Fasching: ECV - Heiße Phase in vollem Gange

Von Axel Heyder

Entweder man hat es, oder eben nicht: Dieses besondere Karnevals-Gen. Wie sonst könnte man erklären, dass jemand wochenlang nur vier bis fünf Stunden in der Nacht schläft. Rund 60 Wochenstunden mit dem verbringt, was zum Karneval gehört: Schminken, ankleiden, Auftritt, abschminken und wieder abfahren – und dann das Ganze von vorn. So, wie es derzeit beispielsweise die Damen der Prinzengarde tun. Ein Auftritt hier, eine Stunde später ein anderer dort. Mal im Stadion, dann wieder zum Medienfasching.

„Ohne engagierte Ehrenamtler ginge da gar nichts“, weiß Nicole Dietzsch, Präsidentin der Erfordia Carnevals Vereinigung (ECV). Alleine zur eigenen Veranstaltung waren mehr als 80 Leute im Einsatz. Da müssen die kleinen Flöhe geschminkt werden, bereits morgens rückten die ersten Helfer zur Aufstellung der Dekoration ein. 33 Jahre dabei, so alt wie der Verein selbst ist, sind Hans-Werner Lenke und Siegfried Möller – beide noch immer aktiv im Karnevalsgeschehen.

Männe, wie Freunde Lenke nennen, wird gemeinsam mit Christian Winkler nicht nur ab Freitagabend den eigenen Wagen der ECV zusammenzimmern. Am Sonntagmorgen werden die beiden zudem für den großen Umzug die Wagen der anderen Vereine abnehmen und schauen, ob die Sicherheitsvorkehrungen eingehalten wurden.

Mit den anderen Vereinen steht der ECV nur bedingt in Konkurrenz, gerne helfen sich die Karnevalisten untereinander im Programm aus. ­Problemlos kommt beispielsweise die andere Karnevalspräsidentin, Petra Wilschewski, vom Karnevals Club Braugold zum ECV in die Bütt. Aus Alach trabt Gastsänger Alex Kalkhoff an. Es wäre ja ohnehin zu schade, wenn manch aufwändige Bütt nur in der eigenen Veranstaltung gezeigt würde. Denn auch bei Karneval gilt: Der Applaus ist das Brot des Künstlers. Viel Engagement und Geld fließen in den Verein.

Und wer nicht eben einen Sponsor gefunden hat, der kauft sogar die Süßigkeiten selbst, die am Sonntag zum großen Umzug über Seitenwände des Lkw fliegen und bei unzähligen Knirpsen am Rande in der Tüte oder der Hosentasche, vielleicht auch gleich im Munde landen.
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Thomas Twarog aus Erfurt | 02.03.2011 | 10:46  
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