Internationaler Tag der Jugend

Am 12. August ist der Internationale Tag der Jugend. Damit wird die Bedeutung der Jugend als Lebensphase herausgehoben. „Wenn Unternehmen beklagen, dass die Schulabgänger immer schlechter werden, lade ich sie ein, sich an die eigene Jugend zu erinnern. Nicht alle Chefs waren früher Musterschüler“, sagt Beatrice Ströhl, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Erfurt. Die wirtschaftliche Entwicklung und Demografie bewirken, dass Jugendliche heute viel mehr Chancen haben.

So gab es vor zehn Jahren in Mittelthüringen über 7.300 Schulabgänger, heute sind es noch etwa 3.000. Dabei haben die Bewerber heute viel häufiger einen Schulabschluss in der Tasche. Nur zwei Prozent der Bewerber gehen ohne Schulabschluss auf Lehrstellensuche, vor fünf Jahren waren es noch 7 Prozent. Auch bewarben sich 2007 viel mehr Hauptschüler, heute geht der Trend zur mittleren Reife. Dennoch waren im Juli noch 760 Jugendliche ohne Ausbildungsvertrag in Mittelthüringen.

„Jetzt gilt es, auch Bewerbern eine Chance zu geben, die sich erst auf den zweiten Blick als erste Wahl entpuppen. Gemeinsam können wir durch ausbildungsbegleitende Hilfen oder ein längeres Praktikum unterstützen“, sagt Ströhl. Ausbildungsbegleitende Hilfen sind eine Art Nachhilfe, wenn der Ausbildungsabbruch droht. „Wir raten den Unternehmen schon bei der Einstellung von Jugendlichen darüber nachzudenken, dass durch diese Nachhilfe Defizite ausgeglichen werden können“, sagt Ströhl. Außerhalb der Arbeitszeit arbeiten die Azubis Lücken in der Fachtheorie oder -praxis individuell auf und bekommen Unterstützung bei der Wahl der richtigen Lerntechnik. Möglich ist auch eine sozialpädagogische Begleitung, falls der Nachwuchs andere Probleme wie Schulden oder Kummer im privaten Bereich hat. Die Teilnahme ist für Betrieb und Auszubildende kostenfrei, da die Finanzierung über die Arbeitsagentur erfolgt.

Anfragen und Anträge können beim Berufsberater unter 01801 555 111* oder beim persönlichen Ansprechpartner des Arbeitgebers unter 01801 66 44 66* gestellt werden.

Statistik-Hintergrund
Die Jugendarbeitslosigkeit ist in den letzten zehn Jahren überproportional gesunken. 7.029 Menschen unter 25 Jahren waren im Juli 2002 arbeitslos. Heute sind es 2.046. Das entspricht einem Rückgang um über 70 Prozent. Insgesamt sank die Arbeitslosigkeit im gleichen Zeitraum um 47 Prozent.

Gleichzeitig sank aufgrund des Geburtenknicks auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung um 23 Prozent. So sind in Mittelthüringen über 20.000 Jüngere in Beschäftigung.

Im Jahr 2002 bewarben sich 6.482 Jugendliche in Mittelthüringen um eine Ausbildungsstelle, heute sind 2.625 Bewerber bei der Berufsberatung gemeldet. Das entspricht einem Rückgang um 60 Prozent.
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