Image aufpolieren: Vor allem ehemalige Mitarbeiter und abgelehnte Bewerber können den Ruf eines ­Unternehmens in der Öffentlichkeit ruinieren

Manche Unternehmen müssten dringend ihr Image aufpolieren. (Foto: Andrea Warnecke)
Erfurt: Freund HRC |

„Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich völlig ungeniert!“ Was im Volksmund für einen Hallodri oder Lebens­künstler Maxime ist, können sich Unternehmen auf keinen Fall leisten.

Stichwort: „Employer Branding“. Wie erreiche ich ein gutes Arbeitgeberbild in der Öffentlichkeit? Wie steht es um die Attraktivität meines Unternehmens mit Blick auf zukünftige Arbeitskräfte, aber auch für die Sicherung des eigenen Personalbestandes?

Erst 35 Prozent der deutschen Unternehmen ­beschäftigen sich konkret mit gezielten Maßnahmen, ein positives Image zu erlangen und haben dafür eine Strategie. Große Konzerne und mittelständische Unternehmen gehen da sicherlich voran. In Thüringen jedoch ist aufgrund der kleinteiligen Unternehmensstruktur noch viel Nachholbedarf. Insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen sowie die Handwerksbetriebe brauchen mehr Anstrengungen in der posi­tiven Wahrnehmung außerhalb der existierenden Kunden­beziehungen.

Aufstiegschancen? Sechs! Setzen!


Die Webseiten geben häufig nur Auskunft über Produkte und Dienstleistungen und kaum Informationen über das soziale Klima, die Firmenkultur und vorhandene Leitbilder.

Schüler, Studenten und Fachkräfte informieren sich vor ihrer Berufswahl ausgiebig im Internet, in den sozialen Medien (Facebook & Co) und nutzen verstärkt das Engagement der Unternehmen auf Informationsveranstaltungen oder Berufsmessen für ihre Entscheidung.

Zudem existieren Informationsportale, auf denen Mitarbeiter, ehemalige Mitarbeiter sowie Bewerber das Unternehmen ein­schätzen: ­www.­kununu.­com, www.jobvoting.de, ­www.bizzwatch.de oder auch ­www.­meinchef.­de. Auf derartigen Portalen werden zu verschiedenen Kriterien Schulnoten oder Punkte vergeben. Um nur einige zu nennen: das ­Verhalten der Vorgesetzten, die Entlohnung, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die Gleichberechtigung, Aufstiegschancen, das Klima unter den Kollegen oder der Umgang mit Bewerbern.

Transparenz ist gut.


Selbstverständlich sollte man die dort getroffenen Einschätzungen nicht überbewerten. Häufig ist es so, dass eher der enttäuschte Mit­arbeiter Kritik übt, während die Zufriedenen nicht so aktiv werden. Trotzdem führt die moderne Kommunikation unweigerlich zu mehr Transparenz. Und das ist gut so!

Ein Punkt liegt mir besonders am Herzen: der Umgang mit Bewerbern. Immer wieder höre ich Klagen, dass Unternehmen nicht oder nur sehr verspätet auf Bewerbungen reagieren und das ­gesamte Prozedere bis zu einer Entscheidung viel zu lange dauert. Daher ist es dringend notwendig, das Bewerbungsmanagement zur Chefsache zu machen. Firmen brauchen eine klare Richtlinie mit definierten Verantwortlichkeiten, konkreten Zeiten der Bearbeitung und strukturierte Abläufe der Entscheidungsprozesse. Beispielhaft:

1. Kommunikationsdaten: ­Konkrete Ansprechpartner für ­Bewerber im Unternehmen ­angeben.

2. Bei elektronischen Bewerbungen: Eingang innerhalb von drei Tagen bestätigen.

3. Bewerbern, die nicht in ­Betracht gezogen werden können, innerhalb einer Woche absagen.

4. Zwischeninformation über den weiteren Verlauf der Bewerbung mit voraussicht­licher Zeitdauer geben.

5. Entscheidung über die Ein­ladung zum Vorstellungsgespräch muss spätestens innerhalb von 14 Tagen erfolgen.

6. Vorstellungsgespräche zeitnah durchführen.

7. Die Entscheidung über das Ergebnis aus dem Vorstellungsgespräch längstens nach einer Woche mitteilen.

Man sieht sich im Leben immer zweimal. Auch „abgelehnte Bewerber sind Multiplikatoren. Daher ist der gesamte ­Umgang mit ihnen ein wesentliches Qualitätsmerkmal für die Erlangung von Attraktivität im oben genannten Sinne. Bewerbermanagement ist Chefsache!
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3 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 01.03.2015 | 12:56  
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Regina Kleiber aus Sondershausen | 11.03.2015 | 11:31  
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Hannelore Grünler aus Artern | 12.03.2015 | 20:12  
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