Füttern oder nicht ist hier die Frage

Das Foto von Elke Oschatz ist einfach ein herrlicher Schnappschuss.
Soll man Vögel im Winter mit Futter versorgen, oder nicht? – Die Meinungen sind geteilt


Nachdem die ersten Reifflächen den Boden bedecken, denken die ersten Tierfreunde bereits über die Fütterung von Vögeln nach. Es werden Vorräte gekauft und die Vogelhäuschen gefüllt. Der AA sprach zu diesem Thema mit Dr. Heike Maisch aus dem Thüringer Zoopark.


Was halten Sie von den vielen Vogelhäuschen?
Zum Thema Winterfütterung könnte man garantiert ein Buch schreiben, da die Meinungen weit auseinanderklaffen. Es kommt dabei außerdem darauf an, Thema Hygiene am Futterhaus und ist das ganze katzensicher.

Wann sollte man nicht füttern?
Bei intakter Natur gibt es genügend Wildsamen, Fruchtstände etc., so dass die Wildvögel überleben können. Die Schwächsten trifft es über die natürliche Auslese.

Wo ist eine Zufütterung sinnvoll?
In den Städten, wo die Hecken getrimmt werden, ja kein vertrockneter Stängel an der Staude im Garten stehen bleiben darf oder wo statt Hundsrosenhecken mit Hagebutten die ökologisch tote Kirschlorbeerhecke steht, ist das natürliche Futter nicht ausreichend. Da kann eine Zusatzfütterung helfen.
Eine Frage der Anschauung ist allerdings: Wie sinnvoll es ist, eine Population zu erhalten, die auf natürlichem Wege dort wo sie nun assistiert lebt, nicht überleben kann.

Wenn man füttert, wie geschieht es dann richtig?
Wenn füttern, dann so, dass der Vogelkot das Futter nicht verschmutzt. Also entweder mit Hilfe von Röhren, oder bei Häuschen mit entsprechende Reinigung, bevor neues Futter aufgefüllt wird. Meisenknödel, Meisenringe, sowie das übliche Fett bzw. Winterstreufutter kann verwendet werden. Auch über Äpfel freuen sich z. B. die Amseln. Die Singvögel suchen sich dann aus der Palette das raus, was passt. Und die Futterstelle ist so zugestalten, dass es nicht für Nachbars Katze auch zu einem reichhaltigen Futterplatz wird.

Lässt sich über das Zufüttern hinaus noch etwas tun?
Was nicht fehlen sollte, ist die Empfehlung für Gartenbesitzer, einheimische Heckensträucher zu pflanzen, Fruchtstände und Stängel im Garten z. B. an den Stauden stehen zu lassen, da darin auch Insekten überwintern. Ebenso sollte nicht alles Laub geharkt und entfernt werden, da diese Schicht den Boden isolierend bedeckt. In der Streuschicht und im dann nicht gefrierenden Boden überwintern viele Insekten, die dann auch wieder Nahrung für Vögel bieten. Für viele – gerade auch ältere – Menschen, die keinen Garten haben, ist das Futterhäuschen am Balkon oft die einzige Möglichkeit, noch Natur zu erleben. Wenn es richtig gemacht wird, ist die Winterfütterung in Ordnung. Nur: Wer einmal zu füttern begonnen hat, sollte es dann auch bei geschlossener Schneedecke weiterführen, da sich Vögel an die Futterstelle gewöhnt haben.
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