Erfurt und Gotha für die Westentasche

Der Autor Dr, Steffen Raßloff mit den Mini-Büchern.
 
Gothas Geschichte im Miniformat (Foto: Rhino-Verlag)
In zwei neuen Büchern im Miniformat erzählt der Historiker Dr. Steffen Raßloff die Geschichte von Erfurt und Gotha.

„Gotha ist für mich der Shootingstar unter den Kulturstädten.“ Ein wenig staunt Dr. Steffen Raßloff noch immer. Er, der Historiker, kennt sich ja eigentlich bestens aus. Doch die intensive Beschäftigung mit Gotha bringt so viele neue Erkenntnisse. „Die Stadt hat sich in den letzten Jahren deutlich aus dem Windschatten zwischen Wartburg und Weimar herausgearbeitet“, zollt er ihr Tribut. Sie ist ihm ans Herz gewachsen, findet dort neben seinem geliebten Erfurt noch genügend Platz.


Mit zwei neuen, etwa handgroßen Büchlein bringt Steffen Raßloff beide Städte auch gedruckt in Herznähe, passend für die Westentasche. Gedacht für Touristen, als Appetitanreger für künftige Besucher oder einfach für die, die ihre Heimat mögen. In „Kleine Geschichte der Stadt Erfurt“ und „Kleine Geschichte der Stadt Gotha“ – erschienen als Band 45 und 46 der Westentaschen-Bibliothek des RhinoVerlags – führt er den Leser auf jeweils etwa 100 bebilderten Seiten durch Geschichte und Gegenwart beider Orte. „Es klingt auf den ersten Blick einfach, für so ein kleines Buch zu schreiben, das ist aber ein Irrtum“, musste der versierte Autor schnell erkennen. Es sei nicht leicht, sich kurz zu fassen und trotzdem alles Wichtige zu erwähnen. An Erfurts Altstadt, Dom und Krämerbrücke kommt niemand vorbei, ebenso an der Lutherstadt und der modernen Großstadt. Auch in Gotha spielt die Reformation eine Rolle, ebenso das barocke Jahrhundert oder der Aufbruch in die Moderne. Vor allem in den letzten fünf Jahren habe sich so viel getan, schwärmt Raßloff, in Erfurt sowieso, und die Residenzstadt mit dem Perthesforum, dem Herzoglichen Museum oder dem Schloss Friedenstein sei eine echte Perle geworden.

Kurz, knapp, kompakt


Die Bücher sind wie ein kompakter Schnelldurchlauf durch die Geschichte, deshalb aber nicht weniger gründlich recherchiert. Dem Autor ist es wichtig, dass die Fakten stimmen, sie dem wissenschaftlichen Forschungsniveau entsprechen. Dafür verbringt er unzählige Stunden in Archiven. Geschrieben hat er die kleinen Bücher aber nicht als wissenschaftliche Abhandlung, sondern so, dass sie verständlich sind. „Mir hat es großen Spaß gemacht, das alles zu schreiben“, gibt Steffen Raßloff zu und kann sich durchaus vorstellen, daraus eine Serie werden zu lassen. Auch Städten wie Weimar und Jena, Eisenach, Mühlhausen oder Nordhausen würde ein solches Büchlein gut zu Gesicht stehen.

Nun ist er gespannt, wie die Bücher ankommen. Ganz sicher wird eines sogar den Weg zu einer Berühmtheit finden, da ist er sich fast sicher: Gothas rühriger Bürgermeister Knut Kreuch lässt die Verbindung zum britischen Könighaus nicht abreißen und wird bestimmt ein Buch nach London schicken. Schließlich hat die königliche Familie auch Wurzeln in Gotha. Und vielleicht wirft Queen Elizabeth II. ja wirklich bald schon einen Blick in die „Kleine Geschichte der Stadt Gotha“.



Dr. Steffen Raßloff:



• Dr. Steffen Raßloff, Jahrgang 1968, lebt als freier Historiker und Publizist in Erfurt. Nach dem Studium der Geschichte und Germanistik an der Universität Erlangen wirkte er langjährig als Dozent an der Universität Erfurt.

• Raßloff ist Mitglied der Historischen Kommission für Thüringen und übt eine Reihe von Ehrenämtern aus (Stellvertretender Vorsitzender und Redakteur des Erfurter Geschichtsvereins, Vorsitzender des Fördervereins Stadtmuseum Erfurt, Vorstandsmitglied der Universitätsgesellschaft Erfurt).

• Der Autor wurde mehrfach mit Buchpreisen ausgezeichnet. Zugleich schreibt Raßloff für die Zeitungen der Mediengruppe Thüringen und wirkt als Kurator von Ausstellungen und Medienprojekten wie der MDR-Reihe „Geschichte Mitteldeutschlands“.
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