Erfurter Gesundheitsforum: Wenn bei Glatteis Knochen brechen

Wann? 16.01.2014 17:00 Uhr

Wo? Katholisches Krankenhaus, Haarbergstraße 72, 99097 Erfurt DE
Erfurt: Katholisches Krankenhaus | Schon seit einiger Zeit lädt das Katholische Krankenhaus „St. Johann Nepomuk“ Erfurt an jedem dritten Donnerstag im Monat um 17 Uhr Betroffene, Angehörige und alle interessierten Bürger zum Erfurter Gesundheitsforum ein. Abwechselnd berichten die Chefärzte des Krankenhauses über verschiedene medizinische Themen und stehen für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung.


Eigentlich sollte die Veranstaltung zur "kalten Jahreszeit" passen, denn am Donnerstag, den 16. Januar 2014 steht ein mitunter schmerzhaftes Thema auf dem Programm: „Wenn bei Glatteis die Knochen brechen…“ Dr. med. Karsten Gruner, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, berichtet über Knochenbrüche und wie diese behandelt werden können. Gerade in den letzten Jahren mit den besonders kalten und glatten Wintern bemerkt das Krankenhaus immer wieder einen starken Anstieg von Unfällen mit Knochenbrüchen. Besonders gefährlich scheinen dabei die Tage zu sein, an denen Wetterumbrüche stattfinden: Wenn es plötzlich kalt wird, nehmen Unfälle mit Knochenfrakturen zu, betroffen sind meist ältere Mitbürger, die auf den Straßen stürzen. In den Tagen nach dem Kälterwerden wird es meist etwas ruhiger in der Notaufnahme des Katholischen Krankenhauses, weil die Bürger dann einfach zur Sicherheit zuhause bleiben. Als besonders tückisch für Sturzverletzungen erweisen sich – so die Erfahrung von Dr. Gruner – Straßenbahnschienen, die in Kopfsteinpflaster eingelassen sind. Aber auch bei "frühlingshaften Temperaturen" geschehen Unfälle mit Knochenbrüchen....

Beim Gesundheitsforum wird der Chefarzt auf die vier wichtigsten Sturzverletzungen und ihre Therapiemöglichkeiten eingehen. Grundsätzlich steht hier die Frage im Raum, ob man den Knochenbruch konservativ, d.h. mit Ruhigstellen, oder operativ behandelt. Die am häufigsten in Erfurt-Melchendorf diagnostizierte Sturzfraktur ist der handgelenksnahe Speichenbruch – die Betroffenen versuchen, sich beim Sturz aufzufangen und brechen sich dabei den Unterarm, bzw. sie fallen auf den Arm. Hier ist es angezeigt, dass man versucht, den Bruch mit einer Operation so schnell wie möglich zu stabilisieren, weil man die Hände für die Verrichtung der täglichen Arbeiten – vom Ankleiden über die Körperpflege bis hin zur Nahrungsaufnahme – unbedingt braucht. Der operierte Arm, in den moderne chirurgische Plattensysteme eingebracht werden, ist in der Regel sofort wieder einsetzbar, wenn die Operationswunde nach einer guten Woche verheilt ist.

An zweiter Stelle der Sturzstatistik im Erfurter Südosten steht der Oberarm-Kopfbruch, weil die Verunglückten beim Sturz auf die Seite fallen und das Gewicht ihrer Oberkörper voll auf den unten liegenden Oberarm einwirkt. Hier hat man bis vor kurzem auch versucht, mit Operationen den Heilungsprozess zu beschleunigen. Die Erfahrungen zeigen jedoch, dass konservative Verfahren bei dieser Frakturform mindestens ebenso gut helfen: Zunächst den Arm ruhig stellen, mit Schmerzmitteln behandeln und nach einer gewissen Zeit mit Bewegungsübungen unter Anleitung beginnen.

Eie weitere häufige Verletzung ist der hüftgelenksnahe Bruch des Beines, wenn die Unfallopfer z.B. seitlich wegrutschen. Bei dieser Fraktur ist eine zeitnahe Operation innerhalb von 24 bis 48 Stunden unbedingt angezeigt, weil Patienten mit einer solchen Bruchverletzung bettlägerig sind und deshalb weitere Komplikationen – Wundliegen, Thrombosen, Lungenentzündungen drohen. Ein nicht operierter hüftgelenksnaher Bruch kann deshalb durchaus lebensbedrohlich werden!. Die Frakturform ist übrigens kein ausschließliches Glätteproblem sondern wird in der Notaufnahme des Krankenhauses das ganze Jahr über behandelt.

Es gibt wohl niemanden, der bei einem Sturz nicht schon einmal unsanft auf dem Hinterteil oder auf dem Rücken gelandet ist. Besonders ältere Menschen sind gefährdet, einen Wirbelbruch zu erleiden, weil sich im Alter die Knochenstrukturen verändern. Unfälle mit Wirbelbrüchen geschehen sehr häufig auf Treppen, beim Hinabgehen wird eine Stufe verfehlt, der Rücken fällt hart auf die höher gelegene Treppenkante, der Wirbel bricht. In den letzten zehn Jahren haben sich im Bereich der Wirbelsäulenoperationen glücklicherweise die Techniken so verfeinert dass auch hier – abhängig von der Form des Bruches – erfolgreich operiert werden kann.

Beim Erfurter Gesundheitsforum am 16. Januar 2014 ab 17 Uhr wird Chefarzt Dr. med. Karsten Gruner alle Fraktionsformen ausführlich erläutern und die verschiedenen Therapiemöglichkeiten vorstellen. Sie sind herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei, Treffpunkt ist die Mitarbeiter-Cafeteria, Ebene 0 des Katholischen Krankenhauses Erfurt.
www.erfurter-gesundheitsforum.de

Terminhinweis:
16. Januar 2014, 17 Uhr
Erfurter Gesundheitsforum
„Wenn bei Glatteis die Knochen brechen“
Katholisches Krankenhaus Erfurt, Mitarbeitercafeteria
Haarbergstraße 72, 99097 Erfurt
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