Impfen schützt

Nur ein kleiner Picks. (Foto: Thomas-Siepmann_pixelio.de)
 
(Foto: seedo_pixelio.de)
Vorbeugen ist besser, denn besiegt geglaubte Krankheiten können wiederkehren









Impfungen dienen dem Schutz gegen Infektions-Krankheiten. Sie erzeugen Immunität und zählen zu den effektivsten präventiven ­Maßnahmen der modernen Medizin. Die Ausrottung der Pocken 1980 und die ­weitgehende Eliminierung der Poliomyelitis (Kinder­lähmung) sind dabei die besten ­Beispiele für die Effektivität von ­Impfungen.

Bis in die achtziger Jahre glaubte man, dass in den entwickelten Nationen die Infek­tionskrankheiten weit­gehend besiegt seien. Dies ­hatte zur Folge, dass das Wissen über die Gefährlichkeit von ­Infektionen und die Bedeutung von Schutzimpfungen weit­gehend aus dem Bewusstsein der Bevölkerung verschwand und in der Wissenschaft andere Prioritäten gesetzt wurden. Es gab neue Infek­tionsgefahren und alte Seuchen flammten wieder auf.

In den letzten Jahrzehnten sind weltweit mindestens 30 neue Infektionskrankheiten oder Erreger bekannt geworden. Hinzu kommen die Zunahme von Resistenz-Entwicklungen bei Malaria und Tuberkulose und neue, erregerbedingte Ursachen von ­Erkrankungen. Der ­dra­matische Anstieg der Diphtherie in Russland und die Polio­epidemien 1992 in Holland und 1996 in ­Albanien machten deutlich, dass bei ­fehlendem Impfschutz längst besiegt geglaubte Krankheiten wiederkehren können.

Experten konstatieren, dass weltweit Infektionen mit etwa 25 Prozent ­immer noch an zweiter Stelle der Todes­ursachen stehen. ­Millionen Tote könnten durch die kostengünstigen ­Impf­ungen vermieden ­werden. Im Jahr 2001 ­starben weltweit 745 000 Menschen an ­Masern. In Industrienationen sind noch rund fünf Prozent der Todesfälle durch Infektionskrankheiten bedingt.

Regional

Im Jahr 2009 wurden in den jungen Bundesländern 3473 Keuchhustenfälle gemeldet. In Sachsen wurden 2009 über 1400 Fälle von Keuchhusten registriert. Das war ein Anstieg zum Jahr davor um 70 Prozent. In Thüringen gab es 680 Erkrankungen.


Hintergrund

Um den Eltern und Kinderärzten die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Impfung zu erleichtern, wird von der Ständigen lmpf­kommission des Bundesgesundheitsamtes regelmäßig ein Impfplan veröffentlicht. Darin findet man die empfohlenen Impfungen und den Impfzeitpunkt.

Heutzutage werden die meisten Schutzimpfungen als ­Kombinationsimpf­stoffe gespritzt, um die Zahl der ­Injektionen möglichst gering zu halten. Klassische Kombinationsimpfstoffe sind Masern-Mumps-Röteln (MMR) und Diphterie-­Tetanus-Pertussis (DTaP). In der Kinderarztpraxis werden aber zunehmend auch Fünf- und Sechsfachimpfstoffe­ ­ver­wendet (Diphterie-­Tetanus-Pertussis-Polio-Hib).

Eine Pneumokokken-­Impfung ab dem dritten ­Lebensmonat wird nur für Kinder empfohlen, die aufgrund einer Grunder­krankung (wie Diabetes) erhöht infektionsgefährdet sind. Die Varizellen-Impfung gegen Windpocken wird den 12- bis 15-Jährigen empfohlen, die noch nicht an Wind­pocken erkrankt waren.


Impfkalender

Wann sollte was geimpft werden?

• Vierfach-Impfungen: Wundstarrkrampf
(Tetanus), Diphtherie, Keuchhusten, Kinder­lähmung (Polio), Haemophilus influenzae Typ b (Hib), Pneumokokken, Hepatits B erstmals im 2., 3., 4. und vierte Impfung zwischen dem 11. und 14. Monat nach der Geburt.

• Meningokokken:
Ab vollendeten 12. bis 23. Lebensmonat.

• Masern, Mumps, Röteln und Windpocken:
Zwischen 11. und 14. Monat und Wiederholung zwischen 15. und 23. Lebensmonat.

• HPV (Humane Papillomaviren):
Für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren.

• Grippeschutz:
Ab 18 Jahre, ab 60 Jahre als Standard­impfung.

• Auffrischung:
Wundstarrkrampf, Diphtherie im Alter von 5 bis 6, 9 bis 17 Jahre, danach alle 10 Jahre.

• Keuchhusten (Pertussis):
Im Alter von 5 bis 6 sowie 9 bis 17 Jahren.

• Kinderlähmung:
Wird im Alter von 9 bis 17 Jahren wiederholt.

Empfehlungen der Ständigen Impfkomission, Abweichungen vom empfohlenen Impfalter sind möglich und unter Umständen notwendig.
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2 Kommentare
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Thomas Twarog aus Erfurt | 27.02.2011 | 11:28  
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Andreas König aus Erfurt | 22.03.2011 | 23:03  
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