Ist mein Chef ein Psychopath?

Der Serienmörder unterscheidet sich von einem psychopathischen Boss allenfalls in der Intelligenz. (Foto: www.BlickReflex.de/pixelio.de)
 
Killerinstinkt: Mancher Chef bringt Eigenschaften mit, die auch ein Serienmörder an den Tag legt. (Foto: Jürgen Hüsmert/pixelio.de)
Erfurt: Freund HRC |

Diese Überschrift klingt übertrieben, aber so weit hergeholt ist sie nicht. In letzter Zeit werden immer mehr internationale Studien über Psychopathen in Chefpositionen veröffentlicht. Der Serienmörder unterscheidet sich von einem psychopathischen Boss allenfalls in der Intelligenz. Er ist zu schlau, um sich erwischen zu lassen.

Breit angelegte soziologische und psychologische Untersuchungen bestätigen demnach, was viele Menschen schon immer vermutet haben: Es gelangen nicht immer nur die Besten in die Top-Positionen. So sollen allein in Deutschland etwa eine Million Psychopathen existieren, und man schätzt, dass jeder 30. Topmanager über ein Persönlichkeitsprofil verfügt, was man unter diesem Gesichtspunkt als pathologisch bezeichnen kann. In den USA soll es sogar jeder zehnte Chef sein.

Geschicktes manipulatives Verhalten


Nun kann man sich sicherlich über diese Zahlen streiten, aber unstrittig ist, dass in den Führungsetagen von Wirtschaft und Politik überproportional viele Psychopathen anzutreffen sind. Ein psychopathischer Mensch hat eine schwere Persönlichkeitsstörung, die obendrein verbunden ist mit einem Mangel an oder völligem Fehlen von Empathie, Gewissen und sozialem Verantwortungsgefühl. Auf der anderen Seite verfügen derartige Menschen häufig über eine große Ausstrahlung, wirken durchaus charmant und charismatisch. Folglich sind sie - insbesondere dann, wenn ihr Verhalten nicht längerfristig beobachtet wird - nur schwer zu identifizieren.

Ihr geschicktes manipulatives Verhalten, ihre Dominanz, Überzeugungskraft und die hohe Intelligenz erleichtern ihnen den Weg nach oben. Aufgrund ihrer Gefühlskälte und Angstfreiheit kommen sie viel besser mit Stress zurecht und haben kein Problem damit, unpopuläre Entscheidungen zu treffen. Vor allem in Krisenzeiten treten Psychopathen als Führer in Erscheinung und werden häufig von den Untergebenen in dieser Rolle als Verführte unterstützt. Aus der historischen Forschung lassen sich viele Beispiele für Heerführer, Diktatoren und Politiker mit einem psychopathischen Persönlichkeitsprofil ableiten.

Die Biografie eines Psychopathen beginnt häufig schon in der Kindheit. Wenn dem "Goldkind" permanent das Gefühl vermittelt wird, etwas Besonderes zu sein, ihnen keine Grenzen aufgezeigt werden, dann besteht die Gefahr, dass es später eine psychopathische Karriere einschlägt. Spitzenpositionen sind das angestrebte Paradies für Psychopathen. Hier finden sie alles, was ihnen allein wichtig ist: Geld, Macht und die Möglichkeit, andere Menschen zu manipulieren. Folgende Tipps:

Woran erkenne ich, ob mein Chef ein Psychopath ist?

Meistens ahnen und spüren die Untergebenen es, wenn Sie unter dem Verhalten des Bosses leiden. Derartige Chefs behandeln ihre Mitarbeiter ohne jegliche Skrupel. Da wird schnell eine Kritik am Mitarbeiter als "öffentliche Hinrichtung" in Szene gesetzt. Wehe, wenn zudem ein Mitarbeiter es wagt, Kritik nach oben zu üben. Dann zeigen Psychopathen das volle Repertoire ihrer boshaften und schädigenden Möglichkeiten. Schon manch eine hoffnungsvolle Karriere ist in einer derartigen Situation unter einem solchen Chef gescheitert. Psychopathen generieren fürs Unternehmen nur kurzfristige Erfolge. Langfristig hinterlassen sie meistens nur verbrannte Erde.


Kann man sich vor Psychopathen im Unternehmen schützen?

Laut Wissenschaft ändern sich Psychopathen leider nicht mehr. Betroffene Mitarbeiter sollten sich in einer derartigen Situation solidarisieren und auf das betriebsschädigende Fehlverhalten an übergeordneter Stelle aufmerksam machen. In diesem Kontext ist die Volksweisheit "Der Klügere gibt nach!" leider falsch. Als letzte Konsequenz, wenn die eigene Gesundheit und Karriere in Gefahr geraten, muss man sich eben den Machtbereich eines derartigen Chefs entziehen und das Unternehmen wechseln.

Viel wichtiger scheint es mir jedoch, dass Aufsichtsräte, Personalabteilungen und Personalleiter stärker auf diese Problematik sensibilisiert werden und mittels geeigneter Auswahlmethoden die Psychopathen frühzeitig erkennen und ihren Aufstieg verhindern. Die beste Lösung für die Mitarbeiter und das Unternehmen.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
3 Kommentare
9.688
Hannelore Grünler aus Artern | 05.07.2014 | 11:06  
12.761
Renate Jung aus Erfurt | 07.07.2014 | 19:42  
12.761
Renate Jung aus Erfurt | 08.07.2014 | 10:12  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige