund und Co verputzten 105 Kilogramm Mehlwürmer.

Aber auch die Vegetarier und Allesfresser unter den Zooparktieren ließen es sich schmecken. So wurden unter anderem fünf Tonnen Futtermöhren, drei Tonnen Kartoffeln, zwei Tonnen Chinakohl, drei Tonnen Rote Beete, zwei Tonnen gequetschter Hafer und eine Tonne Maiskörner verfüttert. Erfasst werden auch Gemüse wie Salate und Kohl. Dabei kam die stattliche Summe von 249 Endivienköpfen, 256 Broccoliköpfen, 981 Gurken und 1465 Kohlrabis zusammen.

Um die Zooparktiere abwechslungsreich, tiergerecht und gesund zu ernähren, wurden dreitausend Kiwis, 114 Honigmelonen, 255 Sternfrüchte und viele weitere Obstsorten gekauft. Mineralstoffe und Vitamine werden ebenfalls zugefüttert.

Auch Salz ist für die Ernährung wichtig; hier verbrauchten die Tiere des Zooparks insgesamt 425 Kilogramm. Weitere Zusatzfuttermittel, unter anderem 36 Liter Apfelsaft, 36 Gläser Babybrei, 104 Kilogramm Knäckebrot und 194 Kilogramm Zwieback gelangten während der letzten zwölf Monate in die Tiermägen. Nicht zu vergessen die Grundnahrungsmittel von 107 Tonnen Heu nebst 170 Tonnen Stroh.

Was soll eigentlich das ganze „Erbsenzählen“? Der Wareneinkauf wird natürlich im Computer erfasst. Um jedes Tier seinen Bedürfnissen entsprechend vollwertig ernähren zu können, gibt es Futteranweisungen. Damit wird gewährleistet, dass die richtigen Mengen und die richtigen Inhaltsstoffe gefüttert werden.

Obst und Gemüse sind teuer. Oftmals gibt es gleichwertige Alternativen, die ökonomisch und ökologisch günstiger sind. So werden zum Beispiel Äpfel direkt von den Erzeugern im Erfurter Umland bezogen. Weintrauben sind nichts weiter als Zuckerwasser. Sie müssen im Winter nicht einmal um den Globus aus Afrika oder Südamerika eingeflogen werden, um damit Zootiere zu ernähren. Tiere, die auf süße Obstsäfte angewiesen sind, können dann im Winter Honigwasser bekommen.

Der Zoopark versucht auf diese Weise, regionale Produkte zu bevorzugen und saisonbedingt auf bestimmte Früchte oder Gemüse zu verzichten. Denn Umwelt- und Artenschutz fängt nicht nur auf dem Teller, sondern auch in der Futterschüssel an.
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